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Mittwoch, August 13, 2008

Skazka Orchestra im Privatclub



Ein kleiner Eindruck von den Live-Qualitäten des Skazka Orchestra aus Prenzlauer Berg.
Skazka bei myspace, bei my.sputnik und bei youtube

Samstag, Juni 28, 2008

Radwege statt Akuna Matata



Kommentar:
Den Kiosk Akuna Matata kennt in Prenzlauer Berg jeder. In den letzten Jahren hat sich der Platz vor dem Zeitungsladen am U-Bahnhof Eberswalder Straße zum Zentrum und ersten Anlaufpunkt des P-Berger Nachtlebens entwickelt. Der Name hat seinen Ursprung in der afrikanischen Sprache Swahili und bedeutet soviel wie "keine Probleme". Doch die sorgenfreien Zeiten sind jetzt vorbei.

Jetzt ist es amtlich. Der Kiosk soll einem neuen Radweg weichen. Straßenbau hat im Bezirksamt Pankow eindeutig Vorrang vor Kultur und Handel. "Der Kiosk kommt weg!" zitiert der Tagesspiegel ausgerechnet den ehemaligen Chef von Netzwerk Spiel/Kultur Jens-Holger Kirchner. Der ehemalige Aktivist für Sub- und Soziokultur hat sich schon vor Jahren die langen Haare abgeschnitten und den grünen Parka an den Nagel gehängt. Jetzt fungiert er in Pankow als Verkehrsstadtrat für die Grünen.

Das Engagement des Bezirks für den Ausbau von Radwegen ist löblich. Doch wenn der letzte noch einigermaßen belebte Zipfel Prenzlauer Bergs im nächsten Jahr auch noch öffentlichem Straßenland weichen muss, gleicht das einem kulturellen Todesstoß für den Bezirk. Natürlich kann man dagegen argumentieren. Natürlich kann sich der Kiosk einen neuen Standort suchen, natürlich sind vom Straßenbau Berlin Ecke Schönhauser keine Jugend- und Kultureinrichtungen betroffen.

Vielleicht werten es manche Leute sogar als positiven Nebeneffekt, wenn "Horden betrunkener Jugendlicher" dadurch auch aus dem Straßenbild verschwinden. Das Bewusstsein dafür, dass ein solcher Kiosk zum Zentrum urbanen Lebens im Bezirk und damit zu einem entscheidenden weichen Standortfaktor geworden ist, scheint es bei den Entscheidungsträgern nicht zu geben. Erreichen wird man damit jedoch nur eins: Prenzlauer Berg für Einheimische wie für Gäste der Stadt in Zukunft nicht mehr und nicht weniger attraktiv sein als etwa die Stadtzentren von Oldenburg, Duderstadt oder Zwickau.
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Donnerstag, Juni 19, 2008

Sommernachtstraum im Hexenkessel

Kennt noch jemand den Hexenkessel, das alternative Hoftheater in Prenzlauer Berg? Nein? Nicht so wild. Ist ja auch 14 Jahre her. Die Zeiten ändern sich. Das Theater gibt es noch, auch wenn es P-Berg den Rücken zugewandt hat. Das Spreeufer hinterm abgerissenen Schloss Monbijou ist zur neuen Heimat der Volxtheaterspieler geworden. Jetzt beginnt für die Hexenkessler die Open Air Saison. Zum Auftakt gibt es Shakespeares Verwirrspiel "Sommernachtstraum"



Beeindruckend wirkt das neue Amphitheater aus Holz im italienischen Renaissance-Stil.
Karten kosten zwischen 13 und 16 Euro.
Mehr Informationen hier. Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Samstag, Juni 07, 2008

Leben und leben lassen

Nein! Ich habe kein Problem mit Schwaben. Habe ich wirklich nicht. Ich kenne sogar Leute aus der Ecke, die ich sehr schätze. Manche haben mich schon zum Rote-Grütze-Essen eingeladen. Andere haben mir extrem leckere Pizza gemacht und leckere Nudeln. Ich hatte sogar mal eine Freundin, deren Vorfahren aus dem Schwabenländle an die Wolga gezogen sind. Gegen Schwaben habe ich nichts.

