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Samstag, Oktober 30, 2010

High Crime Area Kollwitzplatz

"Die haben hier letzte Nacht jemanden erschossen", meinte mein Nachbar gerade zu mir, als ich vom Edeka am Kollwitzplatz kam. "Da, wo der weiße Sand auf dem Boden liegt, da soll es passiert sein, aber ich hab nichts gehört, hab tief und fest geschlafen", sagte er. Den weißen Fleck auf dem Gehweg an der Kollwitzstraße habe ich gesehen. Der sah aber eher nach Feuerlöscher aus. Meine etwas flappsige und kurz angebundene Antwort: "Die werden ihn ja jetzt nicht mit 'nem Feuerlöscher erschossen haben". In den Pressemeldungen der Berliner Polizei steht bislang nichts. Ist ja auch noch früh am Morgen.

Update: Es hat wohl ein Auto gebrannt.

Samstag, Juli 17, 2010

Jammern auf hohem Niveau



Prenzlauer Bergs Trennungsmütter stehen im Mittelpunkt einer Reportage in der Wochenendausgabe der taz. Jede zweite Ehe im Bezirk scheitert, erfährt man aus dem Text von Julia Niemann.
40 Prozent der Prenzlauer Berger sind Alleinerziehende, sagt das Jugendamt.
Man lernt eine frisch getrennte Mutter mit geändertem Namen kennen, die sich darüber beklagt, dass ihr und ihren Kindern im Monat 500 Euro zum Verbraten bleiben: jedoch nach Abzug von Miete, Kindergarten, Strom, Krankenkasse und Musikschule.

Mich würde viel mehr interessieren, wieviele Mütter im Bezirk mit 500 Euro im Monat schon das Leben ihrer Familie bestreiten müssen - inklusive aller anfallenden Kosten. Doch solange ich es nicht selbst herauszufinden versuche, werde ich es wahrscheinlich nie erfahren, denn diese Mütter haben keine Lobby und kennen auch keine Journalistin bei der taz.

Siehe: Julia Niemann, Die verlassenen Macchiato-Mütter, taz, sonntaz, 17./18. Juli 2010, S. 16/17

Montag, November 03, 2008

Café de Paris...

... nennt sich eine beliebte gastronomische Einrichtung direkt am Kollwitzplatz. Wahrscheinlich ist der Name eine Anspielung auf die vielen Reiseführer, die Prenzlauer Berg als Berliner Montmartre anpreisen. Zu Kaffee und Paris fallen mir nur Oldelaf & Monsieur D ein. Viel Spaß und danke an Absolut Friedenau.

Sonntag, Oktober 19, 2008

Sweet Meditation

Wie andere Menschen meinen Bezirk wahrnehmen, finde ich immer wieder interessant. Seit letzter Woche schwirrt der Clip " A day in a life" von Youtube-User Krokymovie im Netz herum. 90 Leute haben ihn bisher gesehen. "Sweet Meditation" singt da jemand über sanftes Klanggeplätscher zu goldgrünen Videoaufnahmen zwischen Kollwitzplatz und Kulturbrauerei.

Donnerstag, August 14, 2008

Mörtel-Crew grüßt mit Plakaten zum Tag des Mauerbaus



NEUE MAUERN BRAUCHT DAS LAND!, stand auf den schwarzen Plakaten, die pünktlich zum 13. August, dem Tag des Mauerbaus überall in Prenzlauer Berg auftauchten. Darauf sieht man neun zugemauerte Läden, die den neuen Prenzlauer Berg repräsentieren. Der Marthashof, der LPG-Biomarkt am Senefelderplatz und der Kauf-Dich-Glücklich-Ramsch-und-Waffelladen in der Oderberger Straße sehen zugemauert besonders gut aus. Die Plakate der Mörtel Crew Berlin tragen dieselbe Handschrift wie die hübschen Weihnachtsplakate, die die Innenstadt in den letzten Jahren zierten. Ich habe mich gestern jedenfalls tierisch gefreut.

Foto: Vati

Mittwoch, Juli 30, 2008

Der Tod lauert in den Filmarchiven

Prenzlauer Bergs Produzent Tillevision hat ihm aufgelauert und aus dem Hinterhalt überwältigt. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man sein neues Mixtape "Tillevisions Movie Loop Skits Part Two" hört. Da geht es doch nicht mit rechten Dingen zu, möchte man denken, doch weit gefehlt. Dieses Tape ist ein bitter ironisches und zugleich trauriges musikalisches Abbild der Realität.



Einfach aufs Cover klicken und kostenlos runterladen!

