Samstag, September 29, 2007

Wenn die Stasi Mielke jagt

Eine absurde Diebesgeschichte von Claudia Keikus, die eher von den Nachnamen ihrer Akteure lebt, veröffentlicht heute der Berliner Kurier.


Jonatan Mielke (37) wollte auch Turnschuhe kaufen, als er am Nachmittag den Runner's Shop in der Schönhauser Allee betrat. Die weißen "Nike Airport No.1" für 89,90 Euro sollten es sein. "Ich hatte nur 50 Euro, brauchte aber die Schuhe dringend", sagt Mielke kleinlaut. Denn er hatte sich frisch verliebt, in Jenny vom Strich an der Oranienburger. Mielke: "Meine ausgelatschten Schuhe kann sie nicht leiden."

Also probierte er die Marken-Treter an und bat dann den Verkäufer, ihm doch noch ein größeres Paar zu bringen. Dann rannte er los. Mit dem flotten Azubi Francesco Stasi (21) hatte der dreiste Dieb aber nicht gerechnet. Der setzte sofort hinterher. Ein Sprint bis zum Cantian-Stadion (Eberswalder Straße) begann.


Sein Versteck in einem Busch blieb nicht unentdeckt. Dort gabelten ihn die Jungs und Mädels von der Innenverwaltung auf.

Freitag, September 28, 2007

P-Bergs Schulamt will junge Eltern durchleuchten

"Wir müssen kontrollieren, ob der Lebensmittelpunkt von Familien auch wirklich in der Wohnung liegt, die die Eltern für ihr Kind angeben", sagt Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD).Neben der Meldebescheinigung will das Amt jetzt auch weitere Nachweise sehen: Mietverträge, Gas- und Stromverträge, Telefonrechnungen. Damit soll verhindert werden, dass Eltern aus anderen Wohngebieten, die sich zum Schein im Einzugsgebiet beliebter Grundschulen angemeldet haben, den Ortsansässigen die Plätze wegnehmen.

Samstag, September 22, 2007

Neues Video von Sir Serch online

Hier geht es zum neuen Video von Sir Serch "Noo".

P-Berg gegen Köpenick

Prenzlauer Berg hat natürlich nicht den Hauch einer Chance – falls wir hier nach dem schrulligsten Stadtteil suchen würden oder dem schönsten Ausflugsziel. Denn
natürlich ist an Köpenick wenig schlecht: Es gibt dort die höchste natürliche Erhebung Berlins, den größten See, und 75 Prozent der Fläche sind Wälder, Wiesen und Felder. Der Fischerkietz ist tatsächlich sehr schön und ein Hauptmann hat Köpenick in den bundesdeutschen Schulunterricht gebracht. Aber: In Prenzlauer Berg gibt es keinen Hauptmann, sondern einen King und weil zitty auf der Suche nach dem besten Stadtteil ist – mit Betonung auf Stadt – gibt es in dieser Runde einen klassischen K.O. für Köpenick. Prenzlauer Berg wird seiner Favoritenrolle auf gespenstische Art und Weise gerecht.

meint die zitty

Wie hipp ist mein Bezirk?

Prenzlauer Berg und Mitte gelten als extreme Szenebezirke mit coolen Bars, Clubs und Klamottenläden. Der Anteil an jungen Einwohnern ist hoch, auch Stars und Sternchen geben sich die Klinke in die Hand. Aber ist wirklich alles so hipp, bunt und glitzernd? Nervt der allabendliche Krach auf den Feiermeilen nicht manchmal? Und was hat man eigentlich davon, im gleichen Kiez zu wohnen wie Brangelina, Ben Becker und Uma Thurmann? Nichts als hohe Mieten?

meinberlin.de befragt jetzt seine User: Was ist besonders gut oder schlecht am Leben in Mitte und Prenzlauer Berg? Wer ist der prominente Nachbar, denn Ihr gerne grüßt oder beschimpft?