Der Widerstandskämpfer Georg Elser war Schwabe. Stauffenberg und Einstein auch. Mörike und Hauff ebenso.

Ich habe nur ein Problem mit Leuten, die von meiner Stadt nur nehmen wollen und nicht bereit sind, ihr das zurück zu geben, was sie ihr permanent entziehen, ganz unabhängig von ihrer Herkunft. Was im Reiseführer als "Szene"-Viertel, Künstlerviertel, Kneipenmeile oder sonst wie deklariert wird, ist trotzdem noch Wohngegend und nicht Ballermann 7.

Ich bin frustriert, wenn mir Leute ihre Dorf- und Kleinstadtmentalität überhelfen wollen. Gerade als jemand, der seinen Teil zum Reifen von Sub- und Soziokultur in dieser Stadt beigetragen hat, trifft mich das sehr und tut auch ganz schön weh. Mit Schwaben hat das nichts zu tun. Es gibt auch genügend Berliner, die die gleiche Mentalität an den Tag legen. Das finde ich immer sehr ärgerlich.

Zum besseren Verständnis für Aussenstehende: In Berlin hat sich das Wort "Schwabe" leider als Synonym für einen gewissen Schlag Menschen eingebürgert, der für Bohemian Bourgeois, für Schnösel, Yuppies, Agenturfutzies und hippe Neureiche gleichermaßen benutzt wird. Das ist nicht auf meinem Mist gwachsen. Der Begriff ist inzwischen vollkommen losgelöst von Menschen mit Wurzeln im Schwabenland. Bemerkenswert ist aber, dass jeder vernünftige Berliner beim Hören des Wortes "Schwabe" im übertragenen Sinn stets ein klares Bild eines Menschen im Kopf hat, der nicht gleich zwingend die schwäbische Mundart beherrscht. Mittlerweile geht es mir sogar selbst auf die Nerven, wenn ich das Wort höre.

Inzwischen sind mir die hornbebrillten Agenturpapies schon lieber als das neue P-Berg-Publikum, das auch nur noch aus johlenden Dorfdiscoschlägern, Klassenfahrten und Hostelgästen auf Kneipentour besteht.

Das Problem, das viele Leute hier haben, ist eher ein soziales und auf keinen Fall ethnischer Natur. Wer mit dazu beiträgt, Berlin zu einer so facettenreichen und schillernden Stadt machen, braucht sich nicht angesprochen fühlen. Echte Berliner gibt es nämlich auch nicht. Wir sind alle Hugenotten, Polen und Sachsen.

Freitag, Mai 30, 2008

Orphtheater vor dem Aus

Alles deutet darauf hin, dass das Orphtheater ab 2009 keine Förderungen seitens des Senats mehr erhält, das wäre das Ende des Theaters und auch das Ende unserer Spielstätte auf dem Hinterhof des Schokoladens in Mitte. Die jüngste Eigenproduktion “TODESANZEIGE” von Heiner Müller (Regie: Uwe Schmieder) ist zur euro scene Leipzig - Festival zeitgenössischen europäischen Theaters 2008, einem der im deutschsprachigen Raum renommiertesten Festivals der Avantgarde, eingeladen worden.

Unter dem Motto “Sterben und Wiederauferstehen” wollen wir 2009/2010 ein alternatives Künstlerkollektiv mit jährlich 10 Premieren und 120 Vorstellungen aufbauen. Wir haben dafür prominente Mitstreiter gewonnen, unter anderem Chistine Hofer, Jo Fabian, Heiko Senst, Janek Müller, Otmar Wagner/Florian Feigl und Claudia Splitt. Dazu wird es, wenn der Senat die Fördermittel streicht, nicht mehr kommen.

