Montag, September 29, 2008

Kulturprogramm am Kollwitzplatz

Der Berliner Ausnahme-Lyriker UWE KOLBE (Jg. 1957) ist seit seinem Publikationsverbot in den 1980er-Jahren und mit der Samisdat-Zeitschrift Mikado zur literarischen Prenz-lauer-Berg-Legende geworden. Seine Gedichtbände "Hineingeboren" und "Bornholm II" sind Klassiker des Lebensgefühls einer Generation und brachten ihm und einer ganzen Dichterszene internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Seine späte Aussiedlung nach Hamburg und die Arbeit am Tübinger Literaturstudio haben ihn zu einem gesamtdeutschen Dichter werden lassen. Kolbe ist wieder zurück in Berlin – und was das bedeutet, wird er uns anhand seines neuen Buches („Heimliche Feste“ Suhrkamp 2008) sowie alter und neuer unveröffentlichter Texte wissen lassen. Er selbst ist gespannt auf das Wiedersehen mit einem vertrauten Ort seines einstigen Wirkens.

GEORGI GOSPODINOV (geb. 1968) ist preisgekrönter Dichter und Romancier und einer der führenden jungen Intellektuellen Bulgariens. Sein Lyrikdebüt "Lapidarium" (1992) bekam den Nationalpreis für das beste Debüt; sein „Natürlicher Roman (dt. 2007) wurde in zehn Sprachen übersetzt: "Ein anarchisches experimentelles Debüt", urteilte der New Yorker, die Times sprach von einem "humorvollen, melancholischen und höchst eigenwilligen Werk". Gospodinov, der derzeit als Gast des DAAD in Berlin lebt und arbeitet, verbindet seit längerem eine Dichterfreundschaft mit Uwe Kolbe, der etliche sei-ner Texte ins Deutsche übertragen hat. Von diesen Texten und aus der Werkstatt des Autors werden wir etliches hören und lesen, was man andernorts vielleicht kaum erfahren würde.

Wann? Am Montag, den 6. Oktober 2008, um 20 Uhr
Wo? Im THEATER O.N. (ZINNOBER), Kollwitzstr. 53
(U-Bahn Senefelder Platz, Tram Wörther Straße)

"Sehr angenehm durch den Abend führt – wie immer – der freundliche Schriftsteller Martin Jankowski." (Die Kritiker)
"Jankowski holt einen Moment des Austauschs und der Reflexion in die Berliner Vorlesekultur, der auch anderen Bühnen
gut anstehen würde." (TAGESSPIEGEL)


Für Getränke zu fairen Preisen sorgt wie stets die kleine Hausbar des Theaters O.N.
Eintritt: 5 ,- € / erm. 3,- € - Karten & Informationen unter: Tel. 030-4409214
oder im Internet unter www.theater-on.com
"

Außerdem noch in dieser Woche:

Mi, 1. Oktober, Kulturhaus Mitte, 20 Uhr: Literatursalon Mitte - Sonderausgabe
mit Aiko Onken (Premiere des Berlinromans "Marie und er und ich") und Kiran Nagarkar
aus Indien ("Gottes kleiner Krieger")! (Im Rahmen des internationalen literaturfestivals
berlin 2008.)

Do, 2. Oktober, Ballhaus Ost, 20 Uhr: Die Internationale SLAM!Revue - mit Ben Porter Lewis (USA/VN),
Anna Nowok (RUS), Claus Ankersen (DK), KaCoSónia (F), Sergio Garau (I), Henna Laininen (FIN),
Wojciech Cichon (PL), Mark Terrill (US), Lara Stoll (CH), Markus Köhle (A), Ludditák (HU), MC Jabber (GB)
u.a.m.! Gastgeber Martin Jankowski und MC Gauner, DJ MrHi (Berlin). (Im Rahmen des internationalen
literaturfestivals berlin 2008.)

Samstag, September 27, 2008

Aktiv bleiben!

Dia-Vortrag 2.0

Die Audio-Slideshow ist schon irgendwie ein neues Genre. Bilder zu einem Thema mit Effekten zusammenfügen und irgendwelche Musik drunterlegen, fertig. Fabian Schweyher hat da einen komplexeren Blick. Er hat eine Diplomarbeit über die neue Form des Diavortrages geschrieben. Hier ein Artikel zum Thema von Matthias Eberl auf onlinejournalismus.de!



Natürlich gibt es auch schon Audio-Slideshows zu Prenzlauer Bergs. Ob nun gut oder schlecht, das sei an dieser Stelle mal dahingestellt.

