Donnerstag, Dezember 31, 2009

Mein Haus, mein Kiez, mein Mythos

Vor zwanzig Jahren wurde die Besetzung der Schönhauser Allee 20/21 öffentlich gemacht. Ostberlins erste Hausbesetzung war der Beginn einer ganzen Welle.
Artikel von UWE RADA in der taz

Dienstag, Dezember 01, 2009

Montag, November 30, 2009

Aus einer Wurzel zart

So tanzt Prenzlauer Berg ins Weihnachtsfest. Der Dock 11-Tänzer Martin Stiefermann mit seiner Pro-Real-Weihnachten-Performance "Aus einer Wurzel zart" verballhornt in einer choreografischen Performance mit Gilys Komova und Christian Schwaan an seiner Seite alle gängigen Weihnachtsklischees aufs Feinste.


Danke Seb!

Sonntag, November 29, 2009

Papierflugzeuge

Weißensee. Nette Privatpparty. 40 Leute quatschen. In der Küche läuft mein Album, bis eine Frau das einzig Richtige tut und die Mini-Anlage auf Radiobetrieb umschaltet. Im Wohnzimmer stehen zwei DJs hinter den Turntables und spielen Techno und House. Ich sitze daneben. Plötzlich kommt ein Typ zu mir und fragt mich: "Sachma, hast Du Paperplanes dabei?" Wat? Papers? "Na, äh, hier, von MIA Paperplanes." Achso, dit Lied.Seh ick aus wie ein DJ? Egal. Hier. Aber diesmal mit Lil Wayne & 50 Cent.

Freitag, November 27, 2009

Ein Lichtblick in der Dokfilmlandschaft



Das Kino Lichtblick in der Kastanienallee zeigt gerade den Film zur Ausstellung "Poesie des Untergrunds" von Bert Papenfuß. Ich habe ihn mir bereits voe einer Woche angesehen und bin dann innerlich zerrüttet aus dem Film gekommen. Ich war erstaunt über den Raum, den Sascha Anderson im Film eingenommen hat und seine Art der Bewältigung und Betrachtung der Vergangenheit. Besonders haben mich die Originalfilmdokumente aus dem Prenzlauer Berg der Achtziger bewegt. Ich frage mich, warum die Protagonisten von damals mit so extrem wenig Humor auf diese spannende Zeit zurückblicken.
Der Film und die Ausstellung im Sebastian-Haffner-Bildungszentrum in der Prenzlauer Allee sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Dienstag, November 24, 2009

Brunnen 183 geräumt

Die Nachricht ereilte mich erst am Abend per Telefon. Die Brunnen 183 ist geräumt. Der Umsonstladen ist auch dicht. Ich war den halben Tag in unmittelbarer Nähe, habe aber nichts davon mitbekommen.




Ich war gestern gegen 22 Uhr noch in der Brunnenstraße und habe mir die Überreste des Hauses angesehen. Die Berliner Polizei hat ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Fenster waren herausgerissen. Die Inneneinrichtung vollkommen verwüstet. Umgeschmissene Bücherregale. Fenster und Türen im Erdgeschoss waren dann schon mit Metallplatten verschraubt. An einer Wohnungsdecke hing noch eine Diskokugel. Ein Mannschaftswagen blockierte die Einfahrt. Andere Polizeifahrzeuge riegelten das Grundstück komplett ab. Vor den angrenzenden Grundstücken parkten PKW privater Wachschutzunternehmen. An der Veteranenstraße Ecke Brunnenstraße standen rotweiße Absperrgitter wieder zusammen gestapelt. Der Verkehr rollte wieder regulär. Ein beklemmendes Bild. Heute 20 Uhr findet auf dem Kollwitzplatz eine Protestkundgebung statt.
In der vergangenen Nacht gab es am Nordbahnhof noch eine symbolische Protestbesetzung.

Artikel in der taz
Artikel im Neuen Deutschland
Artikel bei indymedia.de
Artikel bei Andrej Holms Gentrification Blog
Artikel in der Bild.de



Montag, November 23, 2009

Sandmann in der Linienstraße

Die Linienstraße ist schön. Man kann auf ihr in aller Ruhe mit dem Rad parallel zur Torstraße fahren und ein Liedchen pfeifen. Ich habe das heute getan und mir kamen spontan die ersten zwölf Töne der Sandmännchen-Melodie über die Lippen. Verwundert war ich darüber, dass plötzlich ein anderer Pfeifer einsetzte und die Melodie ab dieser Stelle weiter pfiff. Wir Menschen sind doch komische Vögel!


Wo wohnt der Sandmann? Extended Sandmännchen!

Künstler haben es schwer, außerhalb Berlins

Wenn sich Künstler aus Berlin Prenzlauer Berg über ihre Lebens- und Arbeitsverhältnisse beklagen, jammern sie oft auf hohem Niveau. Was sollen da etwa ihre Kollegen aus Mecklenburg Vorpommern sagen?

Donnerstag, November 19, 2009



Die Prinzen haben einmal gesungen: "Ich bin der schönste Junge aus der DDR". Der Gegenentwurf kommt von Konrad Endler.

Mittwoch, November 18, 2009

Deattraktivierung statt Gentrifizierung

Heute wird im taz-Cafe heiß diskutiert. Es geht um wirklich heiße Themen.
Warum ist "Gentrification" der linken Szene so wichtig und wie politisch ist es, wenn man Autos anzündet? Auf dem Podium sitzen:

Benedikt Lux (Innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus
Tim Laumeyer (Antifaschistische Linke Berlin)
und Christoph Villinger (taz-Autor, ehemaliger Hausbesetzer
Moderation: Felix Lee, taz-Redakteur


Sonntag, November 15, 2009

Was mit Medien


“Ich wohn im Prenzlberg und mach was mit Fernsehen” - Die Gefundenen Fressen
via helmholtzplatz.de

Mittwoch, November 11, 2009

Portrait per Telefon



In der Sendung "Portrait per Telefon" erzählt der schwarze Kanalarbeiter Karl Eduard von Schnitzler der Sportkommentatoren-Ikone Heinz Florian Oertel, warum es als Kind langweilig war, mit den Dahlemer Reichsbanker-Kindern zu spielen und wie er zum Moderator der BBC wurde.

Porträt per Telefon war eine im November 1969 erstmals ausgestrahlte Fernsehsendung des Deutschen Fernsehfunks beziehungsweise des Fernsehens der DDR. Die monatlich ausgestrahlte Sendung mit einer Dauer von 45 Minuten, von der insgesamt rund 250 Folgen gesendet wurden, zählte zu den populärsten Produktionen des DDR-Fernsehens.

In der Sendung, die als Liveübertragung konzipiert war, führte Oertel Gespräche mit in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bekannten Persönlichkeiten, vorwiegend aus den Bereichen Sport, Kunst und Fernsehen, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie Politik. Namensgebende Besonderheit der Sendung war die Möglichkeit für die Zuschauer, während der laufenden Sendung anzurufen und über in Telefonkabinen im Studio tätige Mitarbeiter Fragen an die Gäste zu stellen.

Montag, November 09, 2009

Fast erwartete Plakataktion zum Mauerfall-Jahrestag

Neue Plakate in Berlin Prenzlauer Berg: "WIR SIND EIN VOLK, IHR SEID EIN ANDERES. Ostberlin, 09. November 2009"

Von Eberswalde nach Bernau ging es bis dahin schneller

Die Eberswalder Straße wurde am 11. November 1989 wieder mit der Bernauer Straße verbunden. Hier ein privater Videomitschnitt von der Westseite, erstellt von videohai.

Sonntag, November 08, 2009

Happy 9. November



Gegen das Vergessen! Ein Stadtplan von Berlin, Hauptstadt der DDR, von vor 1989.
Kreuzberg, Tiergarten und Wedding als unbedeutende Brachen, durch die ein namenloser Feldweg führt.

Samstag, November 07, 2009

Kann Wiki von Indy was lernen?

Die Löschprobleme bei Wikipedia sind gerade in aller Munde. Was die Wikimedia Foundation vom offenen Medienzentrum Indymedia lernen kann, hat Anne Roth in ausführlicher Form auf ihrer Seite erläutert.

Donnerstag, November 05, 2009

Bibliothek am Wasserturm wird Durchgangszimmer

Annett Gröschner hat mir mit ihrem Buch Durchgangszimmer Prenzlauer Berg vor langer Zeit eine Art Paralleluniversum innerhalb meines eigenen Bezirks eröffnet. Sie machte sichtbar, was immer vor meiner Nase lag, mir aber über Jahre hinweg verborgen blieb: die Bewegung der künstlerisch und kulturell Aktiven im Prenzlauer Berg der Achtziger Jahre mit ihren Achsnicks, Baras, Braschs, Erbs, Holtfreters, Kleinerts, Papenfußes, Silbersteins, Struzyks und Wawerzineks. Vor fast drei Jahrzehnten kam sie aus dem Bezirk Magdeburg nach Berlin. Am 19. November, 19.30 Uhr, kommt sie in die Bibliothek am Wasserturm und gibt Einblicke in die Welt, die sie zwischen Schönhauser Allee und Greisfwalder Straße gefesselt und geprägt hat. Es lohnt sich.