Das ORPHTHEATER existiert seit 1990 und ist eine der ältesten und erfolgreichsten freien Ensemblegruppierungen in Berlin. Seit 2004 gab es mehr als 35 Premieren in dem Haus. Für den Erfolg sorgten auch die 25 Gastinszenierungen unterschiedlichster Genres. Mit über 12.000 Zuschauern in den letzten vier Jahren ist die Spielstätte auch bundesweit eines der renommiertesten freien Theater: als eine künstlerische Alternative zu der immer glatter werdenden übersanierten Berliner Mitte. Hier lebt noch der Geist, mit dem die Hauptstadt zur Zeit weltweit wirbt. Trotzdem wurden in den vergangenen Jahren die öffentlichen Förderungen Schritt für Schritt gesenkt (von 125.000 Euro in 1999/2000 auf 60.000 Euro in 2007/2008).

Samstag, Mai 17, 2008

Galerien zu Gethsemane

Im Umfeld der Gethsemane-Kirche im Bezirk Prenzlauer Berg hat die Galerie von Anke Zeisler ihren Stammsitz. Wie kommt man dazu, eine Galerie zu eröffnen und wie ist Anke Zeisler überhaupt zur Kunst gekommen? "Durch meine Mutter. In meiner Kinderzeit schrieb und vor allem zeichnete sie Kinderbücher. Ich habe das gesehen und selbst gern gemalt. In der Schule hieß es immer: Du wirst mal Künstlerin. Aber ich dachte, so gut bin ich nicht."

So studierte sie Pädagogik (Kunsterziehung und Deutsch) an der Humboldt-Universität. "Es war eine klassische akademische Ausbildung plus Kunstgeschichte." Nach dem Studium unterrichtete Anke Zeisler dann für kurze Zeit an einer Schule in Berlin-Oberschöneweide. Es folgte 1981 ein privater Umzug nach Frankfurt/Oder. "Dort fing ich im 'Zentrum für künstlerische Werkstätten und Bildende Kunst' an. Das war eine Einrichtung, die mit Künstlern des Bezirks zusammengearbeitete. Ich leitete da den Bereich 'Ausstellungspolitik'. Da habe ich von der Pike auf gelernt, wie man Ausstellungen organisiert: Planung, Atelierbesuche, Auswahl der Werke, Ausstellungs-Aufbau, Reden und Katalogtexte schreiben."

Die Idee, eine eigene Galerie zu eröffnen, hatte Anke Zeisler schon lange. "Ja. 2001 ging ich nach Berlin und eröffnete da im November meine eigene Galerie. Ich hatte das Gefühl, die Zeit war reif dafür und ich wusste, wie ich das mache. Das Geld reichte für ein Jahr, und ich sagte mir, wenn das verbraucht ist ohne es geschafft zu haben, kann ich ja zurückgehen." Sie fand es schon immer spannend, neue Künstler kennenzulernen, und hatte durch die langjährige Kuratorentätigkeit viele Kontakte. "Die Künstler, die ich am meisten schätzte, fragte ich, ob sie bereit wären, in meiner Galerie auszustellen. Die erste Ausstellung bestritt Ruth Tesmar."

Als Anke Zeisler eines Tages eine ihrer Künstlerinnen der Guardini-Stiftung wegen der dort gepflegten Verbindung von Kunst, Religion und Philosophie erfolgreich empfohlen hatte, zeigte sich, dass die Stiftung mit der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde kooperierte und dort gerade die letzte Ausstellung plante. "Mit dem Mäzen und Betreiber der Kunsthalle gab es gab es schnell Gespräche über die Zukunft und das weitere Programm der Kunsthalle, und im März 2006 wurde ich als Kuratorin bestellt. Seit dem kann ich dort das künstlerische Programm gestalten. Die erste Ausstellung zeigte Werke von Sylvia Hagen und Dorit Bearach. Die Kunsthalle hat einen Förderverein, dem Reinhardt Stangl vorsteht." Und ganz nebenbei kuratiert Anke Zeisler noch Ausstellungen für Museen und andere Auftraggeber, macht Kataloge und ist Kunst-Beraterin eines großen Münchner Unternehmens, das in Berlin eine Repräsentanz unterhält.


