Samstag, Juli 05, 2008

Rechtes Pflaster Prenzlauer Berg

Der Verfassungsschutz muss es wissen, sitzt er doch dichter an der Quelle als kaum jemand anders. Die neue VS-Studie "Rechte Gewalt" (pdf) besagt, das zwischen 2003 und 2006 in Prenzlauer Berg 37 Fälle rechter Gewalt offiziell registriert wurden. Demnach ist P-Berg Rekordhalter unter den Berliner Bezirken.
Laut dem aktuellen Berliner Zustandsbericht vom APABIZ ist Friedrichshain jedoch auf Platz 1.

Mehr Infos hier: Mut-gegen-rechte- Gewalt.de
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Donnerstag, Juli 03, 2008

Neue "Antischwaben"-Plakate vergleichen vermeintlichen Schwabenhass mit antijüdischer NS-Hetze

Auf den Schwabenhatz-Artikel in Morgenpost und Welt aus dem Springer-Newsroom ist nun auch das Nachrichtenportal Morgenweb aus der Rhein-Neckar-Region aufgesprungen. Der Artikel von Jens Carsten ist so wenig hintergründig, so quellenarm und lieblos geschrieben wie die Artikel seiner Kolleginnen und Kollegen, die an dieser Stelle bereits besprochen wurden.

Anti-Anti-Schwaben-Plakate aufgetaucht

Auf einem Spaziergang durch das LSD-Viertel sind mir heute neue Plakate aufgefallen, die wahrscheinlich als Gegenaktion zu den letzen Schwabenplakaten gelten sollen. Darauf ist der Text von Nazi-Propagandaplakaten aus den 30ern eins zu eins abgedruckt. Das Wort Jude ist dabei immer durch das Wort Schwabe ersetzt worden. Über dem Text ist eine Collage aus den Wappen Baden-Württembergs und Berlins mit Hirsch und Greif als Wappenhalter und dem Berliner Bären anstelle der drei Stauferlöwen platziert.

Zwei verschiedene Motive habe ich gesehen. Der eine Text ist mit "Die schwäbischen Freimaurer" unterzeichnet und in der ersten Person geschrieben. Der andere Text ist anprangernd in der dritten Person geschrieben und sonst fast identisch.

Ich gewann sofort den Eindruck, dass diese Plakate so wirken sollen, als hätten sie den gleichen Urheber wie die letzte Plakataktion. Wahrscheinlich wollten die InitiatorInnen der neuen Plakataktion "zum Nachdenken anregen" und den vermeintlichen Berliner Schwabenhasses mit den Repressalien und der systematischen Vernichtung der Juden zur NS-Zeit gleichstellen.

Sicher wird es nicht lange dauern, ehe die findige Lokalpresse das Thema erneut aufgreift.

Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie die SupergrafikerInnen zu Hause beim Entwerfen der A3-Poster nach passenden Texten und Motiven gesucht, gegrübelt und gefeixt haben und sich dabei ausgemalt haben, wie verschieden die Leute auf ihre Aktion reagieren.

"Schwabenplakate" sind in P-Berg nichts Neues. Bereits in den 90ern klebten plötzlich ringsum den Kollwitzplatz kleine weiße A4-Zettel in der Aufmachung der US-Alliierten-Schilder an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin mit der Aufschrift: "You are now entering the Schwabisch Zone". In den letzten drei Jahren kamen zur Weihnachtszeit Motive wie Ostberlin sagt Danke und Ostberlin wünscht gute Heimfahrt dazu. Zum letzten Weihnachtsfest hieß es dann Ostberlin wünscht einen guten Appetit.

Die Idee war witzig, ironisch und originell genug, um vom Multiplexkino in der Kulturbrauerei aufgegriffen und ausgeschlachtet zu werden. Das Kino versuchte mit einer Antwortaktion auf die Ostberlin-Plakate auf sich aufmerksam zu machen, stieß dabei aber nicht auf sehr viel Feedback und Interesse. "Alle wieder da? ...Das Ländle haben wir nicht im Angebot. Schwabenpreise schon!", hieß es darauf.

Bleibt zu hoffen, dass diese sinnlose Schwaben-Pseudo-Diskussion endlich ein Ende findet. Berlin, insbesondere Berlin Prenzlauer Berg war immer und bleibt auch offen für Menschen aus allen Ecken und Enden der Welt, die das kulturelle Leben vor Ort bereichern und den Bezirk damit zu dem machen, was er ist.

Fotos der Plakate findet man auf dem etwas antideutsch angehauchten Bad-Blog, das aber freundlicherweise meine Musikvideos verlinkt hat. Vielen Dank!

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Mittwoch, Juli 02, 2008

Aktiv gegen Atomwaffen

Ein Geheimbericht des US-Verteidigungsministerium wurde vor wenigen Tagen öffentlich, nach dem im
rheinland-pfälzischen Büchel etwa 20 Atomsprengköpfe unter miserablen Sicherheitsbedingungen lagern. Ich habe mich gerade an einer Online-Aktion für einen raschen Abzug der Atombomben beteiligt, die u.a. vom Netzwerk Friedenskooperative, den Internationalen Ärzten für die
Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Greenpeace und dem Online-Netzwerk Campact getragen wird. Vielleicht interessiert die Aktion auch Dich.

Unterzeichne den Appell an Bundeskanzlerin Merkel:
www.campact.de/eil/sn1/signer


Alle im Bundestag vertretenen Parteien treten für ein
schnelles Ende der Stationierung ein – außer der CDU/CSU.
Sie stellt bisher auf stur. Jetzt müssen wir Druck auf
Angela Merkel machen: Auch sie muss sich für einen
schnellen Abzug und eine Vernichtung der Atombomben
einsetzen. Ein Abzug könnte Auftakt einer neuen
Abrüstungsrunde in Europa sein. Nukleare Abrüstung in
Europa wäre ein wichtiges Signal gegen die weitere
Verbreitung von Atomwaffen.

Weitere Infos findest Du hier.
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Dienstag, Juli 01, 2008

P-Bergs Väter nehmen Erziehungsurlaub

Väterzentren schießen in Prenzlauer Berg plötzlich wie Pilze aus dem Boden. Sie beraten zu Fördermöglichkeiten oder Elternurlaub und bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Immer mehr Väter nehmen eine Babypause vom Job - Doch Männer in Elternzeit sind, laut diesem Artikel in Springers Welt vom 1. Juli, noch nicht selbstverständlich.
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Für einen kreativeren Umgang mit Winkelementen



Die belgische Flagge sieht anders aus, die der Bundesrepublik auch - zumindest was die Anordnung der Farben angeht. Ist aber nicht so schlimm. In diesem Fall hat, wie auf Annas annalist-Blog nachzulesen ist, jemand lediglich ein kleines Fähnchen für 13 Euro umgenäht und in die laufenden Live-Kameras gehalten.
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