Das Ostkreuz verändert sich. Jetzt verschwindet die Autobrücke hinter der Ringbahn.
Die schönsten Ostkreuz-Links gibt es hier:
http://ostxgui.de
http://www.ostkreuzblog.de
http://www.bahnfotokiste.de
Posts mit dem Label Ringbahn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ringbahn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, Mai 30, 2008
Mittwoch, April 09, 2008
P-Berg steht ab 2009 für Parkzonenberg
Prenzlauer Berg gleicht immer mehr der Kölner Innenstadt. Fast ganz Prenzlauer Berg soll nächstes Jahr Parkzone werden. Anwohner müssen bald eine Vignette beantragen.
Erst kürzlich wurden in Mitte drei neue Gebührenzonen eingerichtet. Eine Stunde parken kostet zwei Euro). Das Bezirksamt Pankow plant eine große Parkzone von der Ringbahn bis zur Torstraße (ehemals Wilhelm-Pieckstr.), vom ehemaligen Mauerstreifen bis zum Friedrichshain. Das Tiefbauamt hat jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese solle die Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung prüfen.
Erst kürzlich wurden in Mitte drei neue Gebührenzonen eingerichtet. Eine Stunde parken kostet zwei Euro). Das Bezirksamt Pankow plant eine große Parkzone von der Ringbahn bis zur Torstraße (ehemals Wilhelm-Pieckstr.), vom ehemaligen Mauerstreifen bis zum Friedrichshain. Das Tiefbauamt hat jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese solle die Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung prüfen.
Sonntag, April 06, 2008
Parkstadt statt Stadtpark
Berlin - Sie schießen wie Pilze aus dem Boden. Seit 1. April sind in Mitte drei neue Parkzonen in Betrieb. Und schon bald könnte im benachbarten Prenzlauer Berg ein weiterer, riesiger Abzock-Bereich hinzukommen.
Die Choriner Straße teilt beide Bezirke. Die Hausnummern 1 bis 64 gehören zu Mitte, die restlichen zu Prenzlauer Berg. Pech nur für die Autobesitzer in Mitte: Bei ihnen ist das Parken seit diesen Dienstag kostenpflichtig, also suchen sie sich ein paar Meter weiter jetzt einen neuen Stellplatz. Richtige Revierkämpfe sind seitdem ausgebrochen. Jens-Holger Kirchner, Stadtrat für Öffentliche Ordnung in Prenzlauer Berg: "Anwohner der Choriner Straße, Templiner Straße und vom Teutoburger Platz haben mich daher gebeten, in unserem Bezirk auch eine Parkzone einzurichten. Sie erhoffen sich dadurch wieder einen Stellplatz vor der Haustür."
Und der Grünen-Politiker hat auch schon genaue Pläne für die Zone in der Schublade. Sie umfasst den Bereich zwischen Mauerpark bis zur Kniprodestraße in West-Ost-Richtung und vom S-Bahn-Ring bis zur Torstraße in Nord-Süd-Richtung. Rund 100 000 Anwohner wären betroffen. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, eine Zählung der Gewerbetreibenden und Touristen vorgenommen. Auf Kiez-Veranstaltungen werden dann die Pläne offiziell vorgestellt. Stadtrat Kirchner: "Eine Anwohner-Vignette kostet nicht mehr als eine Tankfüllung – nicht dramatisch." Im neuen Jahr könnte das Parken somit auch in Prenzlauer Berg kostenpflichtig sein.
R. Gorny
Die Choriner Straße teilt beide Bezirke. Die Hausnummern 1 bis 64 gehören zu Mitte, die restlichen zu Prenzlauer Berg. Pech nur für die Autobesitzer in Mitte: Bei ihnen ist das Parken seit diesen Dienstag kostenpflichtig, also suchen sie sich ein paar Meter weiter jetzt einen neuen Stellplatz. Richtige Revierkämpfe sind seitdem ausgebrochen. Jens-Holger Kirchner, Stadtrat für Öffentliche Ordnung in Prenzlauer Berg: "Anwohner der Choriner Straße, Templiner Straße und vom Teutoburger Platz haben mich daher gebeten, in unserem Bezirk auch eine Parkzone einzurichten. Sie erhoffen sich dadurch wieder einen Stellplatz vor der Haustür."
Und der Grünen-Politiker hat auch schon genaue Pläne für die Zone in der Schublade. Sie umfasst den Bereich zwischen Mauerpark bis zur Kniprodestraße in West-Ost-Richtung und vom S-Bahn-Ring bis zur Torstraße in Nord-Süd-Richtung. Rund 100 000 Anwohner wären betroffen. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, eine Zählung der Gewerbetreibenden und Touristen vorgenommen. Auf Kiez-Veranstaltungen werden dann die Pläne offiziell vorgestellt. Stadtrat Kirchner: "Eine Anwohner-Vignette kostet nicht mehr als eine Tankfüllung – nicht dramatisch." Im neuen Jahr könnte das Parken somit auch in Prenzlauer Berg kostenpflichtig sein.
