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Dienstag, Mai 11, 2010

Wir sind Berlin














Manifest der Berliner KünstlerInnen und Kreativen

Kunstgalerien, Modeshows, Opern, Theater- und Film-Festivals sind die Aushängeschilder Berlins, das als Kulturhauptstadt des künftigen Europas präsentiert wird. Neben den kulturellen Großveranstaltungen ist es vor allem die lebendige alternative und subkulturelle Szenelandschaft, die Berlin zu einem Anziehungspunkt für kreativ Schaffende und Touristen aus aller Welt macht: Von Mikrokunstprojekten bis Kieztheater, von besetzten Galerien bis zur Eckkneipe mit Live-Musik kann man hier die Orte finden, die jährlich 8 Mio. Touristen neugierig auf Berlin machen.

Unter dem Slogan „Berlin, the place to be“ tourt die Stadtmarketingfirma Berlin Partner GmbH seit diesem Jahr durch die Welt, um das Image unserer Stadt als „Kulturhauptstadt“ in die Welt zu tragen. Auf ihrer englischsprachigen Internetseite wirbt die Berlin Partner GmbH: „Berlin’s creative scene is unique and dynamic, and the capital is home to people drawn from over 180 nations. The city’s landscape is shaped and influenced by a broad range of open and artistic spaces, and it boasts a vast array of locations and festivals for artistic events of all kinds.”

Das stimmt – noch! Denn was tut der Berliner Senat für diejenigen, von denen diese Stadt so offensichtlich profitiert?

Die reale Situation der in der Kreativwirtschaft Beschäftigten und der KünstlerInnen in der alternativen Kulturszene stellt sich drastischer dar, als finanzstarke Werbekampagnen erahnen lassen: Wir sind arm, aber das ist nicht sexy! Ein großer Teil dieser Gruppen lebt auf einem Existenzniveau von Hartz IV in prekären Arbeitsverhältnissen als FreiberuflerInnen, in Scheinselbständigkeiten oder hartem Konkurrenzkampf mit den KollegInnen; ein weiterer Teil ist ohnehin arbeitslos, erhält staatliche Transferleistungen und muss sich Regelmaßnahmen der Jobcenter anpassen, die für die Arbeitsbedingungen oder Fortbildungsmöglichkeiten der KünstlerInnen vollkommen ungeeignet sind.

Noch problematischer gestaltet sich die Situation von internationalen KünstlerInnen, die in Deutschland arbeiten möchten (Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Ausländersteuerrecht, Ungleichbehandlung je nach Staatsangehörigkeit). Obwohl in Deutschland die Rahmenbedingungen für KünstlerInnen noch immer um einiges besser sind als in anderen Staaten (siehe Künstlersozialkasse, regionale Kunst- und Kulturförderung) und in hier derzeit noch mehr Freiraum existiert, als in den meisten anderen Metropolen der Welt, tendiert die Entwicklung seitens der Berliner Regierung in den letzten Jahren deutlich in Richtung eines Abbaus dieser Errungenschaften.

Freie Kultur und Kunst kann sich unter rein kapitalistisch/ökonomischen Gesichtspunkten nicht entwickeln und nicht erhalten. Es ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese nicht nur zu konsumieren, sondern zu ihrem Erhalt etwas beizutragen. In Berlin besteht bereits die Situation, dass ein großer Teil der notwendigen Rahmenarbeit von sehr vielen Initiativen und ehrenamtlich betriebenen Institutionen geleistet wird. Kürzungen im Kulturetat und Einschnitte im Erhalt von bezahlbaren Freiräumen gestalten diese Arbeit zunehmend schwieriger und stellen engagierte Menschen vor die Wahl, sich in selbstausbeuterischer Weise weiterhin zu verheizen oder schlichtweg aufzugeben. Für die oft als Argument benutzte ‚notwendige gesellschaftliche Reibung der KünstlerInnen' an schwierigen Lebensumständen gibt es Grenzen.

Diesen Zustand werden wir, die Berliner KünstlerInnen und Kreative aller Sparten und Nationalitäten, nicht weiter hinnehmen!

Aufgrund der mangelnden industriellen und sonstigen Wirtschaftsmöglichkeiten soll unsere Stadt zur ‚Creative City' werden und die ‚Creative Industries' zu einem wirtschaftlichen Schwerpunkt. Der Berliner Senat verfolgt damit eine Planungsstrategie, die bereits in anderen Großstädten Europas um sich gegriffen hat: Die städtischen Grundstücke werden möglichst teuer ohne Planungsbindung verkauft, die finanzielle Unterstützung für Kulturvereine verschwindet, die Mieten steigen, die Freiräume werden zu gutbürgerlichen neoliberalen Kiezen mit alternativem Flair umgebaut, aus denen die sozial Benachteiligten und der kulturelle „Wildwuchs“ verschwinden müssen. Oder aber es wird gleich in Beton- Stahl- und Glaswüsten investiert, die keinerlei Lebensqualität im Sinne von konsumfreien Aufenthalt mehr aufweisen. Das Grauen!