Veit Stiller
www.galerie-zeisler.de

Montag, April 07, 2008

Blick nach Köpenick: Nie wieder Mellowpark

Auf dem Gelände der Fotochemischen Werke an der Friedrichshagener Straße sollen in den nächsten Jahren rund 200 Wohnungen entstehen. Eigentümer des rund 50 000 Quadratmeter großen Areals ist die Berner Group aus Wiesbaden. "Wir wollen die denkmalgeschützten alten Werkhallen sanieren und daraus hochwertige Wohnungen und Lofts machen", sagte Alexander Heder vom Unternehmen. Außerdem sollen rund um einen großen Spielplatz Neubauten entstehen - sogenannte Townhouses - sowie Reihenhäuser. Ein Plattenbau werde abgerissen. Zwei historische Gebäude würden weiter gewerblich genutzt: Auf dem Areal sind neben der Fotochemische Werke GmbH etliche kleinere Firmen angesiedelt; auch das Stadttheater Cöpenick soll an seinem Standort bleiben. Baubeginn ist für das kommende Jahr vorgesehen.

Noch laufen die Planungen, doch im Bezirk denkt man schon weiter: Das Freizeitgelände Mellowpark mit Fußball- und Basketballfeldern, Skater- und BMX-Rampen muss nach Abschluss der diesjährigen Saison weichen. Eine solche Nutzung nur wenige Meter neben dem neuen Wohngebiet könnte stören. Der Mellowpark soll im kommenden Jahr auf einer Fläche hinter dem Rathaus Treptow neu aufgebaut werden. Schulstadtrat Dirk Retzlaff (SPD) geht nicht davon aus, dass es dort zu Beschwerden von Anwohnern wegen des Lärms kommt. "Ein Lärmgutachten besagt, dass die vorgeschriebenen Werte nicht überschritten werden." Der Abstand zwischen Wohnhäusern und Mellowpark betrage gut 200 Meter, außerdem stünde noch eine Schule dazwischen. Für den Mellowpark sollen ein ehemaliger Tennisplatz, eine Schulgartenbrache sowie der Sportplatz der Schule neu gestaltet werden. An dieser Gestaltung will der Bezirk auch die Berner Group finanziell beteiligen: "In einem städtebaulichen Vertrag soll sich der Investor zu bestimmten Beiträgen verpflichten."

Karin Schmidl

Freitag, März 28, 2008

Schöne Zwischennutzung in der Schönhauser

Immer wieder bleiben Neugierige vor dem Schaufenster der Schönhauser Allee 8 stehen - dort, wo früher der Tattoo-Shop des White Trash war. Was sie sehen, sieht ganz und gar nicht nach Laden aus. In einem der Räume hinter der Scheibe hängen Bilder an der Wand, daneben sieht man ein rot beleuchtetes Durcheinander verschiedenster Gegenstände. Sechs Wochen lang hat sich dort auf 200 Quadratmetern der aus Barcelona stammende Künstler Anton Unai ausgetobt. Kurz vor Ostern wurde der 33-Jährige fertig; zwei Wochen lang kann man jetzt die künstlerische Zwischennutzung bewundern

Unai ist kein Street Artist, aber auch er benutzt oft Wände statt Leinwände für seine Bilder. Zudem hat er fast alle Materialien, auf die er malt oder mit denen er Installationen gestaltet, auf der Straße gefunden und gesammelt. "Ich bringe die Straße lieber in die Galerie, als sie schöner zu machen", sagt Unai, der seit zwei Jahren in Berlin lebt. Eigentlich wollte er damals nur eine Woche bleiben. "Aber ich verpasste ein paar Flüge, traf ein paar Frauen und ich habe mich in den Regen und das schlechte Wetter verliebt", erklärt der Künstler, der in Prenzlauer Berg wohnt und am Südstern in Kreuzberg ein Atelier hat.