Freitag, Mai 02, 2008

1. Mai Chronologie

1987

Auslöser der ersten Krawalle zum 1. Mai wird eine Durchsuchung des „Volkszählungs-Boykott-Büros“ im Kreuzberger Mehringhof am frühen Morgen. Beim Straßenfest am Nachmittag auf dem Lausitzer Platz kommt es zu Ausschreitungen. Als die Polizei das Fest auflöst, schlägt ihr eine Welle von Aggression entgegen. Barrikaden werden errichtet, Polizei- und Feuerwehrautos angezündet, auch ein Bolle-Supermarkt geht in Flammen auf. Allerdings ist dies das Werk einen Pyromanen.



1988

Erstmals organisieren die Autonomen eine von den DGB-Feiern unabhängige „Revolutionäre 1.- Mai-Demonstration“. Wieder kommt es nach einem Straßenfest auf dem Lausitzer Platz zu Krawallen, auf die die Polizei mit großer, danach massiv kritisierter Härte reagiert.



1989

Die Krawalle erreichen ein beispielloses Ausmaß. Es kommt erneut zu Plünderungen, 346 der 1600 eingesetzten Polizisten werden verletzt.



1990

Vor dem Hintergrund der Wende ist die von der Linken befürchtete „nationale Stimmung“ das Hauptthema der Demonstration, zu größeren Ausschreitungen kommt es diesmal nicht.



1991 – 1994

Nach der Wiedervereinigung greifen die bislang auf Kreuzberg konzentrierten Ausschreitungen auch auf Prenzlauer Berg über. Insgesamt erreichen sie nicht die Intensität der ersten Jahre.



1995

Der Beginn der Krawalle verlagert sich auf die Walpurgisnacht. Als ein Straßenfest am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg nach Lärmbeschwerden aufgelöst werden soll, kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Krawallsuchenden. Der 1. Mai bleibt vergleichsweise ruhig.


1997 – 2002

Die Ausschreitungen sind ein festes Gewaltritual geworden, mal mehr, mal weniger intensiv, jedoch zunehmend entpolitisiert. Zugleich beginnt die Polizei immer mehr auf deeskalierende Strategien zu setzen.



2003 – 2007

Erstmals findet 2003 das „Myfest“ statt. Trotz erneuter Gewaltausbrüche gelingt es mehr und mehr, die Krawallbereiten zu isolieren und an den Rand der Veranstaltungen zu drängen, die Jahr für Jahr friedlicher werden.

Montag, April 07, 2008

Schüler in den Container

Am liebsten würde die Pankower Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) verbieten, dass im Ortsteil Prenzlauer Berg neue familienfreundliche Wohnanlagen, etwa an der Kollwitzstraße und der Schwedter Straße, gebaut werden. Denn die Neubauten bringen ihr Probleme. "Für große Bauvorhaben braucht man auch eine Infrastruktur, vor allem ausreichende Plätze an Grundschulen", sagt sie. Und deshalb muss sie sich dringend darum kümmern, dass in dem dicht besiedelten Ortsteil neue Grundschulen eröffnet werden. Und weil der mit etwa 30 Millionen Euro verschuldete Bezirk gar kein Geld für neue Schulen hat, wird im Schulamt jetzt darüber nachgedacht, "mobile Unterrichtsräume" für Erstklässler zu errichten. "Container wären eine Alternative zu teuren Neubauten", sagt Zürn-Kasztantowicz.

Schon im nächsten Schuljahr reichen die Plätze in den zehn staatlichen Grundschulen in Prenzlauer Berg nicht mehr aus. Die Zahl der Erstklässler wächst stetig (siehe Grafik). "Künftig brauchen wir jedes Jahr eine neue Grundschule", sagt Zürn-Kasztantowicz. Im Schuljahr 2010/2011 wird es auf Grundlage aktueller Prognosen 367 Schulanfänger mehr geben als derzeit. Vor allem in den beliebten Wohnvierteln Kollwitzplatz, Teutoburger Platz, Helmholtzplatz und Bötzowviertel werden neue Grundschulplätze benötigt.



Im Bezirk gibt es viele Pläne, wie man dem wachsenden Bedarf an Grundschulplätzen gerecht werden könnte. Über ein Papier der SPD "Neue Schulen für den Kiez" wird jetzt in den Ausschüssen diskutiert. So sollen einst geschlossene Schulstandorte wieder zu Grundschulen umgewandelt werden. Etwa fünf Millionen Euro und mehr könnte so ein kind- und schulgerechter Umbau kosten, etwa für landeseigene Gebäude in der Straßburger Straße und der Prenzlauer Allee. Auch ein Oberstufenzentrum an der Pappelallee könnte umgebaut oder durch einen Neubau ergänzt werden. Im Bötzowviertel könnte das frühere Pasteurgymnasium eine Grundschule werden. Auf der Werneuchener Wiese, einer Freifläche zwischen Danziger Straße und Volkspark Friedrichshain, würde der Bezirk gern eine neue Schule mit Turnhalle errichten.