Offensichtlich wollen die europäischen Großstädte, die sich das neoliberale Geschäftsmodell der „Creative City“ auf die Fahne schreiben, keinen Platz mehr für die ‚kleinen’ Künstler und Kulturbetriebe erübrigen, die den besonderen Ruf als Kulturstadt erst geschaffen haben! Unserer Meinung nach hat Berlin die letzte und größte lebendige alternative Szene West- Europas, und diese muss als solche erhalten bleiben und beschützt werden!

Wir fordern die Regierenden, die BerlinerInnen und ihre Gäste auf, sich nachhaltig für die Kreativen und die Kultureinrichtungen in dieser Stadt einzusetzen und folgende Forderungen zu diskutieren und zeitnah umzusetzen:

• Der Berliner Senat soll seine Absicht erklären, das Wachstum und den Erhalt einer lebendigen, offenen und dynamischen ALTERNATIVEN Kunst- und Kulturszene als einen überlebensnotwendigen Teil der Stadtentwicklungspolitik umzusetzen. Als Kunst verstehen wir alle Arten des Ausdrucks auf folgenden Gebieten: Musik, Literatur, Bildhauerei, Malerei, Video/Film, Darstellende Künste, Theater, Straßenkunst und alle anderen Formen gewaltfreien kreativen Selbstausdrucks. Zur Kulturszene zählen wir die KulturarbeiterInnen im Management, die TechnikerInnen, BühnenarbeiterInnen, KunstvermittlerInnen und alle anderen, die in diesem Bereich tätig sind.

• Jede kulturelle und künstlerische Einrichtung/Gruppe soll in Bezug auf nachhaltige Sicherung und den Erhalt ihrer Räume geschützt werden.

• Der Aufenthalt in Deutschland sollte jedem Menschen ermöglicht werden, der auf künstlerisch-kreative Weise hauptberuflich tätig ist, unabhängig von Nationalität, Religion oder ethnischer Gruppenzugehörigkeit. Dabei sollten Nicht-EU-EinwohnerInnen denselben Status wie EU-EinwohnerInnen erhalten.

• Die Regierung soll den Betrag der Mittel, die in den Kulturbereich investiert werden, regelmäßig (z.B. einmal im Quartal) in allgemein verständlicher und leicht zugänglicher Form veröffentlichen.

• Zur Diskussion von Kriterien des künstlerischen Status soll die Berliner Regierung ein Gremium aus KünstlerInnen, Kreativen und KulturarbeiterInnen ins Leben rufen, welches selbst entsprechend sinnvolle Regelungen in Abstimmung mit den Behörden entwickelt: z.B. die Benennung und den Schutz bestimmter Areale, Quartiere und Gebäude, die künstlerisch-kulturellen Zwecken dienen, sowie die Entwicklung von neuen Regelungen bzgl. Lärmschutz, Miethöhen, Finanzierung und Polizeipräsenz in diesen geschützten Räumen. Die KünstlerInnen und Kreativen sollen weder sozialem Druck noch sonstiger Einschüchterung ausgesetzt sein.

• Die Form und finanzielle Ausstattung staatlicher Kulturförderung soll unter Mitbestimmung der BürgerInnen und der Betroffenen neu strukturiert werden, da die hergebrachten Förderinstrumente der Entwicklung nicht mehr angemessen sind und ohnehin immer als erste den Haushaltskürzungen zum Opfer fallen.

• Die gesetzlichen Regelungen bezüglich Lautstärkeemission und anderer Konsequenzen künstlerischen Ausdrucks sollten so gestaltet werden, dass sie nicht zur Unterdrückung kultureller Ausdrucksformen dienen können. Z.B. könnten in bestimmten Quartieren erweiterte Spielräume geschaffen werden, so dass Personen, die dort hinziehen möchten, von vornherein wissen, dass Sie sich dort nicht im selben Maße beschweren können, wie in ‚ruhigeren' Wohnvierteln.

• Die Regelungen der Jobcenter für KünstlerInnen und Kreative müssen bedarfsgerecht gestaltet werden, z.B. in Bezug auf die Zwangsmaßnahmen bestimmter Bildungsangebote. Denn was nützt uns z.B. ein vom Staat teuer bezahltes Bewerbungstraining? Eine gezielte Vermittlung an öffentliche Einrichtungen und Träger (Jugend/Bildung/Museen) macht hier mehr Sinn - unter der Voraussetzung, dass vorhandene Stellen im Kulturbereich erhalten werden. Bewährte Modellprojekte wir die ‚Berliner Kulturarbeit’ sollen weitergeführt und ausgebaut werden.