R. Gorny
Labels:
Kniprodestraße,
Mauerpark,
Parkraumbewirtschaftung,
Ringbahn,
Torstraße
Sonntag, Oktober 28, 2007
Vom Arbeiterbezirk zur Bobotown
Arkaden oder Arcaden – das bleibt stets die Frage. Für die k-Version entschied man sich 1998 am Potsdamer Platz, beim c blieb es in den 1999 eröffneten Schönhauser Allee Arcaden. Beiden gemeinsam ist, dass die so betitelten Heimstätten der modernen Warenwelt mit den namensstiftenden klassischen Bogengängen wenig gemein haben. An sich lag es nahe, in der Schönhauser Allee, schon vor der Wende eine Einkaufsmeile, genau am Schnittpunkt von Tram, Bus, U- und S-Bahn, ein Einkaufszentrum zu bauen – direkt über dem S-Bahnhof, der dank eines Umbaus von 1962 auch vom Hochbahnhof der U-Bahn bequem zu erreichen ist. Im hinteren Teil des Geländes befand sich vorher ein großer Marktplatz mit Einzelhändlern. Er ist ebenso verschwunden wie der Flachbau rechts, in dem sich eines der wenigen, dafür umso begehrteren Ost-Berliner Fachgeschäfte für Meeresfrüchte befand: „Alles vom Fisch.“ Das historische Foto, aus einer Zeit, als man dort Zebrastreifen für die Fußgänger für ausreichend hielt, entstammt dem Bildband „Berlin-Ost. Das letzte Jahrzehnt“ von Thomas Uhlemann (Sutton Verlag, 127 S., 19,90 Euro).
DIE ERSTEN
Die Mauer öffnete sich 1989 zuerst an der Bornholmer Straße. Das war nur gerecht, galt doch schon zu DDR-Zeiten Prenzlauer Berg als Hort der Unangepassten, alles andere als Stromlinienförmigen. „Berlin Ecke Schönhauser“ hieß kaum zufällig in den fünfziger Jahren ein Ost-Kinohit über eine aufmüpfige Jugendgruppe. Später verband man den alten Bezirk vor allem mit Dichtern, Studenten, Kulturgruppen – noch später mit Oppositionellen, die sich in Zions- und Gethsemanekirche sammelten. Und auch heute geht der Stadtteil politisch eigene Wege: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2006 gewannen in zwei von vier Wahlbezirken Grünen-Politiker. Damit bekamen erstmals im Ostteil der Stadt die Bündnisgrünen ein Direktmandat.
DIE SPORTLICHEN
Sport ist Mord – das gilt nicht für Prenzlauer Berg. International wichtige Wettkampfstätten sind hier zu Hause. Im Velodrom fanden 1999 die Bahnweltmeisterschaften im Radsport statt. Nebenan liegt die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark. Beide Gebäude wurden für die Olympiabewerbung 2000 gebaut. Weichen musste dafür die Werner-Seelenbinder-Halle, in der viele SED-Parteitage stattfanden. Das Basketball-Team von Alba hat in der Max-Schmeling-Halle seine Heimat. Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat in Prenzlauer Berg seine Wurzeln: 1892 wurde der Verein in der Kastanienallee gegründet.
DAS GERÜCHT
Wer sagt, im Prenzlauer Berg gebe es massenhaften Zuzug? Zumindest mit Zahlen lässt sich das nicht belegen. Bevölkerungsaustausch trifft es schon eher: Alteingesessene gehen, vor allem junge Familien und besser verdienende Singles kommen. Der Ortsteil des Reformbezirks Pankow wuchs von 1991 bis 2006 nur um 879 Bewohner. Drastischer ist der Verlust, den er seit 1961 hinnehmen musste. Damals wohnten hier fast 207 000 Menschen, heute sind es knapp 145 000. Aus maroden Häusern wurden sanierte Vorzeigeobjekte. Falkplatz und Helmholtzplatz wurden 1999 in das Quartiersmanagementverfahren eingebunden. Die Maßnahme wirkte. Selbst Stars wie Heike Makatsch oder Daniel Brühl entdeckten Prenzlauer Berg für sich. Und wieder spielte dort ein Kinohit: „Sommer vorm Balkon“.
