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Mittwoch, Januar 14, 2009
ADAC fordert Autobahn durch Prenzlauer Berg
Wenn es nach ADAC Landeschef Walter Müller ginge, müsste die A 100 durch Prenzlauer Berg nach Wedding führen. Das geht aus einem Fünf-Punkte-Programm hervor, das die Springer-Tageszeitung Die Welt heute veröffentlicht hat. Während 1992 noch in ganz Berlin heftig gegen den Ausbau des Innenstadtrings mobilisiert wurde, denke ich, dass nun die Lobby-Arbeit des Automobilclubs über kurz oder lang eher fruchten wird als die Überbleibsel einer Umwelt- und Bürgerbewegung in Prenzlauer Berg. Schließlich ist das vom ADAC formulierte Grundrecht auf Mobilität heute von höherem Gewicht als die in den frühen Neunzigern verklungenen Rufe nach behutsamer Verkehrsplanung und Stadterneuerung. Ich hoffe, ich liege falsch. Trotzdem nehme ich die ADAC-Initiative heute zum Anlass, meine dortige Mitgliedschaft zu kündigen.
Samstag, Juni 28, 2008
Radwege statt Akuna Matata
Kommentar: Den Kiosk Akuna Matata kennt in Prenzlauer Berg jeder. In den letzten Jahren hat sich der Platz vor dem Zeitungsladen am U-Bahnhof Eberswalder Straße zum Zentrum und ersten Anlaufpunkt des P-Berger Nachtlebens entwickelt. Der Name hat seinen Ursprung in der afrikanischen Sprache Swahili und bedeutet soviel wie "keine Probleme". Doch die sorgenfreien Zeiten sind jetzt vorbei.
Jetzt ist es amtlich. Der Kiosk soll einem neuen Radweg weichen. Straßenbau hat im Bezirksamt Pankow eindeutig Vorrang vor Kultur und Handel. "Der Kiosk kommt weg!" zitiert der Tagesspiegel ausgerechnet den ehemaligen Chef von Netzwerk Spiel/Kultur Jens-Holger Kirchner. Der ehemalige Aktivist für Sub- und Soziokultur hat sich schon vor Jahren die langen Haare abgeschnitten und den grünen Parka an den Nagel gehängt. Jetzt fungiert er in Pankow als Verkehrsstadtrat für die Grünen.
Das Engagement des Bezirks für den Ausbau von Radwegen ist löblich. Doch wenn der letzte noch einigermaßen belebte Zipfel Prenzlauer Bergs im nächsten Jahr auch noch öffentlichem Straßenland weichen muss, gleicht das einem kulturellen Todesstoß für den Bezirk. Natürlich kann man dagegen argumentieren. Natürlich kann sich der Kiosk einen neuen Standort suchen, natürlich sind vom Straßenbau Berlin Ecke Schönhauser keine Jugend- und Kultureinrichtungen betroffen.
Vielleicht werten es manche Leute sogar als positiven Nebeneffekt, wenn "Horden betrunkener Jugendlicher" dadurch auch aus dem Straßenbild verschwinden. Das Bewusstsein dafür, dass ein solcher Kiosk zum Zentrum urbanen Lebens im Bezirk und damit zu einem entscheidenden weichen Standortfaktor geworden ist, scheint es bei den Entscheidungsträgern nicht zu geben. Erreichen wird man damit jedoch nur eins: Prenzlauer Berg für Einheimische wie für Gäste der Stadt in Zukunft nicht mehr und nicht weniger attraktiv sein als etwa die Stadtzentren von Oldenburg, Duderstadt oder Zwickau.
Donnerstag, Juni 26, 2008
Ostberlin-Rufe unter der U-Bahn in der Schönhauser Allee

Nicht ganz ohne Schadenfreude betrachtete ich die vielen Störungsmeldungen auf den Leinwänden und Flachbildschirmen vor Prenzlauer Bergs Cafes und Restaurants. Die meisten Großleinwände gab es im LSD-Viertel, zwischen Helmi und Stargarder. Das jüngste Publikum sammelte sich auf einem Hof in der Lychner/ Ecke Stargarder Straße.
Noch hat die UEFA hat noch keine offizielle Erklärung für die Bildausfälle während des EM-Halbfinalspiels Deutschland - Türkei in Basel gefunden. Man schiebt es bisher inoffiziell auf ein schweres Unwetter über Wien, wo sich das internationale Sendezentrum befindet. Vielleicht hat auch jemand nachgeholfen? Wer weiß das schon so genau?
Aus dem Wedding dröhnte das Krachen der Böller herüber, als in Basel die Tore für die Türkei fielen. Das war nichts gegen das Feuerwerk in der Cantianstraße zum Ende des Spiels. Binnen weniger Minuten strömten tausende Menschen zu P-Bergs bekanntester Kreuzung. Mit Bedacht hatte die Polizei
Da wo Schönhauser Allee, Pappelallee, Danziger und Eberswalder Straße zusammentreffen, ging für den Autoverkehr plötzlich gar nichts mehr. Flatternde Deutschland-Fahnen, hallende Deutschland-Rufe und ein Gesang ohne Melodie, jedoch mit etwas Text: "Finale -ohoohohooo" erfüllten den Magistratsschirm.