• Eine Staffelung für die Anrechnung des künstlerisch erzielten Einkommens oder die gestattete Aufteilung von einmaligen höheren Honoraren auf mehrere Monate sind ebenfalls Teil unserer Forderung, ebenso die temporäre Übernahme von KSK-Beiträgen während möglicher auftragsarmer Durststrecken.

• Der ‚zivile Ungehorsam' sowie kreative Interaktionen mit den BürgerInnen und VertreterInnen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sind eine kulturelle Errungenschaft der Demokratie. Dies beinhaltet sowohl den Einsatz kreativer Materialien wie auch die künstlerische Kostümierung und die symbolhafte Verkörperung anderer Personen und Rollen. Diese Art von Aktivitäten dürfen weder diskriminiert noch kriminalisiert werden, insofern sie die Integrität und Menschenrechte anderer nicht verletzen.

Mittwoch, August 13, 2008

Skazka Orchestra im Privatclub



Ein kleiner Eindruck von den Live-Qualitäten des Skazka Orchestra aus Prenzlauer Berg.
Skazka bei myspace, bei my.sputnik und bei youtube

Samstag, Juni 28, 2008

Radwege statt Akuna Matata



Kommentar:
Den Kiosk Akuna Matata kennt in Prenzlauer Berg jeder. In den letzten Jahren hat sich der Platz vor dem Zeitungsladen am U-Bahnhof Eberswalder Straße zum Zentrum und ersten Anlaufpunkt des P-Berger Nachtlebens entwickelt. Der Name hat seinen Ursprung in der afrikanischen Sprache Swahili und bedeutet soviel wie "keine Probleme". Doch die sorgenfreien Zeiten sind jetzt vorbei.

Jetzt ist es amtlich. Der Kiosk soll einem neuen Radweg weichen. Straßenbau hat im Bezirksamt Pankow eindeutig Vorrang vor Kultur und Handel. "Der Kiosk kommt weg!" zitiert der Tagesspiegel ausgerechnet den ehemaligen Chef von Netzwerk Spiel/Kultur Jens-Holger Kirchner. Der ehemalige Aktivist für Sub- und Soziokultur hat sich schon vor Jahren die langen Haare abgeschnitten und den grünen Parka an den Nagel gehängt. Jetzt fungiert er in Pankow als Verkehrsstadtrat für die Grünen.

Das Engagement des Bezirks für den Ausbau von Radwegen ist löblich. Doch wenn der letzte noch einigermaßen belebte Zipfel Prenzlauer Bergs im nächsten Jahr auch noch öffentlichem Straßenland weichen muss, gleicht das einem kulturellen Todesstoß für den Bezirk. Natürlich kann man dagegen argumentieren. Natürlich kann sich der Kiosk einen neuen Standort suchen, natürlich sind vom Straßenbau Berlin Ecke Schönhauser keine Jugend- und Kultureinrichtungen betroffen.

Vielleicht werten es manche Leute sogar als positiven Nebeneffekt, wenn "Horden betrunkener Jugendlicher" dadurch auch aus dem Straßenbild verschwinden. Das Bewusstsein dafür, dass ein solcher Kiosk zum Zentrum urbanen Lebens im Bezirk und damit zu einem entscheidenden weichen Standortfaktor geworden ist, scheint es bei den Entscheidungsträgern nicht zu geben. Erreichen wird man damit jedoch nur eins: Prenzlauer Berg für Einheimische wie für Gäste der Stadt in Zukunft nicht mehr und nicht weniger attraktiv sein als etwa die Stadtzentren von Oldenburg, Duderstadt oder Zwickau.
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Donnerstag, Juni 19, 2008

Sommernachtstraum im Hexenkessel

Kennt noch jemand den Hexenkessel, das alternative Hoftheater in Prenzlauer Berg? Nein? Nicht so wild. Ist ja auch 14 Jahre her. Die Zeiten ändern sich. Das Theater gibt es noch, auch wenn es P-Berg den Rücken zugewandt hat. Das Spreeufer hinterm abgerissenen Schloss Monbijou ist zur neuen Heimat der Volxtheaterspieler geworden. Jetzt beginnt für die Hexenkessler die Open Air Saison. Zum Auftakt gibt es Shakespeares Verwirrspiel "Sommernachtstraum"



Beeindruckend wirkt das neue Amphitheater aus Holz im italienischen Renaissance-Stil.
Karten kosten zwischen 13 und 16 Euro.
Mehr Informationen hier. Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Samstag, Juni 07, 2008

Leben und leben lassen

Nein! Ich habe kein Problem mit Schwaben. Habe ich wirklich nicht. Ich kenne sogar Leute aus der Ecke, die ich sehr schätze. Manche haben mich schon zum Rote-Grütze-Essen eingeladen. Andere haben mir extrem leckere Pizza gemacht und leckere Nudeln. Ich hatte sogar mal eine Freundin, deren Vorfahren aus dem Schwabenländle an die Wolga gezogen sind. Gegen Schwaben habe ich nichts.