PS: In der WAZ erzählt Annett Gröschner heute, wie sie Wende, Mauerfall und die Gentrifizierung in Prenzlauer Berg erlebt hat.

Dienstag, November 03, 2009

Aller Abschied ist schwer


Der Volkstrauertag steht vor der Tür. Traurig, aber wahr. An diesem Tag spiele ich für dieses Jahr zum letzten Mal auf Berliner Bühnen.
Zum Abschluss der "Steiner, wie er singt und lacht"-Tour singe ich am 15. November, 20 Uhr, einige Lieder im Rahmen der Reformbühne Heim und Welt. Mit dabei sind der Liedermacher Roger Trash und Autoren wie Ahne, Jakob Hein, Ulli Hannemann, Jürgen Witte und Falko Hennig. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Konzerten auf der Tour, werde ich diesen Rahmen nutzen, um dem Trauertag angemessene Songs live zu singen, die etwa bei einem Open Air nicht funktionieren würden.

Aktionen zur Fertigstellung des Mauerparks



14. Nov. 2009: Demonstration, 15.00 Uhr, Mauerpark
16. Nov. 2009: Infoveranstaltung, 19.30 Uhr, Cafe Morgenrot, Kastanienallee 85
Anschließend: die Dokumentation „Unter deutschen Dächern“
25. Nov. 2009: Kundgebung, 16.30 Uhr, BVV-Mitte, Parochialstr. 3

Sonntag, November 01, 2009

Aufgetaucht! Steiner - Hart an der Grenze


Unglaublich! Ich habe nach achtjähriger Suche doch noch eine Sicherungskopie meines ersten Albums "Steiner - Hart an der Grenze" gefunden. Dem Namen wird es wirklich gerecht, denn es enthält grenzwertige Werke verschiedener Güte aus den Jahren 1998 bis 2001. Irgendwie bin ich damals noch viel lockerer und unverkrampfter mit der Musik umgegangen. Die war ja eh nur für mich und meine Kumpels bestimmt. Endlich konnte ich mich mal richtig austoben und habe zusammengebracht, was zwar ganz gut zusammenpasst, aber nicht zusammengehört. Endlich fand ich Verwendung für meine über Jahre gewachsene Radio-O-Ton-Sammlung: Cola-Werbung aus den Fünfzigern, Konrad Adenauer, der erzählt, wie er in seinem Garten beinahe von einem Granatwerfer getroffen wird, Reportagen von den Flugzeug-Katastrophen in Rammstein und Remscheid oder sowjetische Pionierlieder aus den längst abgewickelten DT64-Archiven – das hatte was und ich konnte mir sicher sein, dass ich der Einzige bin, der das hat und auch noch in einem Rap/HipHop-Kontext verwendet. Die ersten Tracks sind noch halbwegs erträglich, nach hinten hin wird das Material immer "punkiger". Ich selbst habe beim Durchhören gewisse Schwierigkeiten.

Jetzt staune ich gerade, wer alles an dieser siebzigminütigen Soundcollage beteiligt war. Ein Großteil der Lieder wurde von Lunte produziert. Seine Musik aus dieser Zeit schien mir wie auf den Leib geschneidert. "Minsk 2000" oder "Wir haben die Macht" gefallen mir immer noch. Das Lied "Flugtraining" war mein umstrittener Protestbeitrag für die Freie Heide und gegen die Weiternutzung des Wittstocker Bombodroms. In Anlehnung an "Major Tom" erzählt es die Geschichte eines Bomberpiloten, der beim Luftkampftraining über der Wittstock-Ruppiner Heide die Nerven verliert und plötzlich Berlin bombardiert. Für diesen Song musste ich mir viel Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen.



Jenz Steiner, Rittervideo "Zwei Rüstungen", Regie: Wolfgang Schmidt, Kamera: Daniel Mischke, Schnitt: Gauner, Musik: Marcello, Darsteller: Gauner, V.Raeter, Kor u.v.m.


"Der Traum ist aus" entstand am 12. September 2001 an der Ostsee, einen Tag nach dem Einsturz eines Hochhauskomplexes in den USA.
Das Ritterlied "Zwei Rüstungen", das wohl bekannteste Lied des Albums, habe ich damals bei Marcello aufgenommen. Für das Sebelgerassel haben wir Messer, Löffel und Gabeln in eine Papiertüte gesteckt und vorm Mikro geschüttelt. Auf dem ersten Funkviertel-Tape war es ebenfalls vertreten. Der Videodreh dazu in Altlandsberg ist eine Geschichte für sich. Ein Mammut-Projekt war das „Berlin-Moskwa“, das wir im Februar 2001 tatsächlich mit den fünf russischen Rappern der Gruppe Equipage in einem riesigen Studio im verschneiten Moskau aufgenommen haben. Das Lied findet man auf mindestens sechs verschiedenen russischen Rap-Samplern. Es war schließlich die erste Zusammenarbeit von deutschen und russischen HipHoppern seit der gemeinsamen Show von Westbam (Westphalia Bambaataa) und Eastbam in der Berliner Werner-Seelenbinder-Halle 1988.

Bemerkenswert finde ich das Lied „Ruf doch die Cops“ mit Jörg Rider. Das hatten wir auch in dieser Zeit in seiner Wohnung in der Dunckerstraße aufgenommen. Die Atmosphäre beim Aufnehmen war eine ganz andere als etwa bei „Hinten, Vorne, Oben, Unten“, das im Haus von Bagmans Eltern am Rande der Stadt entstand. Die Freestyle-Parts sind Ausschnitte von Mitschnitten verschiedener Sessions auf Radio Fritz bei Langenfeld und Kuttner. Der Part mit Rebel One und Gauner hat echt Battle-Charakter. Kuttner war voll gemein und hat den Rap der Russen Krypton und Loco immer mit Breschnjew-Reden unterlegt. Sehr zu schätzen weiß ich auch die Features meiner langjährigen Musiker-Freunde von No Kluc aus Strausberg, Prügelkotze, Stute & Pony und DJ Bulet.

Das Artwork stammt von Louweed, Q-Roy und Ronny Schocher.
Da ich damals noch keinen eigenen CD-Brenner hatte, musste ich immer Freunde und Bekannte bitten, mir ein paar Exemplare zu vervielfältigen. Deshalb weiß ich nicht wirklich, wieviele Exemplare von „Hart an der Grenze“ wirklich im Umlauf sind, obwohl ich sie damals offen durchnummeriert hatte, bevor ich sie ausschließlich in meinem engeren Bekanntenkreis verschenkt habe. Nach meinen Schätzungen sind es unter hundert Stück. Die CD-Aufkleber haben alle unterschiedliche Motive. Wer von Euch hat denn eins und mit welche Nummer? Für alle, die das Album erst durch diesen Download-Link kennen lernen, habe ich noch einen bislang unveröffentlichten, rauhen und düsteren Bonus-Track beigefügt. „Wiederauferstehung“, produziert von DJ V.Raeter, aus dem Jahr 2002. Auch wenn viele Lieder des Steiners in Helm und Kettenhemd dreckiger klingen und rauer wirken als bei „Steiner, wie er singt und lacht“ oder „Disko in der U-Bahn“, finde ich, dass man von damals bis heute schon einen gewissen roten Faden erkennen und raushören kann, was mich und uns früher gefallen und bewegt hat. Viel Spaß an der Grenze!

Tracklist:

01 Intro, prod. Lunte, 2001
02 Ritterlied „Zwei Rüstungen“, prod. Marcello, 1998-2000
03 Weeste wer ick bin?, Session bei DJ Q-Roy, 2000
04 Granatenhagel feat. Konrad Adenauer, 1954-2000
05 Flugtraining (Bomberpilot), prod./ feat. Lunte, 2001
06 Der Traum ist aus, prod. Lunte, 12. September 2001
07 Freestyle-Session bei DJ Q-Roy, 2000
08 Fragen, prod. DJ Bulet, rec. Robert Leuchte, 2001
09 Freestyle-Session auf Fritz, Langenfeld, Rebel One und Gauner, 2000
10 Freestyle-Session auf Fritz, Kuttner mit Krypton und Loco aus Moskau, 2001
11 Podnimite Ruki, Kuttner interviewt Steiner, Loco, Krypton auf Fritz, 2001
12 Minsk 2000, prod. Lunte, 12. September 2001
13 Berlin-Moskwa, prod.: Krypton, Lunte, feat. Equipage (Delo, Loco,Kryton, Loco), 2001
14 Woelbung (Fundstück aus den DT64-Archiven)
15 Wir haben die Macht, prod./feat. Lunte, 2000
16 Last Christmas, prod. Lunte, feat. Ultraanconda der Hengst von Prügelkotze, 2000
17 Maerchen, prod./feat. Lunte
18 Hinten, Vorne, Oben, Unten, prod./ feat. Bagman, 1998
19 Ruf doch die Cops, prod. /feat. Jörg Rider 2001
20 Debile Session, feat. DJ Q-Roy, 2001
21 Hier ist Axel, feat. Axel Töpfer, 2001
22 Steiner Freestyle bei DJ Q-Roy, 2001
23 erste Session von Ultraanaconda und Psychorainer, Prügelkotze, 2000
24 No Kluc, Der Tag danach
25 zweite Session von Ultraanaconda und Psychorainer, Prügelkotze, 2000
26 Bonus: Wiederauferstehung (unreleased), prod. DJ V.Raeter, 2002
27 Steiner mit Norman Noise und Meik Schlitz von Stute und Pony, Ritterlied „Zwei Rüstungen“, live bei der feierlichen Wiedereröffnung des Helmholtzplatzes, 2001


>>Download<<

Freitag, Oktober 23, 2009

Gentrification Songs

Drei Lieder zum freien Runterladen, die sich mit dem Thema Gentrifizierung beschäftigen.
Ich mit Stacheldrahtzaun
und Vivian Flügge mit G-Wort und dann nochmal ich mit meinem Mauerpark-Lied.