Freitag, September 21, 2007

Popkomm-Chefin wollte auch nach P-Berg

Für Popkomm-Chefin Katja Bittner war Prenzlauer Berg ein einziger Spielplatz. Grund genug für sie, sich hier niederzulassen. Ein Portrait der Messearbeiterin gibt es heute im Tagesspiegel,

Grünen ist die Oderberger zu grün

Die Oderberger Straße soll 2009 totalsaniert werden. Den Bewohnern schmecken die Umgestaltungspläne gar nicht. Der Grünen-Bezirksstadtrat für öffentliche Ordnung Jens-Holger Kirchner (ehemals Netzwerk Spielkultur) hingegen beklagt die krummen Bürgersteige und die schlecht asphaltierte Straße.
Die unzähligen Pflanzen, die nicht nur die Bierbänke auf dem Trottoir umgeben, sind für die eine Seite partizipative Architektur, für die andere Seite jedoch nur Wildwuchs, der zwar seinen Charme haben mag, aber auch seine Grenzen. Diese Position vertritt Kirchner. Er argumentiert in der heutigen Ausgabe der taz mit Barrierefreiheit für das Entfernen wild gewachsene Bäume und "illegale" Hochbeete.

Mittwoch, September 19, 2007

Flusssäure auf Storkower Brücke

Mit Flussäure gemachte Tags wurden gestern auf einer Scheibe der Storkower Brücke gefunden. Die Acid-Tagger scheinen sich jetzt nach Friedrichshain abgesetzt zu haben. Dort wurden heute in der Simplonstr. Säuretags gesichtet.

Freitag, September 14, 2007

P-Berg leidet unter Grundschulchaos

Die Einzugsgebiete der Grundschulen sollen nach Vorstellungen der Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) neu gegliedert werden. Einige Schulen sind beliebter als andere. Für viele Eltern ist das Grund genug, sich Scheinwohnsitze zuzulegen. Schließlich sollen die Sprösslinge optimale Bildungschancen haben. Diese Anmeldungen sollen nun, so berichtet heute der Berliner Kurier, fallabhängig überprüft werden.

Donnerstag, September 13, 2007

Juggern statt Joggen

Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark wird nicht mehr nur gejoggt, sondern auch gejuggert. Der Tagesspiegel beschreibt den nicht ganz neuen Alternativtrendsport als wildes Umsichschlagen mit Gummikeulen.

Mittwoch, September 12, 2007

Zitat des Tages

Als ehemaliger Bewohner der Bonni zitiere ich heute Dietrich Bonhoeffer:
"Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen."

Humanistische Privatschule will in die Gürtelstraße

Das Schulgebäude in der Gürtelstraße wird nicht weiter vom Land genutzt. Jetzt interessiert sich der Humanistische Verband Deutschland für das Objekt und will dort die erste humanistische Privatschule Deutschlands seit 1933 gründen.
Mehr dazu im Tagesspiegel.

Gleimtunnel mit Gleimsteg

Der Berliner Architekt Mathias Stelz hat eine Idee. Er hat sich eine Stegkonstruktion einfallen lassen, die einerseits die Brücke nicht belastet, und anderseits eine volle Nutzung des Mauerparks zulassen würde.
Mehr dazu bei Readers Edition

Mediamarkt statt Weihnachtsmarkt: Konsumenten en rage


Eine putzige Meldung in der Welt von heute:
Bei der Neueröffnung einer Filiale einer Elektromarkt-Kette sind am frühen Mittwochmorgen in Berlin-Mitte mehrere Personen leicht verletzt worden. Nach Polizeiangaben hatten rund 100 Beamte eingreifen müssen, als das Geschäft kurz nach Eröffnung um Mitternacht wegen zu hohen Besucherandrangs wieder geschlossen werden musste. Allein vor dem Gebäude hatten sich rund 5000 Menschen versammelt. In dem Markt ging eine Glastür zu Bruch, wobei sich einige Personen leicht verletzten. Daraufhin wurde das Geschäft für zunächst wieder geschlossen.


Anbei ein Bericht auf indy.de

Der Elektronikmarkt hatte seine Pforten schon vor der offiziellen Eröffnung des riesigen und hässlichen Shoppingcenters "Alexa" am 11. September um 24 Uhr geöffnet. Dies war in großflächigen Werbeanzeigen als die "größte Öffnung seit dem Mauerfall" angekündigt worden. Etwa 2000 Kaufwillige wollten sich die angeblichen Schnäppchenpreise dieses Pseudoevents nicht entgehen lassen. Als dann der tanzende Mob auftauchte und zum Teil auch in den Mediamarkt hineingelangte, wurde das Einkaufcenter geschlossen.