"Aus Bezirksmitteln ist das aber nicht zu finanzieren", sagt Lioba Zürn-Kasztantowicz. Der acht Millionen Euro Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes Danziger Straße 50 zur Grundschule wird zum Beispiel aus dem Programm Stadtumbau Ost finanziert. Weil die Kosten höher sind als geplant, wird die neue Grundschule nicht 2009 eröffnen, sondern erst 2010.

Bis zum Juli sollen alle landeseigenen Gebäude in Prenzlauer Berg untersucht werden, ob sie sich als Grundschulen eignen könnten. Im Schuljahr 2008/2009 gibt es noch genügend Grundschulplätze an staatlichen Schulen. "Es ist eng, doch die Plätze reichen. Die Schulanfänger kommen an ihre Schule im Einzugsgebiet", sagt die Schulstadträtin. Zunehmend mehr Kinder gehen auf Freie und kirchliche Schulen.

Im vergangenen Jahr herrschte ein regelrechtes Anmeldechaos. Für ein Viertel der Erstklässler zwischen Helmholtzplatz und Kollwitzplatz gab es keinen Platz an der nächstgelegenen Grundschule. Per Losverfahren wählte das Schulamt die Schüler aus, nach Klagen von Eltern erklärte das Verwaltungsgericht dies als unrechtmäßig. Der Bezirk musste reagieren und eröffnet im nächsten Schuljahr eine neue Gemeinschaftsschule in der Erich-Weinert-Straße für 75 Schulanfänger.

Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz geht zurzeit auf "Sensibilisierungstour", um beim Senat Geld für neue Grundschulen einzuwerben. Der Bezirk Pankow hat Schulden in Höhe von 30 Millionen Euro.

Die Zahl der Erstklässler im Ortsteil Prenzlauer Berg wächst in den kommenden Jahren weiter. Ein Rückgang der Geburtenzahlen ist im Moment noch nicht erkennbar.


Stefan Strauss

Sonntag, April 06, 2008

Prüfung für P-Bergs Schulen

Ab 2010 reicht der Platz für Erstklässler nicht mehr. Der Bezirk fordert mehr Geld vom Berliner Senat.

Immer mehr Mädchen und Jungen in Prenzlauer Berg entwachsen dem Kindergartenalter und kommen in die Schule. Vor allem in den Sanierungsgebieten werden den Grundschulen dann die Räume fehlen. Deshalb ist Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) derzeit auf „Sensibilisierungstour“, wie sie es nennt: Die Pankower Bildungsstadträtin wirbt bei der Landesschulverwaltung um Geld, um den Mangel beheben zu können.

Immerhin – sie hat Zeit dafür. Im Sommer vergangenen Jahres musste sie sich des Ärgers vieler Eltern erwehren, weil der Bezirk ihren Kindern Schulplätze zugewiesen hatte, die ihnen nicht gefielen. In diesem Jahr sei es noch ruhig, berichtet Zürn-Kasztantowicz. In der Regel hätten die Bürger ihre Kinder an den von ihnen gewünschten Schulen unterbringen können. Das liege zum einen daran, dass sich ab Sommer mit der neuen Gemeinschaftsschule an der Erich-Weinert-Straße das Angebot vergrößere. Zum anderen sei die Verwaltung anders als im Vorjahr gegen Scheinanmeldungen für Kinder, die gar nicht im Einzugsgebiet der betreffenden Schule wohnten, vorgegangen.

Doch in zwei Jahren droht erneut Ungemach. „Im Schuljahr 2010/11 kommt ein gewaltiger Sprung“, prognostiziert Zürn-Kasztantowicz. In Zahlen: 850 Erstklässler zählt der Bezirk für kommendes Schuljahr an den öffentlichen Schulen im Helmholtz-Kiez, im Kollwitzplatz- und Bötzowviertel. Den Anstieg um 130 Schüler im Vergleich zum laufenden Jahr kann der Bezirk noch auffangen. 2010/11 jedoch werden nach Rechnung des Bezirks 1080 Kinder eingeschult. Das Problem endet jedoch nicht an den Grenzen der drei Kieze: Bezirksweit stünden nach jetzigem Stand ganze 14 Klassen ohne Räume da. „Wir brauchen im Durchschnitt jedes Jahr eine neue Schule“, sagt Zürn-Kasztantowicz.