Dienstag, Oktober 13, 2009

Martin Ziegler über den RUNDEN TISCH



Martin Ziegler, einer der drei kirchlichen Moderatoren des zentralen Runden Tisches der DDR berichtete am 15. Oktober 2005 über die Wendezeit zwischen Dezember 1989 und März 1990.

Nachrichtenschnippsel vom Wende-Oktober 1989

Montag, Oktober 12, 2009

Jürg Acklin ist nicht Pestalozzi

Ein Gastbeitrag von Ronnie Grob: Im Bezirk Zürich Seefeld sind Wohnungsmieten um die 3000 Euro nicht aussergewöhnlich. Folgt nun wie in Berlin Prenzlauer Berg die Vertreibung der Ureinwohner durch hohe Mieten? Sind die renditegeilen Investoren dafür verantwortlich? Oder doch eher die renditegeilen Verkäufer?



Sonnenuntergang am Züricher See, Foto: Magdalar, flickr (cc)

Letzte Woche zeigte die SF-Sendung “Reporter” einen Bericht über das Seefeld in Zürich:

Die Yuppisierung eines Quartiers (sf.tv, Video, 27:07 Minuten)

(Mich stört, dass dem SF-Online-Video ein lästiger Programmhinweis in eigener Sache vorgeschaltet ist. Warum das?)

Denkwürdig am durchaus kurzweiligen Film ist das Statement von Schriftsteller und Psychoanalytiker Jürg Acklin (ab 18:47 Minuten), der erklärt, warum er ein offenbar in seinem Familienbesitz befindliches Gebäude im Seefeld für 3.5 Millionen Franken an einen Investor verkauft hat und nicht für 2.5 Millionen Franken an jemandem aus dem Umfeld eines bisherigen Bewohners:

Es sind zwei Seelen in der Brust, ich bin auch immer noch in der … [... sozialdemokratischen Partei der Schweiz?] Ich wechsle auch nicht die Partei, weil ich jetzt etwas Geld verdient habe. Ich bin immer noch sozial engagiert und ich glaube: Es ist halt eine kognitive Dissonanz, die man hat, dass man intellektuell und auch gewissermassen gesamtgesellschaftlich kritisch und durchaus auch, wie soll ich sagen, linksliberal ist, aber im entscheidenden Moment: Ich glaube, ich bin einfach nicht Pestalozzi. [gemeint ist Johann Heinrich Pestalozzi, ein Pädagoge, der im Schweizer Sprachgebrauch als Synonym für besonders soziales Handeln Einzug gehalten hat.]


Diese Statement ist deshalb denkwürdig, weil es in wenigen Sekunden aufzeigt, wie rasch Ideologien zusammenbrechen, wenn es um konkrete Geldbeträge geht. Das ist jetzt kein Vorwurf an Acklins Geschäftssinn – er hat natürlich die Freiheit, zu verkaufen, an wen er will. Doch es zeigt nur zu schön das Auseinanderdriften von angeblichen Haltungen und der konkreten Wirklichkeit auf. Jeder, der ein sozialdemokratisches Herz sein eigen nennt, sollte diese Sekunden sehr genau studieren. Vielleicht kommt er ja auch irgendwann in eine Situation, wo sich dieses Herz in der Realität bewähren könnte.

Oft schimpfen Sozialdemokraten auf herzlose Investoren, die nur an ihrer Rendite interessiert seien und Schuld seien an der Umwandlung ganzer Bezirke. Eigentlich ist der ganze Beitrag eine sogenannt “kritische” Auseinandersetzung mit dem Investor Urs Ledermann (Bericht von 2006 in der NZZ), der im Bericht Unterstellungen über hohe Renditeerwartungen dementiert – eine Sachlage, die für den Zuseher ohne Kenntnisse der Materie nicht einzuschätzen ist. Auch die “Reporter” gehen nicht genauer auf diese Erwartungen ein. Man mag überrissene Renditeerwartungen anprangern, das Spiel geht auch nur so lange gut, wie Mieter bereit sind, irrsinnige Mieten zu bezahlen.

Das Wohl eines Bezirks in der Hand haben hingegen die einzelnen Besitzer, also die potentiellen Verkäufer. Gegen Verkäufer, die an Investoren verkaufen, kann die Politik nichts ausrichten, wie Bloggerin Jacqueline Badran ab 24:55 Minuten korrekt erkennt – und das ist auch richtig so. Es sind die einzelnen Besitzer, die über die Zukunft von Stadtteilen entscheiden. In dem sie verkaufen oder nicht. An wen sie verkaufen und an wen nicht. Ob sie überhaupt verkaufen. Oder ob sie sich irgendwie neu organisieren. Diese Entscheidungen bestimmen zusammengenommen einen guten Teil des Stadtbilds.

Ich glaube: Wer von Investoren erwartet, dass sie nicht nur an die Rendite denken, sondern auch an gesamtgesellschaftliche Prozesse, der sollte das genauso von den Verkäufern erwarten. Vor allem dann, wenn sie “intellektuell und auch gewissermassen gesamtgesellschaftlich kritisch und durchaus auch, wie soll ich sagen, linksliberal” (Jürg Acklin) sind.

Dienstag, Oktober 06, 2009

Eine kleine Geschichte


The Notwist, Pick up the Phone

Laserpointer für Tegel

Mainstream-Medien wollen mit ihren Online-Angeboten Geld verdienen. Deswegen wird auf den oft gelesenen Nachrichtenseiten automatisiert kontextbezogene Werbung geschaltet. Ein nachvollziehbarer Schritt, der aber ganz schön nach hinten losgehen kann. Etwa in der heutigen Online-Ausgabe des Berliner Tagesspiegels. Im Artikel Berliner Luftverkehr: Piloten durch Laserstrahlen geblendet heißt es "Moderne Lasergeräte können so stark sein, dass sie auf fünf Kilometer Entfernung landende Piloten zumindest stark irritieren können. Entsprechende Geräte seien in Deutschland offiziell aber nicht auf dem Markt, sagte Jaekel. Im Ausland seien sie jedoch zu beschaffen.". Fast scheint es, als hätte der Tagesspiegel ein deutliches Interesse an solchen Vorfällen. Scheinbar um den Tätern und Nachahmern die Arbeit zu erleichtern, findet man direkt unter dem Artikel einen Werbelink zum Profi Laserpointer Shop.

Samstag, Oktober 03, 2009

Statt Deutschlandlied und Auferstanden

Kinderhymne
Bertold Brecht

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das liebste mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

Donnerstag, Oktober 01, 2009

Mieter bedrohen Knaack-Klub

Wer in die Berliner Innenstadt zieht, profitiert von guten Verkehrsanbindungen in alle Richtungen, einer großen gastronomischen Vielfalt und einer einzigartigen kulturellen Landschaft, aber nicht mehr lange. Denn viele der neuen Innenstadtbewohner haben gar kein Interesse an Kultur in jeglicher Form. Ganz im Gegenteil. Sie wollen ihre Ruhe haben, und das auch, wenn sie nur drei Minuten vom pulsierenden Zentrum entfernt wohnen. Das klingt absurd, ist aber harte Realität und für ein ein halbes Jahrhundert alten Knaack Klub in der Greifswalder Straße bereits zur ernsten Bedrohung geworden. Kein Einzelfall. Auch dem SO36 in Kreuzberg geht es an den Kragen. Das Ausland in der Lychner Straße hat auch regelmäßig Probleme mit Anwohnerbescherden über Gespräche von Klubgästen vor der Tür. Einweiteres Beispiel ist der Krach um den "Krach" auf der Admiralsbrücke am Landwehrkanal. Die Mietparteien, die sich von ihrem Wohnumfeld gestört fühlen, sollten endlich erkennen, dass man nicht beides haben kann. Provinzielle Ruhe und großstädtisches Leben lassen sich nun einmal schwer vereinen. Augen auf bei der Wohnortwahl! Doch zentral und ruhig wohnen ist in Berlin durchaus möglich. Schließlich sind es vielleicht gerade 30 Straßen von vielen 1000, die über soetwas wie Straßen, oder Nachtleben verfügen. Mehr hier


Forever The Sickest Kids - Hey Brittney live @Knaack

Mittwoch, September 30, 2009

Rentensicherer verschmutzen Spree mit Kreuzen



Am 26.09.2009 zogen Lebensschützer, Abtreibungsgegner und christliche Fundamentalisten schwarz gekleidet und weiße Kreuze tragend durch Berlin. Sie forderten das komplette Verbot von Abtreibungen. Dagegen hat sich ein Bündnis von antifaschistischen, feministischen und zivilgesellschaftlichen Gruppen gebildet, das eine Gegenkundgebung organisiert. Das Bündnis ruft dazu auf, dem Aufmarsch der Abtreibungsgegner laut und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten.
"Hätte man Euch abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben", war eine der Losungen der Demonstrierenden gegen den Marsch der rechtskonservativen Fundamentalisten.

