Wowereit ist Litauisch und heisst Eichhörnchen. Klaus Wowereit ist Sozialdemokrat und regierender Bürgermeister in der Hauptstadt. Wie das Eichhorn nach Eicheln ist er auf der Suche nach Schul- und Studien-PraktikantEn für die Senatskanzlei!
Wer ein abgeschlossenes Hochschulstudium, redaktionelle Erfahrung im Printbereich und gute Kenntnisse der Berliner Medienlandschaft mitbringt, hat gute Karten. Schreibt ihm doch mal einen Brief: Herr Wowereit, Rotes Rathaus, Berlin Mitte!
Dienstag, November 15, 2005
Ein paar Zeitungen weniger
Alexander Lukaschenko hat drei Zeitungen von der Verteilerliste der Post, dem Vertriebsmonopolisten in Belarus, streichen lassen. "Narodnaja Wolja" (Der Volkswille), "Solidarnost'" (Solidarität) und "Sgoda" (Eintracht) werden ab Januar nicht mehr in den Kiosken liegen. Das sit nicht das erste Mal, wird jetzt aber sicher mehr Aufmerksamkeit erlangen, da Belarus nach Georgien und der Ukraine als potentieller verglühender Stern der postsowjetischen Ära gehypt wird. Im Februar 2005 legte die Bertelmann Stiftung ein Paper zum Umsturz in der kleinen, fast vergessenen Republik vor. Einen netten Artikel zum Thema findet man hier.
Montag, November 14, 2005
This is London
Bush House London, eine der bekanntesten Adressen der Welt. Heute vor 83 Jahren nahm die BBC ihr Hörfunkprogramm auf. Daran sollte mal erinnert werden. Der deutschsprachige Dienst am Berliner Savignyplatz wurde nach einer Senderreform des neuen Managements vor zwei Jahren eingestellt. Zugunsten eines neuen arabischsprachigen Programms sollen nun noch mehr Länderdienste eingestellt werden. Schade!
Samstag, November 12, 2005
Situation freier Radios in Deutschland
Freie Radios – die kleinen, weit verstreuten Inseln in der bundesdeutschen Medienlandschaft – gibt es mittlerweile an vielen Orten. Man sendet dort vorwiegend in NKL´s (nichtkommerziellen Lokalradios) oder in kleinen Zeitfenstern anderer Radios. Sie alle eint, sich bewusst oder unbewusst vom Radioeinerlei abzusetzen. Artikel bei indy.de hier.
Freitag, November 11, 2005
Gewinnerin der Wende 2
Französisch ist eine tolle Sprache und ich wollte sie lernen. In der DDR gab es das Fach nur fakultativ. Die gab es seit fünf Jahren nicht mehr. Ich ging zur Volkshochschule und lernte bei einer richtigen Französin. Das war toll. Die meisten Leute im Kurs waren doppelt so alt wie ich. Eine war selbst Lehrerin, allerdings für Chemie. Sie war immer ganz lustig und gut gelaunt. In den Pausen erzählte sie viel, wie schön es in Frankreich ist, wie toll, daß Reisen jetzt so normal geworden sei.
Zur gleichen Zeit lernte ich Uwe kennen. Wir wurden Freunde. Oft sprachen wir über unsere Erfahrungen mit der Volksbildung der DDR, unsere Schulzeit vor und nach der Wende. Er erzählte von einer Chemie-Lehrerin, die ihn beauftragte, Rechenschaftsberichte über andere Schüler zu schreiben. Ein Name fiel. Ich hakte nach, wollte es genauer wissen. Die Beschreibung passte. Kein Zweifel. Die frankophile Plaudertasche aus meinem VHS-Kurs hatte, wenn das stimmte, einige Jahre zuvor versucht, ihn über seine Mitschüler auszulauschen.
Wer hat sie gezwungen? Hat sie jemand gezwungen? Ist das alles so schlimm? Schließlich waren es doch noch Kinder. Was sollten die schon zu verbergen haben?
War das pädagogische Praxis unter Margot Honecker? Keine Ahnung. Ich werde es nicht mehr erfahren. Die Menschen haben ihr Weltbild zurechtgerückt und sich neu angepasst. Vor sich selbst und vor irgendwelchen Gesetzen sind sie frei von Schuld.
Sie haben keine Mauerflüchtlinge erschossen, keine volkseigenen Betriebe ruiniert und waren nicht alle bei der Stasi.
Zur gleichen Zeit lernte ich Uwe kennen. Wir wurden Freunde. Oft sprachen wir über unsere Erfahrungen mit der Volksbildung der DDR, unsere Schulzeit vor und nach der Wende. Er erzählte von einer Chemie-Lehrerin, die ihn beauftragte, Rechenschaftsberichte über andere Schüler zu schreiben. Ein Name fiel. Ich hakte nach, wollte es genauer wissen. Die Beschreibung passte. Kein Zweifel. Die frankophile Plaudertasche aus meinem VHS-Kurs hatte, wenn das stimmte, einige Jahre zuvor versucht, ihn über seine Mitschüler auszulauschen.
Wer hat sie gezwungen? Hat sie jemand gezwungen? Ist das alles so schlimm? Schließlich waren es doch noch Kinder. Was sollten die schon zu verbergen haben?
War das pädagogische Praxis unter Margot Honecker? Keine Ahnung. Ich werde es nicht mehr erfahren. Die Menschen haben ihr Weltbild zurechtgerückt und sich neu angepasst. Vor sich selbst und vor irgendwelchen Gesetzen sind sie frei von Schuld.
Sie haben keine Mauerflüchtlinge erschossen, keine volkseigenen Betriebe ruiniert und waren nicht alle bei der Stasi.
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