Der Widerstandskämpfer Georg Elser war Schwabe. Stauffenberg und Einstein auch. Mörike und Hauff ebenso.

Ich habe nur ein Problem mit Leuten, die von meiner Stadt nur nehmen wollen und nicht bereit sind, ihr das zurück zu geben, was sie ihr permanent entziehen, ganz unabhängig von ihrer Herkunft. Was im Reiseführer als "Szene"-Viertel, Künstlerviertel, Kneipenmeile oder sonst wie deklariert wird, ist trotzdem noch Wohngegend und nicht Ballermann 7.

Ich bin frustriert, wenn mir Leute ihre Dorf- und Kleinstadtmentalität überhelfen wollen. Gerade als jemand, der seinen Teil zum Reifen von Sub- und Soziokultur in dieser Stadt beigetragen hat, trifft mich das sehr und tut auch ganz schön weh. Mit Schwaben hat das nichts zu tun. Es gibt auch genügend Berliner, die die gleiche Mentalität an den Tag legen. Das finde ich immer sehr ärgerlich.

Zum besseren Verständnis für Aussenstehende: In Berlin hat sich das Wort "Schwabe" leider als Synonym für einen gewissen Schlag Menschen eingebürgert, der für Bohemian Bourgeois, für Schnösel, Yuppies, Agenturfutzies und hippe Neureiche gleichermaßen benutzt wird. Das ist nicht auf meinem Mist gwachsen. Der Begriff ist inzwischen vollkommen losgelöst von Menschen mit Wurzeln im Schwabenland. Bemerkenswert ist aber, dass jeder vernünftige Berliner beim Hören des Wortes "Schwabe" im übertragenen Sinn stets ein klares Bild eines Menschen im Kopf hat, der nicht gleich zwingend die schwäbische Mundart beherrscht. Mittlerweile geht es mir sogar selbst auf die Nerven, wenn ich das Wort höre.

Inzwischen sind mir die hornbebrillten Agenturpapies schon lieber als das neue P-Berg-Publikum, das auch nur noch aus johlenden Dorfdiscoschlägern, Klassenfahrten und Hostelgästen auf Kneipentour besteht.

Das Problem, das viele Leute hier haben, ist eher ein soziales und auf keinen Fall ethnischer Natur. Wer mit dazu beiträgt, Berlin zu einer so facettenreichen und schillernden Stadt machen, braucht sich nicht angesprochen fühlen. Echte Berliner gibt es nämlich auch nicht. Wir sind alle Hugenotten, Polen und Sachsen.

Freitag, Mai 30, 2008

Orphtheater vor dem Aus

Alles deutet darauf hin, dass das Orphtheater ab 2009 keine Förderungen seitens des Senats mehr erhält, das wäre das Ende des Theaters und auch das Ende unserer Spielstätte auf dem Hinterhof des Schokoladens in Mitte. Die jüngste Eigenproduktion “TODESANZEIGE” von Heiner Müller (Regie: Uwe Schmieder) ist zur euro scene Leipzig - Festival zeitgenössischen europäischen Theaters 2008, einem der im deutschsprachigen Raum renommiertesten Festivals der Avantgarde, eingeladen worden.

Unter dem Motto “Sterben und Wiederauferstehen” wollen wir 2009/2010 ein alternatives Künstlerkollektiv mit jährlich 10 Premieren und 120 Vorstellungen aufbauen. Wir haben dafür prominente Mitstreiter gewonnen, unter anderem Chistine Hofer, Jo Fabian, Heiko Senst, Janek Müller, Otmar Wagner/Florian Feigl und Claudia Splitt. Dazu wird es, wenn der Senat die Fördermittel streicht, nicht mehr kommen.

Das ORPHTHEATER existiert seit 1990 und ist eine der ältesten und erfolgreichsten freien Ensemblegruppierungen in Berlin. Seit 2004 gab es mehr als 35 Premieren in dem Haus. Für den Erfolg sorgten auch die 25 Gastinszenierungen unterschiedlichster Genres. Mit über 12.000 Zuschauern in den letzten vier Jahren ist die Spielstätte auch bundesweit eines der renommiertesten freien Theater: als eine künstlerische Alternative zu der immer glatter werdenden übersanierten Berliner Mitte. Hier lebt noch der Geist, mit dem die Hauptstadt zur Zeit weltweit wirbt. Trotzdem wurden in den vergangenen Jahren die öffentlichen Förderungen Schritt für Schritt gesenkt (von 125.000 Euro in 1999/2000 auf 60.000 Euro in 2007/2008).

Dienstag, Mai 06, 2008

ONE bleibt ONE

Warum sollte ONE kein Number One Hit werden?
Schließlich ist Joerg Rider der beste Rapper von der ganzen, ganzen Welt.

Wenn Du Dir das Liedchen ONE auf myspace.com/joergrider angehoert hast, haben die beiden Top-Stars auch Dein Herz geONE.