Dienstag, September 29, 2009

In Prenzlauer Berg kommt Liebich statt Thierse

Die Linke hat in Pankow die SPD bei den Bundestagswahlen überholt. Den Volksvertreterjob, auf den sich Herr Thierse gefreut hat, übernimmt nun Stefan Liebich. Leicht wird er es nicht haben und tauschen möchte ich mit ihm ganz sicher nicht. Dennoch will er im taz-Interview hier ganz zuversichtlich klingen und übt sich schon einmal im Diskreditieren des vermeintlich politischen Gegners.

Mittwoch, September 23, 2009

Wahl-o-mat: Die nominierten Könige der Frauenherzen


Alexander Marcus - Ciao Ciao Bella


Jenz Steiner - In der Schönhauser Allee


Mayer Hawthorne - Just aint gonna work out

Samstag, September 19, 2009

Umnutzung des S-Bahnrings

Aus der S-Bahn-Krise das beste machen, dachte ich mir und habe kurzerhand ein Konzept zur Umnutzung der ehemaligen Ringbahn entwickelt. Das gesamte Areal wird bis 2011 in einen Eisenbahnromantik-Park rund um die Berliner Innenstadt umgewandelt. In den alten Stellwerken können Liebespaare intime Augenblicke in trauter Zweisamkeit genießen. Die ehemaligen S-Bahnhöfe werden im Sommer zur Chill-out-Area mit Strandkörben und Liegestühlen. Die alten Diensthäuschen bieten Platz für Spätverkaufsstellen, Bars, Bibliotheken und Spieleverleihstände. Der Personalabbau bei der S-Bahn GmBH erfolgt sozialverträglich. Ehemalige Angestellte können als Tourguide, Parkpfleger oder Bibliothekar weiter in ihrem alten Arbeitsumfeld tätig bleiben. Die stillgelegten S-Bahn-Waggons können von Wagenplatz- und Wohnprojekten, aber auch Jugendklubs, Seniorentreffs und unabhängigen Kultureinrichtungen genutzt werden. Ein neuer Ringbahnradweg mit Schautafeln zur Geschichte der Berliner S-Bahn ist die ideale Ergänzung zum bereits bestehenden Mauerradweg und ein großer Gewinn für das Stadtmarketing Berlins.

Icke im Mauerpark

Donnerstag, September 17, 2009

U-Bahnhof Bernauer Straße 1989



Vor zwanzig jahren war der U-Bahnhof Bernauer Straße noch ein Geisterbahnhof und hatte auf mich magische Anziehungskraft. Jetzt nicht mehr.

Mittwoch, September 16, 2009

Musik aus Prenzlauer Berg



Das ist Damion Davis, im ersten Teil zusammen mit Morlockk Dilemma aus dem schönen Leipzig.

Dienstag, September 15, 2009

Polizeigewalt in Berlin: Ein Rückblick

1. Mai 2001: Während der Feierlichkeiten zum ersten Mai greifen Berliner und Brandenburger Polizeieinheiten das zuvor völlig gewaltfreie, auch von Familien mit Kindern besuchte, Bühnenspektakel auf dem Mariannenplatz an, reißt Besucher zu Boden und nimmt diese grundlos in Gewahrsam. Später mehrstündige Kesselung von 150-200 beliebigen Personen, die später vollständig in Gewahrsam genommen wurden.

http://www.polizeigewalt.de/docs/protoko1.htm


Mai 2002: Während des Staatsbesuchs des damaligen US-Präsidenten George W.Bush treten und schlagen Berliner Polizeibeamten grunlos auf einen 38-jährigen ein.

http://www.jungewelt.de/2005/09-08/010.php
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0909/none/0150/index.html

30. November 2002: Der Berliner Polizist Dennis W. greift am Rande einer Demonstration zur Erhaltung des Wohnprojekts 'Bambule' den damals 15-jährigen Moritz S. unprovoziert an, schlägt und tritt ihn. Am 24. Februar 2004 wird der Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

http://www.welt.de/print-welt/article295887/Bewaehrung_fuer_Berliner_Pruegel_Polizisten.html

Während des Großen Zapfenstreichs der Bundeswehr am 26. Oktober 2005 greift ein Zivilbeamter völlig unprovoziert mehrere teils gegen ein Absperrgitter gedrückte Demonstranten mit seinem Schlagstock in martialischer Art an und verletzt sie teilweise schwer.

http://www.schockwellenreiter.de/2005/10/28.html#berlinerPrgelbullenhttp://www.myvideo.de/watch/735212/Demo_gegen_den_Zapfenstreich_in_Berlin

Interview des Anti-Diskriminierungsbüros (ADB) Berlin mit Sven Richwin vom Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) Berlin, der zwei Betroffene des massiven Schlagstockeinsatzes während des Großen Zapfenstreichs der Bundeswehr am 26. Oktober 2005 vertrat:
http://www.polizeigriff.org/broschuere/11interview_zapfnix.html

19. August 2006: Bei der Demonstration gegen einen NPD-Aufmarsch erleidet ein Demonstrant während einer Festnahme aufgrund von Schlägen dreier namentlich bekannten Polizeibeamten eine Schädelfraktur. Nach minimalistischen Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft Berlin wurde das Verfahren gegen die drei Beamtem im Dezember 2007 eingestellt.

http://www.hintergrund.de/20071217156/politik/inland/au%C3%9Fer-rand-und-band-%E2%80%93-polizeigewalt-in-berlin.html

1. Mai 2007: Am Rande des Myfest führt unprovozierter Schlagstockeinsatz der Polizeieinheit 1121 gegen unbewaffente 30-jährige führt zu Rippenbruch; das Verfahren gegen 14 von Zeugen identifizierte Beteiligte wurde noch 2007 eingestellt.

http://www.hintergrund.de/20071217156/politik/inland/au%C3%9Fer-rand-und-band-%E2%80%93-polizeigewalt-in-berlin.html

Das typische Verhalten der Beliner Polizeieinheiten 21-24 beispielhaft anhand von Zeugenaussagen zum Transgenialen Christopher Street Day (TCSD) vom 23.6.07 belegt:
http://fda-ifa.org/nachrichten/dienstaufsichtbescherde-gegen-23-ehu-in-berlin-ubergriffe-beim-tcsd

2007: Wie die BZ Berlin berichtet, wurden allein im Jahr 2007 155 Ermittlungsverfahren gegen "Prügelpolizisten" angestrengt, jedoch bis Mitte 2008 nur 13 von ihnen rechtskräftig verurteilt. Auf Basis dieser Statistik lässt sich konstatieren dass es in über 90% der Fälle in denen sich Bürger tatsächlich trauen die ihnen übermächtigen Polizeibeamten einer Straftat zu bezichtigen, dies zu gar keinen oder nur sehr geringen Konsequenzen für die Beschuldigten führt. Eine derart schlechte Quote ist wohl in keinem anderen Ermittlungsbereich nachzuweisen.

http://www.bz-berlin.de/archiv/155-verfahren-gegen-pruegel-polizisten-article124271.html

1. Mai 2008: Im Rahmen der Demonstrationen zum 1. Mai schlägt ein Polizist einen taz-Reporter grundlos ins Gesicht. Gegen den Angreifer ergeht später ohne Wissen des Angegriffenen ein Strafbefehl des geringstmöglichen Ausmaßes. Staatsanwaltschaft und Polizei umgehen so einen öffentlichkeitswirksamen Prozess.

http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/mildes-urteil-kurzer-prozess/

Übersicht über registriertes Fehlverhalten von Polizeibeamten in ganz Deutschland:
http://copcontrol.de/

Dokumentation und Ausstellung "Vom Polizeigriff zum Übergriff":
http://www.polizeigriff.org/

Kampagne für Opfer rassistischer Polizei­gewalt, Berlin:
http://www.kop-berlin.de/

Crossposting von Toni Maroni auf Indy.de

Bald mehr Arbeit fürs Ordnungsamt

Gestern habe ich zwei Ordnungsamt-Menschlein gelangweilt durch die Kollwitzstraße schlendern sehen. Nichts zu tun im ordentlichen Prenzlauer Berg. Das könnte sich bald ändern, wenn man sich hier an dem orientiert, was in Österreich schon längst gang und gäbe ist. Wer pupst, zahlt 50 Euro. So kann man die leeren Bezirkskassen ganz schnell wieder füllen und etwa die bedrohten Jugend- und Kultureinrichtungen langfristig am Leben erhalten.
Ein Mensch pupst durchschnittlich 15 mal am Tag. Bei 136.000 Prenzlauer-Berg-Bewohnern sind das 2.040.000 Pupse am Tag. Wenn jeder Bewohner pro Pups 50 Euro zahlt, sind das 102.000.000 Euro am Tag und in einem Monat mit 30 Tagen 3.060.000.000 Euro. Und zack, schon ist der Bezirkshaushalt saniert.

