Noch blühen die Mandelbäume in der Kniprodestraße. Ich verbinde mit der Straße zwischen Prenzlauer Berg und Friedrichshain verschiedene Erinnerungen. Zuerst assoziiere ich damit immer die Werneuchner Wiese, von der niemand weiß, daß sie so heißt.
Als Kind ließ ich da meinen Drachen steigen. Naja, meist war es mein Vater, der sich abrannte, um mich zu entertainen.
Beeindruckend waren jährlich zum Pressefest oder beim FDJ-Pfingsttreffen die Feuerwehr- und Polizeiautos, Panzer und Krankenwagen, die dort ausgestellt wurden.
Mitte der Achtziger sollte auf der Wiese ein Haus der Jugend errichtet werden. Der Luftschutzbunker unter der Wiese verschwand. Auf einem Schrotthaufen auf der Wiese haben wir mal eine kleine Bombe aus Kriegszeiten gefunden. Ein Vopo sicherte die Fundstelle. Der Munitionsräumungsdienst kam im Barkas angefahren und hat sie mitgenommen.
Zum Beach-Volleyball spielen war ich in der Kuhle, die vom Bunker blieb, nie.
Ich glaube, es war 1984 oder 1985, als ich mal da beim Zeitfahren der Friedensfahrt am Straßenrand stand und Olaf Ludwig, Uwe Ampler und Abduschaparow "in echt" gesehen habe.
1987 oder 88 habe ich dort mal Erich Honecker gesehen. Vier Meter vor meiner Nase lief er vorbei, um dort einen Kranz am "Polendenkmal" niederzulegen.
Interessant fand ich immer auch das ehemalige Straßenbahndepot, das teilweise immer noch von der BVG genutzt wird und jetzt auch mit einem Supermarkt bebaut ist.
Es gab sowohl zu Nazi- als auch zu DDR-Zeiten Pläne, den jüdischen Friedhof am Ende der Straße mit einer Hochstraße zu überziehen, die die Kniprode mit der Hansastraße verbindet. Hat zum Glück nicht geklappt.
Drei Namen hat die Straße nun gehabt. Zwischen 1770 und 1901 war es der Verlohrene Weg, dann wurde sie nach dem Danziger Kreuzritter Winrich von Kniprode benannt. In der Welle der Straßenumbenennungen im Bötzowviertel erhielt sie 1974 den Namen Artur-Becker-Straße. Der Antifaschist und Interbrigadist war ab Mitte der Neunziger nicht mehr tragbar. Der Kreuzritter kletterte wieder aufs Schild zurück.
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Sonntag, Mai 04, 2008
Sonntag, April 06, 2008
Parkstadt statt Stadtpark
Berlin - Sie schießen wie Pilze aus dem Boden. Seit 1. April sind in Mitte drei neue Parkzonen in Betrieb. Und schon bald könnte im benachbarten Prenzlauer Berg ein weiterer, riesiger Abzock-Bereich hinzukommen.
Die Choriner Straße teilt beide Bezirke. Die Hausnummern 1 bis 64 gehören zu Mitte, die restlichen zu Prenzlauer Berg. Pech nur für die Autobesitzer in Mitte: Bei ihnen ist das Parken seit diesen Dienstag kostenpflichtig, also suchen sie sich ein paar Meter weiter jetzt einen neuen Stellplatz. Richtige Revierkämpfe sind seitdem ausgebrochen. Jens-Holger Kirchner, Stadtrat für Öffentliche Ordnung in Prenzlauer Berg: "Anwohner der Choriner Straße, Templiner Straße und vom Teutoburger Platz haben mich daher gebeten, in unserem Bezirk auch eine Parkzone einzurichten. Sie erhoffen sich dadurch wieder einen Stellplatz vor der Haustür."
Und der Grünen-Politiker hat auch schon genaue Pläne für die Zone in der Schublade. Sie umfasst den Bereich zwischen Mauerpark bis zur Kniprodestraße in West-Ost-Richtung und vom S-Bahn-Ring bis zur Torstraße in Nord-Süd-Richtung. Rund 100 000 Anwohner wären betroffen. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, eine Zählung der Gewerbetreibenden und Touristen vorgenommen. Auf Kiez-Veranstaltungen werden dann die Pläne offiziell vorgestellt. Stadtrat Kirchner: "Eine Anwohner-Vignette kostet nicht mehr als eine Tankfüllung – nicht dramatisch." Im neuen Jahr könnte das Parken somit auch in Prenzlauer Berg kostenpflichtig sein.
R. Gorny
Die Choriner Straße teilt beide Bezirke. Die Hausnummern 1 bis 64 gehören zu Mitte, die restlichen zu Prenzlauer Berg. Pech nur für die Autobesitzer in Mitte: Bei ihnen ist das Parken seit diesen Dienstag kostenpflichtig, also suchen sie sich ein paar Meter weiter jetzt einen neuen Stellplatz. Richtige Revierkämpfe sind seitdem ausgebrochen. Jens-Holger Kirchner, Stadtrat für Öffentliche Ordnung in Prenzlauer Berg: "Anwohner der Choriner Straße, Templiner Straße und vom Teutoburger Platz haben mich daher gebeten, in unserem Bezirk auch eine Parkzone einzurichten. Sie erhoffen sich dadurch wieder einen Stellplatz vor der Haustür."
Und der Grünen-Politiker hat auch schon genaue Pläne für die Zone in der Schublade. Sie umfasst den Bereich zwischen Mauerpark bis zur Kniprodestraße in West-Ost-Richtung und vom S-Bahn-Ring bis zur Torstraße in Nord-Süd-Richtung. Rund 100 000 Anwohner wären betroffen. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, eine Zählung der Gewerbetreibenden und Touristen vorgenommen. Auf Kiez-Veranstaltungen werden dann die Pläne offiziell vorgestellt. Stadtrat Kirchner: "Eine Anwohner-Vignette kostet nicht mehr als eine Tankfüllung – nicht dramatisch." Im neuen Jahr könnte das Parken somit auch in Prenzlauer Berg kostenpflichtig sein.
R. Gorny
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