Hier kannst Du den Hit als mp3 frei runterladen!

Mittwoch, April 23, 2008

Umntzung: Ehemalige SED-Zentrale wird exklusiver Club

Berlin wird um ein Stück mondäner Clubkultur reicher. Das Soho House Berlin entsteht an der Torstraße 1 in Prenzlauer Berg, an einer der prominentesten und geschichtsträchtigsten Ecken der Stadt. Das Haus ist alt, doch das Konzept ist modern. Und die Arbeiten haben bereits begonnen.

Hinter der ehrwürdigen Fassade des einstigen Kreditwarenhauses Jonass werden Suiten, Apartements, Restaurants, eine Bibliothek, Geschäfte und eine Galerie eingerichtet. Vom Schwimmbecken auf der Dachterrasse genießt man in 30 Meter Höhe den Blick auf den Alexanderplatz. Im Keller findet der Gast Fitnessräume und ein Kino vor. Das Haus wird ein Treff für Menschen aus der Medien-, Kunst- und Filmbranche, steht aber zu großen Teil auch denen offen, die nicht Club-Mitglied sind.

Soho House Clubs gibt es in London, Somerset, Chiswick, New York, Los Angeles und Hong Kong. 1995 gründete Nick Jones den ersten der exklusiven Treffs für die Kreativen. Sie bieten Loungemusic, Previews der neuesten Filme in clubeigenen Kinos, moderne Räume für private und geschäftliche Veranstaltungen, Kinderbetreuung und die clubeigene Kosmetiksalonkette „Cowshed“. Soho House hat weltweit mehr als 14.000 Club-Mitglieder, deren Durchschnittsalter soll bei 33 Jahre liegen. „Die Clubs sind immer in Häusern eingerichtet, die unter Denkmalschutz stehen oder eine ganz besondere Geschichte haben“, sagt Architekt Gunter P. J. Bürk vom Büro J.S.K Siat International Architekten und Ingenieure, das mit der Planung beauftragt ist. Doch das Konzept sei modern.

Tatsächlich hat das imposante Gebäude an der Torstraße bewegte Zeiten erlebt. 1928/29 ließ der jüdische Kaufmann Hermann Gollhuber das Kreditwarenhaus Jonass erbauen. Bewohner des Scheunenviertels kauften ein und konnten in Raten bezahlen. 1937 wurde das Gebäude zum Bürohaus für die Reichsjugendführung der NSDAP umgebaut und 1942 an die NSDAP verkauft. 1946 zog der Parteivorstand der SED ein. Das Gebäude bekam den Namen „Haus der Einheit“ und war später Sitz des Zentralkomitees der SED. DDR-Präsident Wilhelm Pieck und DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl hatten ihre Diensträume im Gebäude. Von 1959 bis 1989 nutzte das Institut für Marxismus-Leninismus die Räume. 1992 waren das Archiv, die Bibliothek und die Werkstätten beim Parteivorstand der PDS im Haus untergebracht. Sie zogen ins Bundesarchiv in Lichterfelde. Seit 1995 steht das Haus leer. Nun erinnert eine gläserne Stele mit Texten und Fotos an die Geschichte des Hauses. Sie wurde vor einem Jahr enthüllt und ist Teil der Geschichtsmeile Berliner Mauer.

Seit 2007 ist das Haus im Besitz einer britischen Investorengruppe. Cresco Capital will Bürk zufolge etwa 40 Millionen Euro investieren. Die Baugenehmigung liegt vor. Die Arbeiten haben bereits begonnen, das Haus wird zurzeit entkernt. Für Herbst 2009 ist die Fertigstellung geplant. Die alte cremefarbene Fassade mit Risaliten wird wieder hergestellt, neue Holzfenster werden eingebaut. Von der alten Einrichtung sei nichts mehr geblieben, sagt Architekt Bürk. Lediglich die alten Notstromaggregate des Kaufhauses sollen im Gastronomiebereich wieder verwendet werden. Auch die ursprünglichen Aufzugskerne bleiben erhalten und werden mit neuen Lifts ausgestattet.

Etwa 16.000 Quadratmeter groß ist die gesamte Bruttogeschossfläche. Hauptmieter des Hauses wird Soho House. Im Erdgeschoss sind Restaurants, die Lobby und eine Galerie geplant, möglicherweise auch Geschäfte. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden Büros eingerichtet, dann folgen zwei Etagen mit den Apartments eines Boarding Houses und weitere zwei mit den Suiten des Soho House Clubs. Clubräume, Bibliothek, ein privates Esszimmer, ein Spielraum, Restaurant und Bar werden im siebten Obergeschoss eingerichtet, als vertraute Umgebung der Club-Mitglieder. „Weg von zu Hause, aber zu Hause“, so beschreibt Architekt Bürk das Motto. Auf dem Dach finden sich neben dem 14 mal fünf Meter großen Schwimmbecken eine Terrasse und ein Bistro. Im Hof wird eine Piazza angelegt. Gäste des Hauses können die Parkplätze der benachbarten Backfabrik nutzen. Eine eigene Tiefgarage wird Soho House Berlin nicht haben. U-Bahn, Bus und Straßenbahn sind in unmittelbarer Nähe erreichbar.