This is what democracy looks like



Polizeigewalt bei der Demonstration gegen zunehmende Überwachung am 11. September 2009 in Berlin.

Samstag, September 12, 2009

Heute geht es nach Hellersdorf



Nach dem gestrigen gelungenem Abend in der Danziger 50,
steuere ich Station 2 meiner kleinen Berlin-Tour an:
Das La Caza in Berlin Hellersdorf, nähe U-Bahnhof Lois-Lewin-Straße.
Ich bin zwar noch total ko, freue mich aber schon drauf.

Danke


Was für ein Abend! Ich fühle mich wie nach einem gewonnenen Marathon. Die letzten Wochen harter Vorarbeit für mein heutiges Taschenlampenkonzert haben sich wirklich gelohnt.
Ich habe mich über jede(n) Einzelne(n) von Euch gefreut, über jedes einzelne Taschenlampenglühbirnchen, was mir entgegen flackerte. Das war wirklich ergreifend.
Danke an alle, die mitgemacht haben, an alle die da waren oder gerne gekommen wären. Jetzt gehe ich schlafen. Morgen muss ich wieder fit sein für den nächsten Auftritt - diesmal im La Casa, in Berlin Hellersdorf. Wer mich heute verpasst hat und den Weg an den Stadtrand scheut, kann mich am 21. September im Mauerpark, am 10. Oktober in der Maria und am 15. November gern im Kaffee Burger erleben. Schön, dass es Euch gibt. Eine richtig gute Nacht!

Donnerstag, September 10, 2009

Steiner in der Berliner Woche


In der aktuellen Prenzlauer Berg Ausgabe der Berliner Woche findet Ihr auch eine Ankündigung für mein klitzekleines Taschenlampenkonzert.

Sonntag, September 06, 2009

Samstag, September 05, 2009

Ihr seid mein Volk



Ich, Bühnenwunder Jenz Steiner, der King vom Prenzlauer Berg, freue mich, Euch am 11. September 2009, 20.30 Uhr, zu meinem ersten und einzigen Taschenlampenkonzert in der Danziger 50 in P-Berg begrüßen zu dürfen. Euch erwartet ein musikalischer Striefzug durch meinen Heimatbezirk. Am Mikrofon werde ich unterstützt von meinen Kollegen Pilskills und Hiob aka V-Mann. Für das leibliche Wohl sorgen eine Bar und ein Kuchenbasar. Bitte bringt kleine Taschenlampen mit und reserviert Euch Karten unter presse@danziger50.de, da es nur noch wenige Sitzplätze gibt. Natürlich könnt Ihr vor Ort auch mein aktuelles Album Steiner, wie er singt und lacht erwerben. Ich freue mich auf Euch, denn Ihr seid mein Volk.

Freitag, September 04, 2009

Endlich Herbst im Radio


Juchu, heissa, juchee! Herbstradio ist online und on air auf der UKW-Frequenz 99,1 MHz in Prenzlauer Berg. Ich kann mir gerade nichts Schöneres vorstellen.
Fein, dass das Projekt so schön in die Fußstapfen von Radio P (91), Reboot FM (04) und Funkwelle (09) tritt. Das macht micht glücklich. Mehr hier.

Montag, August 31, 2009

Unsere Tatra-Bahnen in Nordkorea



Habe ich da gerade unsere schönen rot-weiße Tatra-Straßenbahn durch dieses beeindruckende Musikvideo aus der KDVR rollen sehen?
Und ist das nicht unsere U-Bahn, die da in die Puhing Station in Pyongyang einfährt?



Hier ein Blick ins Innere!

Komm' wir malen eine Sonne!

Eine junge Dame sprach mich letzte Nacht an, ob ich nicht noch ein Video zu meinem von Loco aus Moskau und Cutterlysator produziertem Liedchen "Komm' wir malen eine Sonne" drehen würde. Ich fühlte mich nicht verantwortlich und sagte: "Nö!". Soll sie doch eins drehen, oder Du und Deine Kumpies! Wer Lust hat, kann sich den Song hier frei runterladen, sich eine Videokamera und einen Computer mit einem simplen Open Source Schnittprogramm schnappen, einfach loslegen und die Ergebnisse online stellen. Das könnte dann etwa so aussehen, muss aber nicht. Ich bin für fast alles offen.



>>Download Komm' wir malen eine Sonne<< (4,1 MB, mp3)

Der Text zum Lied
Ey, weeste wat?
Ick hab voll die bunte Kreide bei.
Cool, wa?
Komm wir malen eine Sonne und die wird auch richtig bunt.
Wenn wir hier uffm Helmi tanzen, jeht det richtig rund.
Nimm einne Eimer voller Kreide und mal einen großen Kreis
und sei bloß nicht zu bescheiden, Du bist doch kein Tattergreis.
Komm, fletz Dich uffn Boden und mal in großen Schwüngen
lila Sterne, grüne Wolken, da kann ich Dir n Lied von singen.
Kieka wie die Muttis gaffen, Bio-Kinder machen n Affen,
Ökoväter können’s nicht raffen.
Langsam fang ich an zu lachen.
Wat machtn da dit Ordnungsamt?
Buddeln mit de Schippe Sand.
Sühlen sich im Dreck und kiekn entspannt,
fühlen sich plötzlich anerkannt.
Alle schlürfen Limonade,
schlecken Eis mit Schokolade.
Der Sommer ist heiß.
Ick sitz uffm Radl.
Ick hüpp noch in See und jeh mit Dir baden.
Musste noch warten bis heute abend.
Wurst will ick braten mit Senf und Tomaten.
Ketschup pletschert uff meen Nicki.
Pass nicht zu dit Schickimicki.
Ick höre nur Lieder von V-Mann und Biggie.
Helmhotzplatz ist jiggie jiggie!
Ja, jiggie jiggie ist Helmholtzplatz,
Komm wir malen eine Sonne und die wird auch richtig bunt.
Wenn wir hier uffm Helmi tanzen, jeht det richtig rund.
(5x)
lalalala lalalala
lalalalala lalalala

Samstag, August 29, 2009

Kleine Taschenlampe brenn!



Keine zwei Wochen mehr, dann ist es soweit. Mein kleines Taschenlampenkonzert in der Danziger 50 kann beginnen. Ich bin jetzt schon ziemlich aufgeregt und freue mich, wenn Du kommst. Karten solltest Du aufgrund der wenigen Sitzplätze besser vorher reservieren und am 11. September bis 19.45 Uhr abholen. Was da konkret passieren wird, schreibe ich später. Einen klitzekleinen Vorgeschmack gibt es heuteabend bereits auf der SpokenView Bühne beim 030-Festival im Maschinenhaus der Kulturbrauerei.

Freitag, August 28, 2009

Funkhaus Nalepastraße

Hier laufen der inzwischen verstorbene Gerhard Gundermann und Barbara Thalheim 1996 durch die alten Studios von DT64 im Funkhaus Nalepastraße und werden ganz sentimental.
Vier Jahre vorher war ich auch voll oft dort und habe voller Enthusiasmus für den Erhalt des Jugendsenders gekämpft, Bänder geschleppt und mir erste journalistische Grundkenntnisse angeeignet.

Unter Prenzlauer Bergs Dächern

Ein wohlwollender Artikel über Prenzlauer Berg in der Jungen Welt.

Donnerstag, August 27, 2009

Vermeintlicher Schwabenhass nur ein Missverständnis

Niemand hier hat ein Problem mit Schwaben, wohl aber gelegentlich mit Schaben. Die vom Bezirksamt Pankow an den Pranger gestellten Gastronomen werden mir ganz sicher beipflichten.
Nun ist die Bezeichnung Schwabe, wenn man es sprachwissenschaftlich betrachtet, auch ein Historismus, eine ausgestorbene Bezeichnung für das Ungeziefer, die sich nur in Schrift- und Klangbild nicht von der Bevölkerungsgruppe im Südwesten Deutschlands unterscheidet.
Als Beleg dient das Etikett dieses Schädlingsbekämpfungsmittels aus dem vergangenen Jahrhundert. Ich hoffe, dies ist ein Beitrag zur gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz in meinem Heimatbezirk.


Dank an Tillevision

Mittwoch, August 26, 2009

Parkplatz Marktplatz



Prenzlauer Berg durch andere Augen sehen: heute - der Markt am Kollwitzplatz.

Freitag, August 21, 2009

Heute, 23.30 Uhr Prenzlauer Berg Doku

"Berlin - Prenzlauer Berg: Die Schickeria im ehemaligen Arbeiterviertel", so der Titel einer Dokumentation von Kristian Kähler, die Radio Bremen TV heute um 23.30 Uhr ausstrahlt.
Mehr hier!

Ein neues Liedchen von mir: Stacheldrahtzaun

Download hier

Neulich spazierte ich mit meiner Freundin durch die Stadt. Plötzlich standen wir vor einer großen Baustelle. Reihenhaus-Rohbauten so weit das Auge reicht. Ein großes Schild warb für paradiesisches Wohnen mitten in der Stadt.
Ich sagte zur ihr:

Komm wir klettern übern Stacheldrahtzaun, nicht um was zu klauen, nur um die Gegend anzuschauen!
Ich will nur wissen, was sie hier hinbauen?
Raum für Raum in beige und braun.
Ich hoffe, die haben hier kein Hund, denn ich hab keinen Bock zu botten über matschigen Grund.
Die haben hier nicht mal einen Wachschutz, doch jemanden, der ihnen das Dach putzt.

