Dienstag, Oktober 28, 2008

Gentrizierung in der Provinz

Der Blogger Andrej Holm ist seit letztem Jahr der wahrscheinlich bekannteste Stadtsoziologe Deutschlands. Holm hielt letzte Woche in Graz einen Vortrag zum Thema Gentrifizierung.
Anbei der Vortrag als Audiobeitrag von FreieRadios.net.

>>Download Vortrag<< (mp3)

Samstag, Oktober 25, 2008

Ich will nicht an den Pranger gestellt werden

Wer steht schon gerne am Schandpfahl? Niemand. Doch irgendwie erlebt das Mittelalter ja in den letzten Jahren eine neue Renaissance. Da wird nicht nur die Wiedereinführung der Folter unter dem positiver klingenden Deckmäntelchen Rettungsfolter diskutiert, da gibt es auch Bürger, die ernsthaft die Wiedereinführung des Prangers durchdrücken wollen. Mit diesem Vorschlag ist gestern noch ein Berliner Bürger vor dem Petitionsausschuss des Bundestages gescheitert. Noch.

Seiner Ansicht nach müssten Menschen öffentlich an den Pranger gestellt werden, "deren herausragende Position in Politik/Gesellschaft eine besondere Vorbildfunktion fordert, und deren Fehlverhalten geeignet ist, unter der Bevölkerung schwere Irritationen oder auch Nachahmungseffekte, bei labilen Menschen, zum Nachteil derselben aber auch des Staates, herbeizuführen".

Es ist offensichtlich, dass weder Napoleons Code Civil und der damit einhergehende moderne Strafvollzug noch Aufklärung oder rechtsstaatliche Prinzipien in der Bevölkerung dauerhaft Anerkennung gefunden haben. Das finde ich erschreckend.

Auf meinem täglichen Weg zur Arbeit komme ich immer am Hausvogteiplatz vorbei. Die Wenigsten wissen es. Doch an dieser Stelle wurde 1853 zuletzt eine Person an den Pranger gestellt. Meineid lautete das Urteil gegen die Frau. Einen kurzen Erlebnisbericht kann man in Johannes E.S. Schmidts Buch "Die Französische Domschule und das Französische Gymnasium zu Berlin. Schülererinnerungen 1848-1861" nachlesen.

„... als es uns auffiel, dass sich vor der Hausvogtei eine neugierige Menschenschar unruhig vor etwas herumdrängte. Wir beschleunigten unsere Schritte und erblickten nun eine schon ziemlich bejahrte, korpulente Frau, mit den Händen rücklings an einen Pfahl gebunden, über dem zu lesen war: ‚Wegen Meineid‘. Man schrieb damals 1853. Es war also ein auf der Höhe der Reaktion gemachter Versuch, die mittelalterliche Strafe des Prangers wieder einzuführen. Als wir um zwölf Uhr auf dem Rückwege an derselben Stelle standen, war das uns Jungen natürlich sehr interessierende Schauspiel bereits von der Bildfläche verschwunden. Die Regierung hatte wohl eingesehen, dass sie nach 1848 so etwas den Berlinern nicht mehr bieten durfte.“


Ich hoffe nur, dass uns solche Szenen noch lange erspart bleiben.

Mittwoch, Oktober 22, 2008

Erinnerung an Kindertransporte

Die Initiative "Zug der Erinnerung" hat in der ersten Jahreshälfte für Schlagzeilen gesorgt. Anlässlich der Einweihung einer Gedenkskulptur "Züge ins Leben
- Züge in den Tod" am S-Bahnhof Friedrichstraße, die an die Kindertransporte nach England vor 70 Jahren erinnern soll, wurde heute die Website www.kindertransporte.de online gestellt. In den nächsten Tagen wird die Homepage zum Denkmal noch mit Inhalten gefüllt.

Dienstag, Oktober 21, 2008

Sei Gast, sei im Ausland, sei Berlin!




Sei da oder sei Quadrat. Und zwar alle.

Wir sind die Sparkasse

Die "Wir sind das Volk"-Rufe in den Straßen von Prenzlauer Berg sind seit knapp zwei Jahrzehnten verhallt und verstummt. Heute ruft man: "Wir sind die Sparkasse" oder: "Wir sind der Waschsalon", zum Beispiel in der Sparkasse Danziger Straße Ecke Greifswalder oder am Alexanderplatz.

Sonntag, Oktober 19, 2008

Sweet Meditation

Wie andere Menschen meinen Bezirk wahrnehmen, finde ich immer wieder interessant. Seit letzter Woche schwirrt der Clip " A day in a life" von Youtube-User Krokymovie im Netz herum. 90 Leute haben ihn bisher gesehen. "Sweet Meditation" singt da jemand über sanftes Klanggeplätscher zu goldgrünen Videoaufnahmen zwischen Kollwitzplatz und Kulturbrauerei.