Architekt Gunter Bürk ist zuversichtlich, dass das Soho-House-Konzept in Berlin funktioniert. „Die Vielfalt der Nutzung in einem Haus ist einmalig.“

(lokale Kopie Sabine Flatau, Die Welt)

Montag, April 07, 2008

Blick nach Köpenick: Nie wieder Mellowpark

Auf dem Gelände der Fotochemischen Werke an der Friedrichshagener Straße sollen in den nächsten Jahren rund 200 Wohnungen entstehen. Eigentümer des rund 50 000 Quadratmeter großen Areals ist die Berner Group aus Wiesbaden. "Wir wollen die denkmalgeschützten alten Werkhallen sanieren und daraus hochwertige Wohnungen und Lofts machen", sagte Alexander Heder vom Unternehmen. Außerdem sollen rund um einen großen Spielplatz Neubauten entstehen - sogenannte Townhouses - sowie Reihenhäuser. Ein Plattenbau werde abgerissen. Zwei historische Gebäude würden weiter gewerblich genutzt: Auf dem Areal sind neben der Fotochemische Werke GmbH etliche kleinere Firmen angesiedelt; auch das Stadttheater Cöpenick soll an seinem Standort bleiben. Baubeginn ist für das kommende Jahr vorgesehen.

Noch laufen die Planungen, doch im Bezirk denkt man schon weiter: Das Freizeitgelände Mellowpark mit Fußball- und Basketballfeldern, Skater- und BMX-Rampen muss nach Abschluss der diesjährigen Saison weichen. Eine solche Nutzung nur wenige Meter neben dem neuen Wohngebiet könnte stören. Der Mellowpark soll im kommenden Jahr auf einer Fläche hinter dem Rathaus Treptow neu aufgebaut werden. Schulstadtrat Dirk Retzlaff (SPD) geht nicht davon aus, dass es dort zu Beschwerden von Anwohnern wegen des Lärms kommt. "Ein Lärmgutachten besagt, dass die vorgeschriebenen Werte nicht überschritten werden." Der Abstand zwischen Wohnhäusern und Mellowpark betrage gut 200 Meter, außerdem stünde noch eine Schule dazwischen. Für den Mellowpark sollen ein ehemaliger Tennisplatz, eine Schulgartenbrache sowie der Sportplatz der Schule neu gestaltet werden. An dieser Gestaltung will der Bezirk auch die Berner Group finanziell beteiligen: "In einem städtebaulichen Vertrag soll sich der Investor zu bestimmten Beiträgen verpflichten."

Karin Schmidl

Freitag, März 28, 2008

Schöne Zwischennutzung in der Schönhauser

Immer wieder bleiben Neugierige vor dem Schaufenster der Schönhauser Allee 8 stehen - dort, wo früher der Tattoo-Shop des White Trash war. Was sie sehen, sieht ganz und gar nicht nach Laden aus. In einem der Räume hinter der Scheibe hängen Bilder an der Wand, daneben sieht man ein rot beleuchtetes Durcheinander verschiedenster Gegenstände. Sechs Wochen lang hat sich dort auf 200 Quadratmetern der aus Barcelona stammende Künstler Anton Unai ausgetobt. Kurz vor Ostern wurde der 33-Jährige fertig; zwei Wochen lang kann man jetzt die künstlerische Zwischennutzung bewundern

Unai ist kein Street Artist, aber auch er benutzt oft Wände statt Leinwände für seine Bilder. Zudem hat er fast alle Materialien, auf die er malt oder mit denen er Installationen gestaltet, auf der Straße gefunden und gesammelt. "Ich bringe die Straße lieber in die Galerie, als sie schöner zu machen", sagt Unai, der seit zwei Jahren in Berlin lebt. Eigentlich wollte er damals nur eine Woche bleiben. "Aber ich verpasste ein paar Flüge, traf ein paar Frauen und ich habe mich in den Regen und das schlechte Wetter verliebt", erklärt der Künstler, der in Prenzlauer Berg wohnt und am Südstern in Kreuzberg ein Atelier hat.

Die Installation namens "Ultimatium" ist sein bisher größtes Werk, präsentiert wird es von der Circleculture Gallery, über die gerade die New York Times berichtete. In einem Raum hängen Zeichnungen an einer Leine über einem Berg aus Kartons, in einem anderen Bilder, im größten Raum hat Unai die Wände bunt bemalt und ganz hinten wurde ein Schießstand aufgebaut. Herzstück ist aber ein Labyrinth, das einem Internierungslager nachempfunden ist. "Ich denke nicht nach, wie etwas werden soll, es entsteht einfach", sagt Unai.