Refrain:
Kannst Du Dir denn vorstellen, in so einem Teil zu wohnen. Das Minimum Wohneigentum kostet zwei Millionen. Das Leben ist edel, doch trist und grau, hinter so 'nem Stacheldrahtzaun.

Ich sag: Hey weeste, denk doch mal an die Kleensten! Die Alten sind beschrubbt, doch all die Kinder tun mir Leid. Wie will man hier denn spielen, ohne sich begafft zu fühlen. Der Spielplatz ist so glatt und kühl, steril wie in der Klinik.
Ich wäre hier längst schon durchgedreht.
Guck wie klein die Fenster sind! Was willst Du da groß sehen?
Carports, Gartenteiche für lebendige Leichen hinter diesem Stacheldrahtzaun.

Kannst Du Dir denn vorstellen, in so einem Teil zu wohnen. Das Minimum Wohneigentum kostet zwei Millionen. Das Leben ist edel, doch trist und grau, hinter so 'nem Stacheldrahtzaun.

Kannst Du Dir vorstellen hier zu wohnen? Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nicht hinter so einem Stacheldrahtzaun.

Auf Granit- und Mamorböden gedeiht noch längst kein Glück. Ein Autolift bringt Dich nicht höher, nicht mal ein kleines Stück. Das Glück liegt in uns selber, nicht in irgendwelchen Dingen. Die Leute, die da einziehen, können das leider nicht verstehen. Im Studium wird das nicht gelehrt. Die Elite macht Rendite. Alles Andere ist nichts wert. Man hat Kontakte, doch keine Freunde - hinter so einem Stacheldrahtzaun.

Kannst Du Dir denn vorstellen, in so einem Teil zu wohnen. Das Minimum Wohneigentum kostet zwei Millionen. Das Leben ist edel, doch trist und grau, hinter so 'nem Stacheldrahtzaun.
Wer bitte braucht denn ein Townhaus? Gebt das Geld lieber einem Frauenhaus, denn irgendwie müssen die das Ding ja finanzieren.
Womit die die Stadt jetzt zubauen bauen, ist der reinste Albtraum Traum,
das tut ja schon weh, au, au. Nobelhundehütten, wau, wau.
Zementmischer, Baugruben und Kräne realisieren Bauherrenpläne.
Kleingeister, Baumeister, Verandablick aufs Meer, vor der Türe gleich den Reichstag. Die Investoren haben das hier auserkoren als ihren eigenen Boden, Stadtplaner haben verloren.
Ah, für einen Arzt oder Anwalt lohnt sich dieses teure Angebot.
Doch die haben Angst vor Feuerlegern, Mucke, Lärm, Gestank und Punks und Schlägern.
Ruhig wohnen im Zentrum der Stadt, die vor lauter solcher Bauten kein Zentrum mehr hat.
Alles dreht sich nur ums Ge-e-eld.
Hauptsache verbeamtet oder angestellt.
Was ist an einer Stadt noch interessant, wenn man hier lebt wie auf dem Land? Piefig, miefig, langweilig und trist: meine Ästhetik trifft das nicht. Ich wünsche mir eine lustige Stadt, die Platz für bunte Hunde hat
und nicht ganz so viel Stacheldraht, ich kann mich noch entsinnen.
Das hatten wir grad.

Ich kann mir nicht vorstellen, in so einem Teil zu wohnen.
Ich brauche nur ein paar Kröten, keine zwei Millionen.
Mein Leben ist dufte und richtig schau, ohne so einen Stacheldrahtzaun.

Text: Jenz Steiner
Aufnahme: DJ V.Raeter

Dienstag, August 18, 2009

Ernst Thälmanns 65. Todestag

Anlässlich des 65. Todestages des Hamburger Arbeiterführers Ernst Thälmann, nach dem ein ganzer Park in Prenzlauer Berg benannt ist, hier eine imposante Straßenkampfszene aus dem DEFA-Film "Ernst Thälmann - Sohn seiner Klasse".

Samstag, August 15, 2009

Die Immobilienhypes in Prenzlauer Berg

Guckt man sich eine Berlin-Karte aus dem Jahr 1860 an, findet man da wo heute Prenzlauer Berg nicht mehr steht (sondern Pankow), nur drei oder vier Wege, zwei, drei Friedhöfe, ein paar Felder und das war es schon. Zur Jahrhundertwende explodierte die Gegend dann. Entlang der neuen Alleen entstanden neue Protzbauten, in den Verbindungsstraßen Mietskasernen. Die Gründerzeit machte in erster Linie gestandene Handwerker aus dem Mittelstand zu Grundbesitzern. Wie flexibel die Bauweise dieser Häuser ist, merkt man bis zum heutigen Tage. Neue Wohnungs- und Raumaufteilung und Anpassung an neue soziale Begebenheiten sind relativ leicht und kostenarm umsetzbar.

Die Architekten Bruno Taut und Franz Hillinger waren zu Weimarer Zeiten Vordenker des modernen Wohnungsbaus. In ihrer Wohnstadt Carl Legien waren die Wohnungen klein und die Decken niedrig, die Höfe dafür hell und geräumig. Das Arbeiterelend der Hinterhöfe konnten sie damit jedoch nicht verbannen. In die Taut-Bauten zogen in erster Linie Angestellte und Beamte. Die Nazis stempelten Bruno Taut als Kulturbolschewisten ab und trieben ihn in die Flucht ins Ausland, imitierten aber für ihre ind den Dreißigern "KdF-Wohnhäuser" zwischen Ringbahn, Greifswalder Straße, Kniprodestr. und Elbinger (Danziger Straße) Grundzüge seines Stils und verliehen ihnen noch einen kasernenmäßigen Touch.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Prenzlauer Berg bei weitem nicht so stark zerstört wie andere Stadtbezirke. Nachdem die gröbsten Instandsezungsarbeiten durchgeführt, Dächer wieder gedeckt und Fenster eingesetzt waren, wurden in den Fünfzigern und Sechzigern die ersten schlichten Lückenfüllerbauten hochgezogen, um die massive Wohnungsnot einzudämmen. Beispiele hierfür findet man in der Hanns-Otto-Straße, in der Topsstraße und Gaudystraße, aber auch in der Bötzow- und Greifswalder Straße. Die Bauweise dieser fünfetagigen Mietshäuser unterscheidet sich kaum von den Marshall-Plan-Bauten, die zeitgleich in Westberlin entstanden.

In den Siebzigern entstanden hinterm S-Bahnhof Greifswalder Straße und an der Mollstraße riesige Plattenbausiedlungen. Gleichzeitig wurde die Gegend um den Arnimpaltz zum großen Sanierungsgebiet. Wenn sozialisch wohnen im Altbau, dann so. Viele Details, die den Charme der Gründerzeitbauten dort ausmachten, gingen jedoch bei dieser sehr pragmatischen Umgestaltung verloren.
In den frühen Achtzigern lagen die Abrisspläne für den alten Prenzlauer Berg zwischen Schönhauser Allee und Greifswalder Straße schon in den Schubladen und blieben dort zum Glück auch liegen. Die Erbauung des Ernst-Thälmann-Parks auf dem alten Gaswerkgelände und die Rekonstruktion eines Teilabschnitts der Husemannstraße waren schon viel zu finanzschwere Kraftakte für die DDR, die sich anscheinend nur noch durch Joint Ventures und Westkredite finanzierte.

Im Thälmannpark wollte man Wohnen im Plattenbau mit Wohnen im Grünen verbinden. Mit diesem Konzept wird heute auch wieder geworben. Die gemauerten Eingangsportale der Wohnblöcke sollten an die gelben Klinkerbauten des alten Gaswerks erinnern. Einige Betriebsgebäude wurden als antifaschistisches Traditionskabinett, Künstlerwerkstätten, Kulturhaus und Schulhort umgewidmet.

Die Fassaden der Husemannstraße wurden künstlich auf Alt-Berlin-Ästhetik getrimmt, die Höfe entkernt und begrünt, die Außentoiletten entfernt und die Küchen der Hinterhäuser und Seitenflügel verkleinert. Holzschnitzarbeiten, Stuck, und Wandbemalungen verschwanden aus Wohnräumen und Treppenhäusern.

Nach der Wende verscherbelte die KWV viele ihrer Immobilien für "einen Appel und ein Ei". Luxussanierung und behutsame Stadterneuerung hatte nicht immer viel miteinander zu tun. Der neue Hype der frühen Neunziger: ausgebaute Fabriketagen, Bürobauten in Bombenlücken - in der Hoffnung darauf, dass die neue Olympiastadt und Hauptstadt Berlin ganz viele Unternehmen nach Berlin locken würde.
Das Konzept ging nur für wenige Investoren auf. Noch immer hängen die "Büroräume provisionsfrei zu vermieten" in den Fenstern.
Der nächste Hype, Mitte der Neunziger: Einkaufszentren nach Vorbild der amerikanischen Malls. Ein Blick ins Mühlenbergcenter und die Schönhauser Allee Acarden verrät viel über den wirtschaftlichen Erfolg dieser Immobilien.