P-Berg-Newsticker

+++ 150 Leute bei der Marthashof-Grundsteinlegung der Stofanel AG in der Schwedter Straße +++ Party im Gleimtunnel mit DJ Ipek und Wladimir Kaminer in der nacht vom 2. zum 3. Oktober +++ Hörspielkino im Planetarium startet wieder zum 3. Oktober, Eintritt 6,50 Eur, Infos: 030 4218450 +++ ADFC gründet am 29. September, 19.30 Uhr Stadtteilgruppe Pankow im Prater +++ Ehrenamtliche Bibliothekare in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek in der Esmarchstraße, Bötzowviertel dürfen bleiben +++

UFO-Sichtung über Prenzlauer Berg

Dieses Flugobjekt soll am 10. Februar über die Dächer des Bezirks geschwebt sein. Die Handy-Aufnahme von "someone in berlin" begegnete mir bei meinen Youtube-Streifzügen.

P-Berg Crime

Stell Dir vor, Du bist in der Nähe von Zerpenschleuse im Wald und willst eigentlich nur Pilze sammeln. Statt Steinpilzen und Grausen Glucken findest Du aber nur einen blauen Müllsack. Mit einem Stöckchen stocherst Du im Sack herum und zum Vorschein kommt ein Stückchen Stoff. Jetzt kommt nicht übelster Geruch, sondern auch Panik hoch. Eine wahre Geschichte und der Auftakt für einen noch ungesühnten Kriminalfall, dem die Berliner Morgenpost hier nachgegangen ist.

Weiterhin berichtet das Blatt über einen Kinderschänder, der derzeitig im Wins- und Bötzowviertel umgeht.

Sonntag, September 21, 2008

Digitaler Boheme = urbaner Penner

"Das Leben der Freiberufler wird auf den Straßen als Einlösung eines Glücksversprechens inszeniert. Diese Existenzen bewegen sich aber häufig an der Schnittstelle zum Prekären, sozusagen schwankend zwischen digitaler Boheme und urbanem Penner. Die Angst, dass die Aufträge nicht reichen, die Miete nicht mehr gezahlt werden kann oder der Dispo zusammenbricht, gehört auch dazu, und sie ist in dieser ganzen Überambitioniertheit, die scharf an der Grenze zur Spießigkeit vorbeischrammt, wahrnehmbar."

Zum Artikel von Martina Mescher in der aktuellen Ausgabe der Jungle World:
Der Uns-geht-es-so-gut-Bezirk

Samstag, September 20, 2008

Gregor Gysi kicking knowledge

Überwachungskunst

"Für ihren Film "Faceless" hat die in London lebende österreichische Filmemacherin Manu Luksch nur Aufnahmen britischer Überwachungskameras verwendet. Die Menschen, die zum Schutz der Identität mit schwarzen Ovalen unkenntlich gemacht wurden, sind in ihrem Film die ahnungslosen Opfer eines totalitären Staates, der seine Bürger permanent kontrolliert." Mirjam Hauck



Ein Interview mit der Filmemacherin heute in der Süddeutschen Zeitung

Freitag, September 19, 2008

Klaus Kordon im Nacken

Hier ein aktueller Audio-Beitrag von Kim Kindermann auf Deutschlandradio Kultur über den Prenzlauer Berger Schriftsteller Klaus Kordon. Das Transkript des Textes hier.

Dienstag, September 16, 2008

Rittervideo „Zwei Rüstungen“ wird sieben

Eine bewegte Woche lag hinter mir, damals vor sieben Jahren. Der Prenzlauer Berger Writer Sabe war gerade aus dem Fenster gestürzt. Alle Fernsehsender zeigten als Dauerbandschleide Bilder von Menschen, die massenhaft aus den Fenstern der Twin-Towers purzelten. Ich flüchtete für ein paar Tage zu Lunte an die Ostsee und nahm dort die letzten drei Tracks meines ersten eigenen Albums
Hart an der Grenze auf.
Zu meinem Lied Zwei Rüstungen, das auch auf dem ersten Funkviertel-Sampler erschien, wollte ich unbedingt noch ein Video drehen. Nach meiner Rückkehr nach Berlin mietete ich mir in einem Rollenspiel-Laden ein paar Kettenhemden, Hörnerhelme und alles was ein Ritter so braucht. Schon zwei Wochen vorher hatte ich mit meinem Mobtik-Kameramann Olpe passende Drehorte gesucht und gefunden – im Foltermuseum in Bernau und an den verbliebenen Stadtmauerresten von Berlin, Altlandsberg und Strausberg.


Jenz Steiner, Zwei Rüstungen, Musik: Marcello, Regie: Mobtik: Daniel Mischke, Wolfgang Schmidt,
feat. DJ V.Raeter, DJ Kor, DJ Bulet u.v.m.