Die Installation namens "Ultimatium" ist sein bisher größtes Werk, präsentiert wird es von der Circleculture Gallery, über die gerade die New York Times berichtete. In einem Raum hängen Zeichnungen an einer Leine über einem Berg aus Kartons, in einem anderen Bilder, im größten Raum hat Unai die Wände bunt bemalt und ganz hinten wurde ein Schießstand aufgebaut. Herzstück ist aber ein Labyrinth, das einem Internierungslager nachempfunden ist. "Ich denke nicht nach, wie etwas werden soll, es entsteht einfach", sagt Unai.

Besichtigung: sonnabends 14-18 Uhr und auf Anfrage unter berlin@circleculture-gallery.com

Sonntag, März 09, 2008

Doch noch Künstler in Prenzlauer Berg

Ein Stasispitzel belog sie, der zweite verließ sie. Der Tagesspiegel über die Malerin Cornelia Schleime.

Montag, November 05, 2007

Stasiakten auf dem internationalen Kunstmarkt

An einem trüben Herbsttag schlenderte ich mit einer befreundeten Ausstellungsmacherin über das diesjährige Art Forum Berlin. Durchquerte eine Koje nach der anderen, sah nervende Biskys tonnenweise bei der Galerie Crone, Gemischtwaren bei Eigen + Art und Unmengen Fotos. Landschaftsfotos, großformatige C-Prints oder Porträtfotos, kleinformatig, in schwarz-weiß. Meine Begleiterin blieb dann ungewöhnlich lange bei einer Galerie stehen.

Ich sah inzwischen eine weitere Ausstellungshalle durch und fand sie anschließend, noch immer bei der gleichen Galerie, interessiert in einem Katalog blätternd. Was gab es zu sehen? Bei dem Amsterdamer Aussteller „Ellen de Bruijne Projects“ hing eine Reihe gerahmter schwarz-weiß Aufnahmen mit der flüchtigen Ästhetik von Paparazzifotos.

Gekennzeichnet als BStU-Kopie erkannte ich auf den Observationsfotos der Staatssicherheit eine Gruppe nackter Menschen am FKK-Strand und auf einem anderen eine rauchende Frau in einem Zimmer, welche auch im Katalog des Artforums auf der Seite eben dieser Galerie anonymisiert abgedruckt wurde. Der Preis je Foto bei einer Auflage von 3 + 1 AP wurde mit 3.800 bis 5.000 Euro angegeben. Auf einem daneben hängendem Screen zeigte die Galerie Stasifilmaufnahmen eines öffentlichen Platzes. Die Arbeiten wurden der spanischen Künstlerin Dora Garcia zugeschrieben.

Dora Garcia Interesse an dem Thema wurde in Vorbereitung eines Projektes, das sie innerhalb des Blinky-Palermo - Stipendiums in Leipzig realisieren wollte, geweckt. Auf der Suche nach Wolfgang Hilbigs „Ich“ stieß sie im Netz zufällig auf den Artikel „Loyal Dissidents and Stasi Poets“ und fand das dies nun spannend genug wäre, um es künstlerisch zu verarbeiten, so sie selbst in einem Interview mit Julia Schäfer von der GfzK in Leipzig.

Im Zuge der geplanten Ausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig arbeitete sie eng mit Julia Schäfer zusammen und erhielt Fotos und Filmaufnahmen aus dem Archiv der BStU. Garcia entwickelte eine fiktive Geschichte und brachte diese mit Leipziger Schauspielern zur Umsetzung. Daraus ging der Film "Zimmer, Gespräche", der auch der Titel ihrer Ausstellung und des dazugehörigen Kataloges in Leipzig war, hervor. Anhand von originalen Mitschnitten und Dokumenten hat Dora García in einer Wohnung Dialoge zwischen einem Stasiführungsoffizier und einem IM inszeniert. Der Film wurde in der Ausstellung von mehreren Stasi-Videos und Stasi-Fotos begleitet. Die Videos "window", "car", "walking man", "couple" oder "house" zeigen den Alltag verschiedener Menschen. Wie sie ihr Wohnhaus verlassen, wie sie ihr Auto waschen, wie sie sich auf der Straße bewegen.