Ende der Neunziger - die nächste Welle: Multiplex-Kinos. Kein bahnbrechender Erfolg.
Seit 2000 setzen die Invenstoren auf das Townhaus. Kleinstädtisches Luxusleben mitten in der Metropole und trotzdem im Grünen. Zuerst stellt man einen schicken Zaun mit Werbeschild und einen Info-Container auf. Der steht solange, bis sich genügend Käufer für Eigentumswohnungen gefunden haben. Dann wird gebaut.

Freitag, August 14, 2009

Kein Bla Bla mehr

Viel passiert zu allen Zeiten - in der Welt der Kleinigkeiten. So wird etwa das Glasbiergeschäft St. Bla in der Sredzkistraße in Kürze geschlossen, habe ich gestern von einem der Stammkunden der Kneipe erfahren. Demnach soll der Vermieter aufgrund von Anwohnerbeschwerden dem Betreiber den Vertrag gekündigt haben. Nun sei geplant, eine ähnliche Absteige für Nachtschwärmer in der Kopenhagener Straße zu eröffnen. In den frühen Neunzigern war das St. Bla Anlaufpunkt und Tarnadresse für den Prenzlauer Berger Piratensender Radio P.

Mittwoch, August 05, 2009

Ein Tarzan weniger

Adolf Endlers Werke habe ich in den vergangenen zwei Jahren ausführlich studiert. Zuletzt ein kleines Heftchen mit Dankesreden, Festschriften und Nachrufen. Jetzt erscheinen die ersten Nachrufe auf den wahrscheinlich bekanntesten Prenzlauer-Berg-Schriftsteller, der am Sonntag verstorben ist.
Leider habe ich ihn nie persönlich getroffen. Beim nächsten Besuch im Bezirksamt lohnt sich vielleicht ein Blick auf eine Erinnerungstafel am Ausgang Prenzlauer Allee, die mit Texten von Endler zum Thema "Stasi-Bäcker" bestückt ist. Seine Werke sind fast vollständig in der Bibliothek am Wasserturm erhältlich.

Mittwoch, Juli 29, 2009

ausgemauerparkt

Liebe Mauerpark-Freunde,
freut Euch auf einen 30 Meter breiten Riegel 6- bis 7-geschossiger Gebäude, der sich von der Bernauer Straße über die Gleimstraße hinweg bis zu den S-Bahn-Gleisen zieht.
Mehr hier in einem taz-Artikel von Uwe Rada.


Bald eine historische Aufnahme: Townhausfreier Blick gen West mit musizierenden Stadtbewohnern.

Montag, Juli 27, 2009

Requiem aus Sand

Für die slawischen und slawophilen User dieses Blogs nun etwas ganz Besonderes aus dem ukrainischen Fernsehen - ohne jeglichen Bezug zu Prenzlauer Berg: Ksenia Simonowa malt mit einem Requiem aus Sand in einer ukrainischen Talentwettbewerbssendung.


Ксения Симонова - Реквием из песка

Donnerstag, Juli 23, 2009

So sieht die Backfabrik von innen aus

Kaum zu glauben, dass hier mal Brote für die Haupstadt gebacken und später Asylbewerber untergebracht wurden. Bako, Cityback, Durchgangsheim, Maay-Club (als Yaam-Ersatz) und jetze das zweite Zuhause für Berlins "Was-mit-Medien"-Arbeiter und Pumper Kalle.

Mittwoch, Juli 22, 2009

Google wirbt mit Steiner



Ich wünsche mir Google Streetview Prenzlauer Berg von 1900, 1920, 1945, 1960, 1989, 2000 und jetze!

Sonntag, Juli 19, 2009

Zeitreisen sind toll

Da neulich jemand zumir meinte, Dortmund sei wie Prenzlauer Berg, übernehme ich heute mal diese interessante Pressemeldung der Polizei Dortmund.

Schwer verdaulich fanden Polizeibeamte die Visionen, die ihnen ein Dortmunder am 02.06.2005, zur Nachtzeit, am Westfalendamm in Dortmund eröffnete.

Unvoreingenommen nahm eine Streifenwagenbesatzung gegen 23.50 Uhr einen Einsatz an einer Tankstelle am Westfalendamm an. Dort hatte sich eine Angestellte gemeldet, ihr war ein Mann aufgefallen, der nur ein Kennzeichen an seinem PKW Daimler montiert hatte und den Wagen gerade mit Wasser auftanken wollte. Dass dieser gerade auf seiner Zeitreise kurz am Westfalendamm vorbeigekommen war und seinem Hobby, dem sog. "Image pressing" nachging, konnte die Frau ja nicht ahnen.

Die Beamten trafen also auf einen 36-jährigen Dortmunder, der seinen PKW eigentlich mit "Red Bull" betanken, aufgrund des Preises aber auf Wasser umsteigen wollte. Ohne Umschweife erklärte er, er besäße drei Autos, aber nur ein Kennzeichen. "Weil er so clever sei", würde er dieses Kennzeichen wahlweise von Wagen zu Wagen wechseln, alles andere wäre zu teuer und zu umständlich.

Die leicht erstaunten Beamten boten dem Dortmunder an dieser Stelle einen Alkoholtest an, der allerdings negativ verlief.

Dann wusste der 36-Jährige zu berichten, er wäre in einer Zeitblase unterwegs, es wäre überaus erstaunlich, dass ihn die Beamten überhaupt sehen könnten.

Da im Fahrzeug jedoch kein Flux-Kompensator verbaut war, entschlossen sich die Beamten spontan für einen Drogentest. Auch dieser verlief negativ.

Dann kam die interessanteste These: Der Dortmunder würde gerne bei der Polizei anfangen. Da er aufgrund seines Alters (!!) jedoch keine Chance sähe, praktiziere er das sogenannte "Image Pressing". Bedeutet für ihn: Er provoziert Polizeieinsätze und lernt den Beruf durch die Beamten vor Ort. (Learning by Doing!)

Da ließen sich die Polizeibeamten doch nicht lumpen und zeigten dem Dortmunder zusätzlich noch eine Polizeiwache von innen. Nach einer "intensiven Führung" und nach Kontaktaufnahme mit einem Arzt wurde er in den Morgenstunden in ärztliche Behandlung überstellt.

Die Ermittlungen bezüglich der versicherungsrechtlichen Verstöße, Kennzeichenmissbrauchs, etc. dauern an. Birgit wurde sichergestellt. - Wer Birgit ist ? Der Daimler, mit dem sich der Dortmunder dann und wann unterhält und der nach seinen Aussagen ohne Benzin fährt. Na ja, mancher Kraftstoff verleiht halt Flügel.

Auf jeden Fall wurde erneut ein alter Werbeslogan des Polizeiberufes eindrucksvoll bewiesen: "Kein Tag ist wie der Andere!"

Freitag, Juli 17, 2009

Garagenhofvideokulissen



Die Dame hier war für ihr Video nicht nur am Alexanderplatz und Görlitzer Bahnhof, sondern auch in der Bernhard-Lichtenberg-Straße unterwegs. Musikalisch nicht so mein Geschmack, aber Prenzlauer Berg.

Castingkaiserkastanienallee

Gerade fragte mich Duncker Ecke Danziger Straße ein asiatischer Gast der Stadt, ob ich ihm sagen könnte, wo die Kaiserallee ist. Er war sich sicher, dass er nicht den Kaiserdamm meint. Mit Schönhauser, Prenzlauer und Pappelallee konnte er auch nichts anfangen. Ein Blick auf seinen Stadtplan schaffte schnell Abhilfe. Er meinte die Kastanienallee, die inzwischen wieder so trist und langweilig ist wie 1988.

Donnerstag, Juli 16, 2009

Ich sag Milch, ihr sagt Schnitte

In der Oderberger Straße besingen zwei Straßenrapper mit Bandbegleitung ihre Lieblingsgetränke Tee und Milch.

Mittwoch, Juli 15, 2009

Barrierefeier Südostausgang S-Bhf. Landsberger Allee

1992 fertiggestellt, 1994 wieder verschlossen, jetzt soll er laut BVV-Beschluss wieder geöffnet werden, der Fußgängertunnel an der Brücke am S-Bahnhof Landsberger Allee, ehemals Leninallee. Hier noch ein Blick von der Bauruine der Landsberger Arkaden/ andel's hotel.

Großes Kino - kleines Pferdchen

Es gibt Kunst und es gibt Kunst. Meine langjährigen Weggefährten Leptosom & the Evolution zähle ich mal zur zweiten Sparte. Niemand hat sich dem Thema Drahtesel in der Berliner Innenstadt bisher auf diese Art und Weise genährt. Enjoy!

Montag, Juli 13, 2009

Donnerstag, Juli 09, 2009

Hier Marthashof, dort die Tafel

"Die Grenze verläuft nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen oben und unten", konnte man mal an der Köpi in der Köpenicker Straße lesen. An der Stadtbezirksgrenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding stimmt beides. Anselm Weidner vom Deutschlandradio hat sich auf beiden Seiten des "sozialen Äquators" umgesehen und umgehört. Resultat dessen ist dieses hörenswerte Feature Brunnenviertel Marthashof vom 03. März 2009.
Nicht nur der Stadtsoziologe Andrej Holm und Investor Ludwig Stoffel kommen zu Wort, auch die vielen jungen, alten und neuen Bewohner diesseits und jenseits des ehemaligen Todesstreifens.