Junge Väter schleppten auf den Schultern die schlafenden, schwarz-rot-gelb angemalten Kinder nach Hause. Ein torkelnder Teenie im Deutschland-Shirt zeigt auf dem Weg zur Sparkasse den Hitlergruß, natürlich ohne rechten oder nationalistischen Hintergrund. Drei Jungs klettern mit Fahnen bestückt auf Ampeln. Die Polizei fischt sich einen Teenager aus der Menge und zerrt ihn in eine Wanne. Hupkonzert. Jede U-Bahn bringt neue Hunderterschwärme in schwarz-rot-gold auf die Kreuzung. Ein Hubschrauber kreiste unbemerkt über den Dächern. Die Rettungswagen der Feuerwehr aus der Oderberger Straße machten vor der besetzten Kreuzung kehrt und schlengelten sich irgendwie ander s zu ihren Opfern durch.
Unfassbar: Plötzlich verstummen die Deutschlandrufe. Stattdessen gröhlt man "Ostberlin, Ostberlin, Ostberlin". Sowas habe ich noch nicht erlebt. Massenwahn. "Hinsetzen, hinsetzen, hinsetzen!" war die nächste Parole. Das hatte was von "Reclaim the Streets" oder den Demonstrationen der KPD rz im Kreuzberg der Neunziger. Da lauteten die Schlachtrufe "Wir sind die Post!" und "Gegen, gegen, gegenüber!"
Zur gleichen Zeit soll es in Kreuzberg, zwischen Adalbertstraße und Kotti beinahe zu einer Massenschlägerei. In Pankow wurde eine Telefonzelle gesprengt. Der Kurfürstendamm soll sich laut Tagesspiegel auch in eine Fußgängerzone verwandelt haben. In ganz Berlin gab es nach Mainstream-Medienberichten 16 Verletzte und 80 Festnahmen. Doch die Berliner sind nicht die Härtesten. Die Wiener Fanmeile wurde gestern geräumt. Zwei Menschen wurden niedergetrampelt und verletzt. Jetzt herrscht wieder Ruhe. Bald ist der Wahn vorbei.
Freitag, Mai 23, 2008
Samstag, September 29, 2007
Wenn die Stasi Mielke jagt
Eine absurde Diebesgeschichte von Claudia Keikus, die eher von den Nachnamen ihrer Akteure lebt, veröffentlicht heute der Berliner Kurier.
Sein Versteck in einem Busch blieb nicht unentdeckt. Dort gabelten ihn die Jungs und Mädels von der Innenverwaltung auf.
Jonatan Mielke (37) wollte auch Turnschuhe kaufen, als er am Nachmittag den Runner's Shop in der Schönhauser Allee betrat. Die weißen "Nike Airport No.1" für 89,90 Euro sollten es sein. "Ich hatte nur 50 Euro, brauchte aber die Schuhe dringend", sagt Mielke kleinlaut. Denn er hatte sich frisch verliebt, in Jenny vom Strich an der Oranienburger. Mielke: "Meine ausgelatschten Schuhe kann sie nicht leiden."
Also probierte er die Marken-Treter an und bat dann den Verkäufer, ihm doch noch ein größeres Paar zu bringen. Dann rannte er los. Mit dem flotten Azubi Francesco Stasi (21) hatte der dreiste Dieb aber nicht gerechnet. Der setzte sofort hinterher. Ein Sprint bis zum Cantian-Stadion (Eberswalder Straße) begann.
Sein Versteck in einem Busch blieb nicht unentdeckt. Dort gabelten ihn die Jungs und Mädels von der Innenverwaltung auf.
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Sonntag, Juni 24, 2007
Brauchen wir einen U-Bahnhof "Prenzlauer Berg"
Geschäftsleute fordern die Umbenennung der Station Eberswalder Straße
"Nächster Bahnhof: Prenzlauer Berg." So soll die Ansage lauten, bevor die U-Bahn der Linie U 2 in die Station Eberswalder Straße einfährt. Das fordern die Hoteliers, Gastronomen und Betreiber von Kultureinrichtungen in dem Szeneviertel. Sie wollen, dass der U-Bahnhof Eberswalder Straße künftig den Namen Prenzlauer Berg trägt. Der soll dann auch auf allen Stadt - und Fahrplänen stehen.
Zum Artikel von Stefan Strauss in der BLZ
"Nächster Bahnhof: Prenzlauer Berg." So soll die Ansage lauten, bevor die U-Bahn der Linie U 2 in die Station Eberswalder Straße einfährt. Das fordern die Hoteliers, Gastronomen und Betreiber von Kultureinrichtungen in dem Szeneviertel. Sie wollen, dass der U-Bahnhof Eberswalder Straße künftig den Namen Prenzlauer Berg trägt. Der soll dann auch auf allen Stadt - und Fahrplänen stehen.
Zum Artikel von Stefan Strauss in der BLZ
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Freitag, September 15, 2006
Toni im Thaelmi
Kreuzbergs aggressivster Rapper Toni, frueher down mit Mach One und heute mit Aggro hat fuer sein Video huebsche Kulissen im schoenen Bezirk Prenzlauer Berg ausgeaehlt: Unseren tollen Ernst-Thaelmann-Park. Zwischen 1983 und 1987 wurde er auf dem gelaende unseres ehemaligen Gaswerks aus dem Boden gestampft und war das staedtebauliche vorzeigeobjet der DDR. Heute ist der Park, der Wohngebiet, Gruenanlagen und kulturelle Infrastruktur so ideal vereinenen sollte, gerade gut genug, fuer Aggro Berlin Videos.
Die Geschichte in ihrem Lauf haelt weder Fler noch Toni auf.
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