García hatte die zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellten Überwachungsvideos, Filme, Fotos und das Lehrmaterial der Stasi gesichtet und bezog diese in ihre eigene künstlerische Arbeit. So sieht man in dem Ausstellungskatalog auf einigen Seiten BStU- Fotos von Punks, die erkennungsdienstlich behandelt wurden. Und auch die oben erwähnte Porträtaufnahme einer Frau. Diese heißt dann Smoking Lady, end of the seventies. Es handelt sich bei dieser Frau um Tina Krone, Mitgründerin des Neuen Forums und leitende Mitarbeiterin der Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin. Die Punks sind aus Erfurt und heißen CD Spinne, OT…. usw. Keine dieser Personen wusste etwas von ihrer künstlerischen Vermarktung oder wurde namentlich erwähnt.

Auf der Veranstaltung von Zimmer, Gespräche zu Konspirative Wohnungen im Rahmen der Ausstellung „ Konspirative Wohnungen / Conspiracy Dwellings“ im Kunsthaus Erfurt am 24. Oktober darauf von der Geschäftsführerin Monique Förster im Beisein der Presse angesprochen, erklärt Dora Garcia wahrheitswidrig sowohl einen Vertrag mit der BStU , der diese Vorgehensweise stützt, als auch die Einwilligung der Betroffenen erhalten zu haben. Unabhängig davon sei es mit der Fotoauswahl und der Rahmung der Abzüge zu ihrer künstlerischen Arbeit geworden.

In Fachkreisen murrt es immer lauter und so war nicht verwunderlich, dass bei der Tagung „Vergangenheit in der Gegenwart. Gesellschaftlicher Diskurs zum Umgang mit Diktaturgeschichte in Europa“ bei der Stiftung Genshagen, am 26. Oktober, wo Garcia ins Podium geladen war, einige der Beteiligten schon im Bilde waren. Schnell wechselte die Diskussion vom geplanten Thema „Freiheit und Diktatur im Film“ zu den Fotos von Dora Garcia. Bemerkenswerterweise wurde einen Tag vorher das auf der Internetseite ihrer Galerie veröffentlichte Foto der rauchenden Frau entfernt. Auf dem Podium jedoch rechtfertigte sie die Vermarktung und wiederholte ihre These von der Freiheit der Kunst. Die anwesende Marianne Birthler wies dies energisch zurück und kündigte rechtliche Schritte an. Ihre Justiziare haben den Fall auf den Tisch.

Gewöhnten wir uns schon an die Vermarktung von Fahndungsfotos der RAF-Mitglieder der ersten Generation in allen Arten, ist der Verkauf von Stasifotos in den letzten 17 Jahren nur im Zusammenhang mit „Enthüllungen“ in großen deutschen Magazinen und Fernsehbeiträgen bekannt geworden. Eine alte, nicht beantwortete Frage aus Zeiten der Stasizentralenbesetzungen lautete: Wem gehören die Akten? Den Betroffenen, dem Staat oder dem Markt.

natter | 04.11.07 21:06 | Ost:blog

Mittwoch, Oktober 24, 2007

ZDF schickt Gido Knopp nach Prenzlauer Berg

In den Gewölbekellern der Königsstadt-Brauerei in der Saarbrücker Straße dreht der Doku-Drama-Regisseur Guido Knopp zur Zeit "Die Wölfe", einen Film über das Schicksal einer Jugendclique im geteilten Deutschland.