Die neue Grenze an der Bernauer Straße könnte belegen: Nicht von der Politik aufgezwungene ideologische Grenzen spalten die Menschen und Völker, sondern die von der Ökonomie aufgezwungenen Klassengrenzen.

Deutschlandfunk-Feature von Anselm Weidner
Brunnenviertel Marthashof (20 MB, mp3)
Manuskript der Sendung hier

Da waren es nur noch elf

"Über sieben Brücken musst Du gehen". Dieser in den Achtzigern viel und oft zitierten und gecoverte Ohrwurm schwirrt noch vielen meiner Altersgenossen im Kopf rum. Doch wie soll man die wenigen Brücken in Prenzlauer Berg passieren, wenn sie plötzlich verschwinden?
Die richtig lange U-Bahn-Brücke über der Schönhauser Allee gibt es so ja nun nicht mehr.
Welche Brücken bleiben uns denn noch?
Einmal die Bösebrücke und die Behmbrücke in den Wedding, der Gleimtunnel ist eigentlich auch eine Brücke, zwei an den S-Bahnhöfen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee, Greifswalder Str, Kniprodestraße, Landsberger Allee, Dunckerstraße, Pappelallee, die Brücke über den frisch bewässerten Teich im Thälmannpark zähle ich auch mal mit.

Mittwoch, Juli 08, 2009

Noch schauer

ist dieses Blog nun, nachdem ich etwas aufgeräumt habe. Auf den ersten Blick bleibt alles beim Alten. In der rechten Spalte findest Du nun direkt unter den fünf aktuellste P-Berg-News-Meldungen aus Mainstream-Medien einen Kasten, in dem Du Dich als regelmäßiger Leser dieses Blogs registrieren kannst. Den Kasten gibt es schon voll lange, doch war er immer ganz unten versteckt, so dass sich erst sechs Leute von täglich etwa 300 Besuchern dort hin verirrt haben. Darunter gibt es dann Videos und Podcasts von mir und meinen Bekannten.

Nachfolgend gibt es ab sofort die Blogfeeds der Seiten, die ich gerne mal besuche. Ich beschränke mich in Zukunft jedoch nur noch auf die zehn neuesten Postings meiner Lieblingsseiten und liste nicht mehr alle auf. Das dient der Übersichtlichkeit, der Aktualität und natürlich Dir.

Die Tags habe ich rausgeschmissen. Wer ein Stichwort sucht, kann die Suchmaske für die interne Suche im oberen Balken des Blogs nutzen. Über einen neuen Hintergrund mache ich mir in Kürze Gedanken.

ausgeemget

Mittlerweile kennt sie jeder. Die "militante gruppe" (mg). Etwa 40 Brandanschläge gegen Sachwerte soll die Gruppierung in den vergangenen acht Jahren verübt haben. Ich habe jedoch nie an deren Existenz geglaubt. Jetzt soll sie sich aufgelöst haben. Das steht zumindet in der gestern erschienenen aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "radikal", berichtet die Junge Welt

Wir bleiben an Board

AK Kraak hat diesen Mobilisierungsclip für die Mietendemo im September 1992 wieder rausgekramt und der Nachwelt erhalten. Wurden die WBA-Leute damals noch belächelt und von vielen als elende Übertreiber, Spinner, Träumer und Miesmacher der Wendeerrungenschaften bezeichnet, so muss man heute feststellen, dass deren Horrorvisionen heute bereits gelebte Realität in Prenzlauer Berg sind.



WBA war zu DDR-Zeiten das Kürzel für die Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front, jeweils zuständig für einen Häuserblock. Oppositionellen Anwohnern der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg gelang es in den 80er-Jahren, den dortigen WBA zu übernehmen. Sie verhinderten den Abriss der Altbauten.

WBA stand bald nach der Wende für die Initiative "Wir bleiben alle", die von Aktivisten des alten WBA gegründet wurde. Sie wollten die Vertreibung der Kiezbewohner verhindern. Auf der Mieterdemo 1992 nahmen ca. 20.000 Tausend Menschen teil.


Nachruf von Christoph Schaffelder zu Bernd Holftrreter im Scheinschlag. Nr. 05, 2003

Zugangssperre im Hirschhof, Mieterecho, Peter Nowak

Montagsinterview in der taz vom 11. Mai 2009 mit dem DDR-Oppositionellen, parteiunabhängigen Stadtbezirksversammlungsmitglied und späteren Baustadtrat von Potsdam, Matthias Klipp von Gereon Asmuth und Grit Weihrauch

Sind wir dafür 89 auf die Straße gegangen?


Demo am Rosa-Luxemburg-Platz im Mai 2009

Antwort des Tages

Was bedeutet eigentlich PR?
Die Wahrheit sagen -
ohne rot zu werden.

Sybille in der Angermünder Straße

Lohnenswert ist sicher ein Besuch der Ausstellung "In Grenzen frei" über Undergroundkünstler und Modemacher in Ostberlin im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz. Sie ist noch bis zum 13. September 2009 geöffnet und das Dienstag bis Freitag, 10 - 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 - 18 Uhr. Hier ein modischer Blick in die Angermünder Straße von Werner Mahler.

Zitat des Tages

"Es ist wirklich von Vorteil, Leute in der Reisebranche zu kennen."


Eine Frau, Anfang 30, in einer dreiköpfigen Touristengruppe in der Saarbrücker Straße.

Dienstag, Juli 07, 2009

Der Szenetyp als Kultfigur


Elektrohoden: Hey Hey schöner Szenetyp, via langenfeld

Vielleicht wird man irgendwann unser Jahrzehnt mit diesem Stereo(szene)ypen verbinden.

Samstag, Juli 04, 2009

Eine Riesenüberraschung


Bagman + Davy Dave + Suff Daddy + Ossi Osker = Pilsdaddy = Suff Shit


mehr hier und hier

Freitag, Juli 03, 2009

Steckbrief


Wer sich angesprochen fühl, bitte mal bei der Polizei Thüringen melden.

Donnerstag, Juli 02, 2009

Ich würd gern mit Dir S-Bahn fahren



Greifswalder bis Ostkreuz am liebsten 1996!

Bla TV

bla marode bla modern bla facettenreich bla beliebter Treffpunkt bla Veränderung der Bevölkerungsstruktur bla Mietpreiserhöhung bla Soziale Verdrängung So sieht's aus!

Als die Oderbruchkippe noch eine Kippe war

In der Nachwendezeit zeigten ORB und MDR, die bei uns am Fernseher immer noch auf den Knöpfen von DDR 1 und DDR 2 lagen, viele verbotene Filme aus den Defa-Archiven. Einer, der hier spielte, war Jahrgang 45. Den Plot kann man ja bei IMDB nachlesen. Das erspare ich mir. Aber die Abschlussszene, die gibt es jetzt hier.



und die beiden Parts auch noch.


und hier noch ein alter Wartburg in der Christinenstraße. Wer in den letzten Monaten mit offenen Augen durch die Straßen gelaufen ist, wird den Vogelkäfig am Ende der Szene auf den Plakaten des Kinos Krokodil gesehen haben.

Wir sind die Post

Es war immer ein offenes Postgeheimnis. Jetzt ist es offiziell. Im Westen wurde Post und Telekommunikation genauso überwacht wie in der DDR. Richtig los ging es 1968. Das berichtet jetzt auch die Badische Zeitung (pdf bei archive.org). Ich war vor einem halben Jahr in der Stasi-Ausstellung in der Nähe vom Brandenburger Tor. Da ist ausführlich beschrieben, wie die Postüberwachung in der DDR organisiert war. Im Westen war das "Monitoring" der Post immer fester Bestandteil psychologischer (kalter) Kriegsführung. Ob man das nun OpInfo, PsyWar oder sonst wie nennt, ist mir ziemlich egal. Ganz interessant finde ich den folgenden einstündigen Dokumentarfilm, in dem das Thema Postgeheimnis in der BRD auch gestreift wird.


Gesteuerte Demokratie

Bücherverbrennung ist jetzt Mode

Ein kurzer Blick nach Mitte: Wer in den letzten Tagen mal am Bebelplatz vobeigekommen ist, wird sicher das riesige Festzelt gesehen haben, in dem jetzt die Mercedes Fashion Week stattfindet. Da frage ich mich, wie man so hirnlos sein kann und auf dem Mahnmal für die Bücherverbrennung der Nazis eine Modewoche durchführen kann. Das ist nicht nur unsensibel, sondern auch peinlich, und zwar auf internationalem Niveau. Täglich kommen dort tausende von Touristen aus aller Welt vorbei, die in ihren Reiseführern lesen, welche Bedeutung dieser Platz in der deutschen Geschichte hat. Dann sehen sie ein Festzelt, das von der EADS, vom Hersteller Unimog und Eurofighter, also von Militärfahreugen, Kampflugzeugen und Militärhubschraubern, Streumunitionswerfern und Atomwaffenträgersystemen gesponsort wird. Mit was für einem Deutschlandbild fahren die wohl wieder nach Hause?
Artikel im ND