Bis Sommer will das Bezirksamt nun alle landeseigenen Gebäude auf ihre Eignung als Schulstandort prüfen lassen. Das soll auch dazu dienen, die anhaltende Kritik der unzufriedenen Eltern zu dämpfen: Zürn-Kasztantowicz will zeigen, dass sie keine mögliche Lösung außer Acht lässt. Dabei haben einige Eltern schon wieder Anlass zum Unmut: Der Umbau der Schule an der Danziger Straße zieht sich hin. Sie öffnet statt 2009 erst 2010. Es habe länger als erwartet gedauert, die acht Millionen Euro Baukosten aus EU-Töpfen zusammen zu bekommen, sagt die Bezirksstadträtin.

Mittwoch, Februar 27, 2008

Ich bin dann mal schwanger

Der Ort hätte passender nicht sein können. Den Prenzlauer Berg hatte sich Katja Kessler für die Vorstellung ihrer Neuerscheinung "Das Mami Buch" ausgesucht, jenen Stadtteil Berlins mit der höchsten Kinderwagendichte also, dort, wo das Modell des Kinderwagens mehr Statussymbol ist als das Auto. Bussi hier, Bussi da, es wurde am Donnerstag viel geknuddelt auf der Veranstaltung, zu der Kessler auch Familienministerin Ursula von
der Leyen gewinnen konnte.

Coppenrath Verlag, ISBN 978-3-8157-8001-5, 260 Seiten, 26 Euro

Bionade-Biedermeier

Dieser Artikel in der Zeit hat Wellen geschlagen. Immer mehr in wirtschaftlich harten Verhältnissen lebende Migranten aus den Plattenbausiedlungen am Stadtrand gehen in Prenzlauer Berg für gut verdienende Akademiker schuften.

Dienstag, Oktober 30, 2007

Kollwitzplatz wird Fußgängerzone

Bauzäune, Bagger und umherliegende Bordsteine prägen zur Zeit die Wörther Straße vorm Kollwitzplatz. Seit die Baustelle steht, ist der Öko-Markt ausgewichen und gleichzeitig gewachsen.
Die Bauarbeiten sind der erste Schritt der Einrichtung einer Fußgängerzone am Kollwitzplatz bis Ende nächsten Jahres. Es lohnt sich sicher, noch ein Foto mit Straßenverkehr zu machen.

Montag, Oktober 08, 2007

Die Kinderwagen-Mafia vom Kollwitzplatz

Die Wahl des falschen Kinderwagen-Modells ist ein schwerer Fauxpas, der in Berlin-Prenzlauer Berg mit größtmöglicher Missachtung geahndet wird. Da sind die Mütter vom Kollwitz-Platz rigoros. Das weiß die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe zu berichten.

Mittwoch, September 27, 2006

PDSler zwischen Kolle und Thaelmi

Wohnt die Stammklientel der PDS im Prenzlauer Berg? Den Eindruck gewinnt man beim Lesen der aktuellen Ausgabe der Jungle World.

Gerade dort, wo traditionell die Stammklientel der PDS beheimatet war, jene Schicht, die nostalgisch zurückblickt auf die Zeiten der DDR, gesellt sich zur politischen Apathie der Opfer des Sozialabbaus noch ein Aspekt. Durch Umzüge und Neuansiedlungen gleicht sich ein Teil des alten Berliner Ostens den West­milieus an. Der Blick auf zwei Wahllokale im Gebiet Prenzlauer Berg macht dies deutlich. Im Wahllokal 260 etwa, am Senefelder Platz in der Nähe des Kollwitz-Platzes, gewann Rot-Grün wie zu besten Zeiten. Die in sanierten Altbauten beheimateten, meist zugezogenen Beamten, Geschäftsleute, Angestellten und so genannten Freiberufler bringen die Grünen dort auf 35,6?Prozent. Die Linke erhält nur 13?Prozent, die CDU kommt auf 5,1?Prozent. Anders im Wahl­lokal 236 am Ernst-Thälmann-Park, wo die einzigen Plattenbauten im Prenzlauer Berg angesiedelt sind. Hier kommt die Linke noch auf 29,1?Prozent, die Union auf 7,6. Die NPD erreicht vergleichsweise hohe 5,7?Prozent. Die Linke, obwohl sie relativ stark bleibt, verliert nicht nur an die Partei der Nichtwähler.