Besichtigung: sonnabends 14-18 Uhr und auf Anfrage unter berlin@circleculture-gallery.com

Sonntag, März 09, 2008

Doch noch Künstler in Prenzlauer Berg

Ein Stasispitzel belog sie, der zweite verließ sie. Der Tagesspiegel über die Malerin Cornelia Schleime.

Montag, November 05, 2007

Stasiakten auf dem internationalen Kunstmarkt

An einem trüben Herbsttag schlenderte ich mit einer befreundeten Ausstellungsmacherin über das diesjährige Art Forum Berlin. Durchquerte eine Koje nach der anderen, sah nervende Biskys tonnenweise bei der Galerie Crone, Gemischtwaren bei Eigen + Art und Unmengen Fotos. Landschaftsfotos, großformatige C-Prints oder Porträtfotos, kleinformatig, in schwarz-weiß. Meine Begleiterin blieb dann ungewöhnlich lange bei einer Galerie stehen.

Ich sah inzwischen eine weitere Ausstellungshalle durch und fand sie anschließend, noch immer bei der gleichen Galerie, interessiert in einem Katalog blätternd. Was gab es zu sehen? Bei dem Amsterdamer Aussteller „Ellen de Bruijne Projects“ hing eine Reihe gerahmter schwarz-weiß Aufnahmen mit der flüchtigen Ästhetik von Paparazzifotos.

Gekennzeichnet als BStU-Kopie erkannte ich auf den Observationsfotos der Staatssicherheit eine Gruppe nackter Menschen am FKK-Strand und auf einem anderen eine rauchende Frau in einem Zimmer, welche auch im Katalog des Artforums auf der Seite eben dieser Galerie anonymisiert abgedruckt wurde. Der Preis je Foto bei einer Auflage von 3 + 1 AP wurde mit 3.800 bis 5.000 Euro angegeben. Auf einem daneben hängendem Screen zeigte die Galerie Stasifilmaufnahmen eines öffentlichen Platzes. Die Arbeiten wurden der spanischen Künstlerin Dora Garcia zugeschrieben.

Dora Garcia Interesse an dem Thema wurde in Vorbereitung eines Projektes, das sie innerhalb des Blinky-Palermo - Stipendiums in Leipzig realisieren wollte, geweckt. Auf der Suche nach Wolfgang Hilbigs „Ich“ stieß sie im Netz zufällig auf den Artikel „Loyal Dissidents and Stasi Poets“ und fand das dies nun spannend genug wäre, um es künstlerisch zu verarbeiten, so sie selbst in einem Interview mit Julia Schäfer von der GfzK in Leipzig.

Im Zuge der geplanten Ausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig arbeitete sie eng mit Julia Schäfer zusammen und erhielt Fotos und Filmaufnahmen aus dem Archiv der BStU. Garcia entwickelte eine fiktive Geschichte und brachte diese mit Leipziger Schauspielern zur Umsetzung. Daraus ging der Film "Zimmer, Gespräche", der auch der Titel ihrer Ausstellung und des dazugehörigen Kataloges in Leipzig war, hervor. Anhand von originalen Mitschnitten und Dokumenten hat Dora García in einer Wohnung Dialoge zwischen einem Stasiführungsoffizier und einem IM inszeniert. Der Film wurde in der Ausstellung von mehreren Stasi-Videos und Stasi-Fotos begleitet. Die Videos "window", "car", "walking man", "couple" oder "house" zeigen den Alltag verschiedener Menschen. Wie sie ihr Wohnhaus verlassen, wie sie ihr Auto waschen, wie sie sich auf der Straße bewegen.

García hatte die zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellten Überwachungsvideos, Filme, Fotos und das Lehrmaterial der Stasi gesichtet und bezog diese in ihre eigene künstlerische Arbeit. So sieht man in dem Ausstellungskatalog auf einigen Seiten BStU- Fotos von Punks, die erkennungsdienstlich behandelt wurden. Und auch die oben erwähnte Porträtaufnahme einer Frau. Diese heißt dann Smoking Lady, end of the seventies. Es handelt sich bei dieser Frau um Tina Krone, Mitgründerin des Neuen Forums und leitende Mitarbeiterin der Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin. Die Punks sind aus Erfurt und heißen CD Spinne, OT…. usw. Keine dieser Personen wusste etwas von ihrer künstlerischen Vermarktung oder wurde namentlich erwähnt.

Auf der Veranstaltung von Zimmer, Gespräche zu Konspirative Wohnungen im Rahmen der Ausstellung „ Konspirative Wohnungen / Conspiracy Dwellings“ im Kunsthaus Erfurt am 24. Oktober darauf von der Geschäftsführerin Monique Förster im Beisein der Presse angesprochen, erklärt Dora Garcia wahrheitswidrig sowohl einen Vertrag mit der BStU , der diese Vorgehensweise stützt, als auch die Einwilligung der Betroffenen erhalten zu haben. Unabhängig davon sei es mit der Fotoauswahl und der Rahmung der Abzüge zu ihrer künstlerischen Arbeit geworden.