Dabei sorgten die gerufenen Parolen wie "Wir wollen alles - kaputtkaufen!", "1,2,3 - lasst die iPods frei!", "Wir wollen nur - friedlich investieren" oder auch "Leute lasst das kaufen sein, wir laden euch zum Plündern ein!" und die laute Technomusik aus zwei Soundsystemen für eine solche Unruhe, dass der geregelte Ablauf des Shopping-Events nicht mehr gewährleistet werden konnte. Auf den Kassen postierten sich Polizisten, die Rolläden des Marktes wurden heruntergelassen, die Eingangstüren des gesamten Centers verschlossen. Schließlich sagte die Polizei dann durch: "Wir fordern alle vor dem Einkaufscenter befindlichen Personen auf nach Hause zu gehen. Der Mediamarkt macht bis morgen früh nicht mehr auf." Die Soundsysteme und alle beteiligten Personen des Happenings konnten ohne Festnahmen und Personenfeststellungen abziehen und zerstreuten sich.

Karen Eliot vom Zentralkommitee umherschweifender Hedonistinnen sagte zur Aktion: "Mir ging es hier nicht um Konsumkritik, sondern darum der schön glitzernd-kapitalistischen Warenwelt mit ein bisschen Chaos und Freude den Profit zu vermiesen. Gleic
hzeitig war das ein wunderbar spontaner Protest gegen das Mediaspree-Mammutprojekt, das die Subkultur in Berlin verdrängen will."

Bring back the Weihnachtsmarkt!

Foto: de.indymedia.org

Wertigkeit von West-Nackedeis

"Ein Bielefelder, der seit fünf Jahren an der Kastanienallee lebt, wird als größere Bedrohung empfunden als ein Neuruppiner, der vor ein paar Monaten hergezogen ist." Warum das so ist, steht heute im Tagesspiegel

Montag, September 10, 2007

Marie wird umgebaut

In Kürze beginnen die Umbauarbeiten des Kiezparks "Marie". Nach dem Abriss des Rettungsamtes in der Marienburger Straße entstand in den späten Neunzigern auf dem 5000 qm großen Gelände mit Geldern des Urban-Föderprogramms eine durch Anwohner gepflegte grüne Freifläche mit einem Abenteuerspielplatz, einem Amphietheater und Photovoltaikanlagen nach dem Vorbild von Zwischennutzungsprojekten in Brooklyn New York.

P-Bergs Rotes Kreuz in Not

Laut einer Meldung der ddp soll der Kreisverband des Roten Kreuzes Wedding Prenzlauer Berg jetzt Insolvenz angemeldet haben. Gründe seien drohende Zahlungsunfähigkeit, Geldnot bei der Seniorenpflege und umfangreiche Pensionsverpflichtungen. Die Berliner Morgenpost berichtete jedoch, dass der Kreisverband seine Arbeit trotz der Insolvenz weiterführen würde. Die Kreisverbände Wedding und Prenzlauer Berg wurden in den Neunzigern zu einem Verband zusammengefasst. Der neue Verband war stets finanziell unabhängig.

Samstag, September 01, 2007

Wer kennt Wolfgang Hilbig?

Das Literarische Colloquium am Wannsee erinnerte am Montag mit einer Lesung und einer Diskussion an den am 2. Juni gestorbenen Schriftsteller Wolfgang Hilbig ("Ich"). Hilbigs Ausgangspunkt seines Erzählens waren die proletarischen Verhältnisse im thüringisch-sächsischen Braunkohlerevier. Der spätere Roman "Ich" beschrieb nicht ohne Ironie die von der Stasi unterwanderte Künstlerszene am Prenzlauer Berg.

In der Schule wird gelacht

Die sechsjährige Schulanfängerin Kunika Tappert aus Prenzlauer Berg darf in ihrer neuen Schule machen, was sie will. Glaubt sie. Doch auch an der Freien Schule am Mauerpark gibt es bestimmte Tabus für die Schülerinnen und Schüler, die dort bestimmt nicht als ABC-Schützen bezeichnet werden.