Samstag gegen elf Uhr fiel die erste Klappe. Etwa dreißig Leute hatte ich für meine Kampfszenen in Märkische Oderland locken können. Mein Budget war klein. Als Ersatz für Filmblut und Gedärme mussten drei Dosen Hundefutter herhalten. Der Pansengestank ging mir nicht mehr aus der Nase. Heftige Lachanfälle unterbrachen ständig die Dreharbeiten. Die Helme waren viel zu groß und rutschten immer über die Augen. Als Tierkomparse musste Marcello in seinem „white-rabbit“-Kostüm herhalten. Bei einer Verfolgungsszene durch einen Fluss verlor ich meine linke Sandale. Die aufsteigenden Faulgasblasen sorgten für das nötige Aggressionspotential, das dem Filmmaterial Glaubwürdigkeit verlieh. Beim verlustreichen Sturm auf die Festungsanlagen Altlandsbergs trafen wir auf keinerlei Widerstand der Stadtbürger. Uns zwang der Regen in die Knie. Eine dicke Rostschicht überzog schon nach kurzer Zeit sämtliche Helme und Kettenhemden. Die nächsten Nächte verbrachte ich mit einem Bogen Schleifpapier in der Garage meiner Eltern. Erst als alles Metall wieder glänzte und blitzte, wagte ich mich wieder vor die Tür. Noch nie zuvor hatte ein HipHopper so große Opfer für seinen Videoclip gebracht.

Nachdem sich Gauner und ich für den Videoschnitt eine Woche in seiner Lichtenberger Plattenbaubude verkrochen hatten, präsentierten wir das fertige Video im Dezember 2001 bei einer Ready 2 Rock Party in der alten Maria am Ostbahnhof der breiten Öffentlichkeit. Das war ein Fest. Hier nun das komplette Video und der Song erstmals zum freien Download.

Free Downloads:
>>Steiners Rittervideo: Zwei Rüstungen<< (6,5 MB, avi, 3 min)
>>Steiner - Zwei Rüstungen<< (Audio, 3 MB, MP3)

Sonntag, September 14, 2008

Wie alle sind Kings vom Prenzlauer Berg

Das Ende von Funkwelle FM



Höhepunkt dieses Sommers war der Sender Funkwelle FM mit seiner Sendeanlage am höchsten Punkt Prenzlauer Bergs - auf dem Turm der Segenskirche in der Schönhauser Allee. Hier ein Foto von Jero vom Abbau des Senders vor knapp einem Monat.

Samstag, September 13, 2008

Das Helmi-Theater spielt Leon der Profi



"Dem Helmholtzplatz in Prenzlauerberg sei Dank: Seit 2002 gibt es das Helmi! Die
Berliner Puppenbastler, deren Repertoire das eines kleineren Staatstheaters
übersteigt, spielen mit einem Haufen aus Schaumstoff Klassiker von "Leon der Profi"
bis "Ödipus" und konfrontieren Publikum und Figuren mit den kuriosesten Storys
des Alltags und des Absurden. Mit ihren Puppenspiel-Performances verlassen sie
bewusst die Grenzen des üblichen Theaters und spielen in Clubs, Ruinen, auf
öffentlichen Plätzen, Galerien und Scheunen. Die Mitglieder sind Florian Loycke,
Brian Morrow und Emir Tebatebai."

Mittwoch, September 03, 2008

P-Berg-Newsticker

+++ Bebauungspläne und Spielplatzpläne für St. Marien-Kirchhof Prenzlauer Allee/ Heinrich-Roller-Str. vom Tisch +++ Der finnische Autor Juhani Seppovara präsentiert sein Buch "Unter dem Himmel Ostberlins" mit Radioeins-Moderator Knut Elstermann am 16. September, 20 Uhr, in der Backfabrik, Saarbrücker Str. 37 +++ Kollwitzplatz, Helmholtzplatz, Winsviertel, Bötzowviertel und Teutoburger Platz verlieren Sanierungsgebiertsstatus, Spielplatzflächen in Gefahr +++ Neue Website über Nazi-Strukturen in Pankow online +++

Tolle Ausstellung

"HA HA"

Eine Ausstellung mit Zeichnungen und Drucken
von
Christian Schellenberger
Kevin Kemter und
Max Stocklosa

Diesen Freitag, den 5.September ab 19 Uhr.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. Oktober.
Öffnungszeiten sind Mi-Sa von 14-21 Uhr.

Galerie urban-art.info
Brueckenstrasse 1a
10179 Berlin-Mitte

U8 Heinrich-Heine-Strasse
S-Bahn Jannowitzbruecke