In Fachkreisen murrt es immer lauter und so war nicht verwunderlich, dass bei der Tagung „Vergangenheit in der Gegenwart. Gesellschaftlicher Diskurs zum Umgang mit Diktaturgeschichte in Europa“ bei der Stiftung Genshagen, am 26. Oktober, wo Garcia ins Podium geladen war, einige der Beteiligten schon im Bilde waren. Schnell wechselte die Diskussion vom geplanten Thema „Freiheit und Diktatur im Film“ zu den Fotos von Dora Garcia. Bemerkenswerterweise wurde einen Tag vorher das auf der Internetseite ihrer Galerie veröffentlichte Foto der rauchenden Frau entfernt. Auf dem Podium jedoch rechtfertigte sie die Vermarktung und wiederholte ihre These von der Freiheit der Kunst. Die anwesende Marianne Birthler wies dies energisch zurück und kündigte rechtliche Schritte an. Ihre Justiziare haben den Fall auf den Tisch.

Gewöhnten wir uns schon an die Vermarktung von Fahndungsfotos der RAF-Mitglieder der ersten Generation in allen Arten, ist der Verkauf von Stasifotos in den letzten 17 Jahren nur im Zusammenhang mit „Enthüllungen“ in großen deutschen Magazinen und Fernsehbeiträgen bekannt geworden. Eine alte, nicht beantwortete Frage aus Zeiten der Stasizentralenbesetzungen lautete: Wem gehören die Akten? Den Betroffenen, dem Staat oder dem Markt.

natter | 04.11.07 21:06 | Ost:blog

Mittwoch, Oktober 24, 2007

ZDF schickt Gido Knopp nach Prenzlauer Berg

In den Gewölbekellern der Königsstadt-Brauerei in der Saarbrücker Straße dreht der Doku-Drama-Regisseur Guido Knopp zur Zeit "Die Wölfe", einen Film über das Schicksal einer Jugendclique im geteilten Deutschland.

Montag, Oktober 08, 2007

P-Berg ist nicht resistent gegen Strukturwandel

"Prenzlauer Berg ist nur noch Simulationen einer anderen, nichtdeutschen Lebenskultur für jugendliche Kulturtouristen."
Warum das so ist, kann man heute in der taz lesen.

Montag, August 13, 2007

Die armen Briten

Sechs Tourie-Teenies aus Großbritannien haben sich am Samstagmorgen im P-Berg beim Taggen an Hauswände busten lassen. Zwei Cans beschlagnahmt, Farbe an den Fingern und Stress mit dem Betreuer. Nicht gut! Springers Morgenpost hat den jungen Touristen einen kleinen Artikel gewidmet.

Freitag, August 03, 2007

Inszenierung als Alpha-Männchen-Rapper

"Rapper brechen keine Tabus, sondern bedienen vielmehr eine rassistische Wahrnehmung, in der schon im Voraus festgelegt ist, wie der "Neger" oder der "Kanake" zu sein hat.", meint Murat Güngör in der taz von heute. Um als Gangsta-Rapper sichtbar zu werden, müsse man Stereotype wie "kriminelle Vergangenheit", "Omnipotenz" und "Gewalt" aufrufen. Diese ästhetischen Codes seien aber häufig rassistisch und sexistisch gefärbt, meint der taz-Autor.

Der Erfolg von Gangsta-Rappern würde zudem mit einer Verschärfung des Jugendstrafvollzugs einhergehen. Auf der einen Seite werde das Drogendealer-Dasein von der Unterhaltungsindustrie ästhetisch glorifiziert. Andererseits verschärfe der Staat die Kontrolle über klandestine Jugendgruppen.
Dabei trügen die rückständigen Bilder, die vom vermeintlichen Ghetto reproduziert werden, nur dazu bei, die wahren sozialen Probleme in vielen Einwanderervierteln zu verdecken: von Arbeitslosigkeit, fehlenden Bildungschancen, Ausgrenzung von Frauen und Schwulen, repressiven Ausländergesetzen bis zu den schwierigen ökonomischen Bedingungen, unter denen viele Familien leiden müssen, so Güngör weiter. Den ganzen Artikel kann man hier nachlesen.

Samstag, September 16, 2006

Zur Diskussion

Verranzt, Kult, anders - alles Attribute für den nördlichen Stadtteil in Berlins Mitte. Vor allem ist Wedding so, wie Berliner den Prenzlauer Berg kurz nach der Wende beschreiben. Heruntergekommen, billig, mit kreativem Potential en masse.

Das hab ich gerade in einem Artikel auf meinberlin.de zum Umsonstladen gelesen. Wer teilt diese Auffassuing?
Ich habe da gerade noch einige Probleme mich zu positionieren.