P-Berg-Newsticker

+++ BVV hat Ausbau der Oderberger Straße beschlossen, Gehwege und Fahrbahn werden erneuert, zehn Gehwegvortstreckungen werden gebaut, Pflanzschalen und Bäume bleiben, zehn neue Bäume werden gepflanzt. Die Denkmalschutzbehörde hat jedoch Bedenken angemeldet. Bios (Website der Bürgerinitiative Oderberger Straße) +++ Der türkische Schriftsteller und Journalist Murat Uyurkulak stellt am Montag, 20. Oktober sein Buch Zorn über die jüngere Geschichte der Türkei vor. Die Lesung findet im VIA, Verbund für Integrative Angebote Berlin, Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin statt. Anmeldung: n.pazer@via-berlin.de oder unter 030 44354813 +++ Die Schaubude Berlin, Nachfolgerin des Puppenthaters Berlin am S-Bahnhof Greifswalder Straße feiert mit dem Festival "Dialog der Dinge// Diagonale" noch bis 22. Oktober ihren 15. Geburtstag. +++ Blinde führen im Rahmen des Ohrenstrand-Projektes auf dem Pfefferberg Gehörte Stadt durch Prenzlauer Berg. Anmeldung unter info@ohrenstrand.net oder per Telefon 030 2474 9870 +++ Auf eine erste Weinlese am Wasserturm und in Volkspark Prenzlauer Berg hoffen die Hobbywinzer vom Förderverein Weingarten Berlin im nächsten Jahr. +++ Vermessungsamt veröffentlicht neue Pankow-Karte im Maßstab 1:150.000 mit Grundstücksnummerierung, erhältlich für 10 Euro im Amt, Storkower Straße 97, Ecke Kniprodestr. +++ Die neue Ausstellung "Wasser ist Leben" in der Heinrich-Böll-Biblliothek, Greifswalder Straße 87 läuft noch bis 31. Oktober. +++ Kellerreste bei Spielplatzbauarbeiten auf dem Gelände der Turnvater-Jahn-Grundschule in John-Scher-Straße gefunden +++

Mittwoch, Oktober 15, 2008

Züge nach A.

Wer durch die Straßen Berlins läuft, berührt mit jedem Schritt geschichtsträchtigen Boden. Die meisten Bewohner und Gäste der Stadt sind sich dessen nicht bewusst. Ausnahmen bestätigen die Regel. Rebel One, Berlins dienstältester MC hat gemeinsam mit Chris von Mobtik ein neues Video zu seinem Track "Züge nach A." veröffentlicht. Der Titel und die Bilder sprechen für sich und bedürfen keines weiteren Kommentars meinerseits. Der Clip ist eine Collage aus Dokfilm-Footage und Berlin-Atmo-Aufnahmen, die im Zentrum Berlins zischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof gedreht wurden.

Samstag, Oktober 11, 2008

Its like a Jungle sometimes



Manchmal, wenn ich so vor meiner Haustüre stehe und von den Gästen der umliegenden Hostels und aus den Reisebussen heraus begafft werde, fühle ich mich wie diese kleine süße Schlange, nur bin ich nicht so konsequent im Handeln wie sie.

Donnerstag, Oktober 09, 2008

Jörg Riders "MAGIC COLORZ"

Endlich, endlich, endlich! Das härteste Graffiti-Video aller Zeiten ist endlich online. Ich wollte schon gar nicht mehr dran glauben. Krasse Live-Actions, alles echt, nicht gestellt oder gekünstelt. Purer Nervenkitzel und Spannung bis zur letzten Minute. Ein unglaubliches Showdown.
Der elfminütige Film entstand im Februar 2004 in den klirrend kalten Straßen Berlins. Der Abspann liest sich wie das Who is Who der besten Bomber Berlins: Action, Akira, Area, Atari, Babo, Blaze, Broa, Desty, Dizzy, Dyoe, Fiona, Hesht, Keor, Khane, King Kies, Kosmo, Kripoe, Monkey, Mony, Nerz, Relax, Ride, Roger, Sekt, Spair, Sydoe, Tina, Trick 17, Vegan. Richtig großes Kino!


Magic Colorz from Hans Meier on Vimeo.
Blind Hazard Productions presents: Jörg Riders Magic Colorz

feat.: CBS, CMA, REZ, NVE, FDC, LG, Kingz Are Us, Love Gang, PVC, HCB, VEB, TC5, KHC, DRM, ACAB, EMU, EVOKS, KO, BND und viele mehr.


Musik: DJ V.Raeter, Loco (vom Steiner-Album Disko in der U-Bahn)
Ausschnitte aus dem Soundtrack zum freien Runterladen:
>>Jörg Rider, DJ V.Raeter-"Real Champaign"<< vom Rider-Album Verdammt ich lieb Dich

>>Loco - Moskau bei Nacht<<
vom Album Steiner und seine Kumpels machen Disko in der U-Bahn.

>>Ill Scripts - Funkviertel #3 Da Dirty Versions<<

Jörg Rider auf Myspace

Dienstag, Oktober 07, 2008

NO to Arena

Eine zehnminütige Dokumentation zu den Ereignissen hinter den Kulissen der Eröffnungsveranstaltung der O2-World hat der Freundeskreis Videoclips jetzt hier veröffentlicht. Ist nett geworden.

Freitag, Oktober 03, 2008

Donnerstag, Oktober 02, 2008

P-Berg-Newsticker

+++ Autorin Gesina von Schroeder veröffentlicht Buch über Helmholtzplatz +++ Kulturbrauerei wird Festivalzentrum der Popkomm +++

Mittwoch, Oktober 01, 2008

Prenzlauer Berg von oben



Ich stehe ja auf so kleine und unkommentierte Fundstücke. Brianjsnead nennt sich der Youtuber, der dieses Stück Zeitgeschichte ins Netz gestellt hat. Wer den Bezirk einigermaßen kennt, wird schnell die Straße erraten, in der dieser Panoramablick gefilmt wurde.

Münti nach Ypsilanti telefonieren

Solang die Mühlen der Justiz noch mahlen, soll dieser Telefonmitschnitt möglichst viele Menschen erfreuen. Auch das ist gelebte Demokratie.