Montag, Oktober 08, 2007

P-Berg ist nicht resistent gegen Strukturwandel

"Prenzlauer Berg ist nur noch Simulationen einer anderen, nichtdeutschen Lebenskultur für jugendliche Kulturtouristen."
Warum das so ist, kann man heute in der taz lesen.

Wenn man nicht ins Schema passt

In der Kulturbrauerei im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg spielen derzeit viele geistig behinderte Menschen Theater, die genau wissen, was es bedeutet, nicht in gesellschaftliche Schemata zu passen. Auf der dortigen Bühne erleben die zahlreichen mutigen Darsteller ihre eigene Behinderung als Stärke. Vor 17 Jahren haben die beiden erfolgreichen Theaterleute Gisela Höhne und Klaus Erforth diesen neuen Schritt gewagt und den RambaZamba-Trägerverein Sonnenuhr e.V. gegründet. Inzwischen hat sich diese ungewöhnliche Truppe zu einer Künstlergemeinschaft von rund 150 Teilnehmern gemausert, die unter anderem Schauspiel, Artistik, Malerei und bildende Kunst praktizieren. Das erfolgreiche Theater verfügt inzwischen über drei Ensembles, die professionell arbeiten, sich in der Szene und auch beim Publikum einen guten Namen gemacht und auch bereits zahlreiche Auszeichnungen sowie Preise erhalten haben. Das berichtet heute Springers Welt.

Samstag, September 22, 2007

Wie hipp ist mein Bezirk?

Prenzlauer Berg und Mitte gelten als extreme Szenebezirke mit coolen Bars, Clubs und Klamottenläden. Der Anteil an jungen Einwohnern ist hoch, auch Stars und Sternchen geben sich die Klinke in die Hand. Aber ist wirklich alles so hipp, bunt und glitzernd? Nervt der allabendliche Krach auf den Feiermeilen nicht manchmal? Und was hat man eigentlich davon, im gleichen Kiez zu wohnen wie Brangelina, Ben Becker und Uma Thurmann? Nichts als hohe Mieten?

meinberlin.de befragt jetzt seine User: Was ist besonders gut oder schlecht am Leben in Mitte und Prenzlauer Berg? Wer ist der prominente Nachbar, denn Ihr gerne grüßt oder beschimpft?

Donnerstag, Juni 28, 2007

Der Ruf ist im Eimer

Die Bilder, die zu den Texten abgedruckt sind, sind etwas erschreckend: die Hälfte sieht, wie jedes Jahr, so aus, als käme sie direkt aus Prenzlauer Berg, mit Prenzlauer-Berg-Brillen und Prenzlauer-Berg-Haaren, und neben den Bildern steht dann, dass sie wirklich aus dem Prenzlauer Berg kommen oder zumindest aus Berlin.


Das schreibt FAZ-Autor Volker Weidermann heute in einem Feuilleton-Artikel über den Bachmann-Wettbewerb. Im obigen Zitat bezieht er sich auf die Literaturzeitschrift Volltext, die den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gab, sich selbst schriftlich vorzustellen.

Das sind Jörg Albrecht, Martin Becker, Christian Bernhard, Jan Böttcher, Andrea Grill, Björn Kern, PeterLicht, jagoda Marinic, Milena Oda, Kurt Oesterle, Ronald Reng, Silke Scheuermann, Fridolin Schley, Jochen Schmidt, Lutz Seiler, Thomas Stangl, Michael Stavaric, Dieter Zwicky. Ich kenne keinen aus dieser Liste.

Samstag, September 16, 2006

Zur Diskussion

Verranzt, Kult, anders - alles Attribute für den nördlichen Stadtteil in Berlins Mitte. Vor allem ist Wedding so, wie Berliner den Prenzlauer Berg kurz nach der Wende beschreiben. Heruntergekommen, billig, mit kreativem Potential en masse.

Das hab ich gerade in einem Artikel auf meinberlin.de zum Umsonstladen gelesen. Wer teilt diese Auffassuing?
Ich habe da gerade noch einige Probleme mich zu positionieren.