LITERATUR
Die Mauer war weg, und Robert Liebling, Rechtsanwalt, machte sich gen Osten auf: Aus „Liebling Kreuzberg“ wurde zeitweise „Liebling Prenzlauer Berg“. Ulrich Plenzdorf ersann diese Folgen der TV-Serie, formte daraus auch Bücher – schade, es gibt sie nur noch antiquarisch. Über diese Quelle kann man auch Daniela Dahns „Prenzlauer Berg-Tour“ von 1987 beziehen – und sie mit der bei Rowohlt 2001 erschienenen Wiederauflage vergleichen. Auf die Gegend um den Helmholtzplatz konzentrieren sich die Autoren in dem Band „Prenzlauer Berg im Wandel der Geschichte“ (hrsg. von Bernt Roder und Bettina Tacke, be.bra Verlag), die Perspektive reicht von den Hinterhöfen der Kaiserzeit bis zur Mahnwache in der Gethsemanekirche im Oktober 1989 und den baulichen Veränderungen der Nachwendezeit. Vor allem Zeitzeugen kommen in „Berlin Prenzlauer Berg – Alltag und Geschichte 1920 – 1970“ von Jan Jansen zu Wort (Sutton Verlag). ac / mj
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.10.2007)
DIE ERSTEN
Die Mauer öffnete sich 1989 zuerst an der Bornholmer Straße. Das war nur gerecht, galt doch schon zu DDR-Zeiten Prenzlauer Berg als Hort der Unangepassten, alles andere als Stromlinienförmigen. „Berlin Ecke Schönhauser“ hieß kaum zufällig in den fünfziger Jahren ein Ost-Kinohit über eine aufmüpfige Jugendgruppe. Später verband man den alten Bezirk vor allem mit Dichtern, Studenten, Kulturgruppen – noch später mit Oppositionellen, die sich in Zions- und Gethsemanekirche sammelten. Und auch heute geht der Stadtteil politisch eigene Wege: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2006 gewannen in zwei von vier Wahlbezirken Grünen-Politiker. Damit bekamen erstmals im Ostteil der Stadt die Bündnisgrünen ein Direktmandat.
DIE SPORTLICHEN
Sport ist Mord – das gilt nicht für Prenzlauer Berg. International wichtige Wettkampfstätten sind hier zu Hause. Im Velodrom fanden 1999 die Bahnweltmeisterschaften im Radsport statt. Nebenan liegt die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark. Beide Gebäude wurden für die Olympiabewerbung 2000 gebaut. Weichen musste dafür die Werner-Seelenbinder-Halle, in der viele SED-Parteitage stattfanden. Das Basketball-Team von Alba hat in der Max-Schmeling-Halle seine Heimat. Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat in Prenzlauer Berg seine Wurzeln: 1892 wurde der Verein in der Kastanienallee gegründet.
DAS GERÜCHT
Wer sagt, im Prenzlauer Berg gebe es massenhaften Zuzug? Zumindest mit Zahlen lässt sich das nicht belegen. Bevölkerungsaustausch trifft es schon eher: Alteingesessene gehen, vor allem junge Familien und besser verdienende Singles kommen. Der Ortsteil des Reformbezirks Pankow wuchs von 1991 bis 2006 nur um 879 Bewohner. Drastischer ist der Verlust, den er seit 1961 hinnehmen musste. Damals wohnten hier fast 207 000 Menschen, heute sind es knapp 145 000. Aus maroden Häusern wurden sanierte Vorzeigeobjekte. Falkplatz und Helmholtzplatz wurden 1999 in das Quartiersmanagementverfahren eingebunden. Die Maßnahme wirkte. Selbst Stars wie Heike Makatsch oder Daniel Brühl entdeckten Prenzlauer Berg für sich. Und wieder spielte dort ein Kinohit: „Sommer vorm Balkon“.
LITERATUR
Die Mauer war weg, und Robert Liebling, Rechtsanwalt, machte sich gen Osten auf: Aus „Liebling Kreuzberg“ wurde zeitweise „Liebling Prenzlauer Berg“. Ulrich Plenzdorf ersann diese Folgen der TV-Serie, formte daraus auch Bücher – schade, es gibt sie nur noch antiquarisch. Über diese Quelle kann man auch Daniela Dahns „Prenzlauer Berg-Tour“ von 1987 beziehen – und sie mit der bei Rowohlt 2001 erschienenen Wiederauflage vergleichen. Auf die Gegend um den Helmholtzplatz konzentrieren sich die Autoren in dem Band „Prenzlauer Berg im Wandel der Geschichte“ (hrsg. von Bernt Roder und Bettina Tacke, be.bra Verlag), die Perspektive reicht von den Hinterhöfen der Kaiserzeit bis zur Mahnwache in der Gethsemanekirche im Oktober 1989 und den baulichen Veränderungen der Nachwendezeit. Vor allem Zeitzeugen kommen in „Berlin Prenzlauer Berg – Alltag und Geschichte 1920 – 1970“ von Jan Jansen zu Wort (Sutton Verlag). ac / mj
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.10.2007)
Montag, Oktober 08, 2007
Ringbahnparty statt Disko in der U-Bahn
von Roland Ionas Bialke
Vorgestern, am 6. Oktober 2007, fand in Berlin die traditionelle Ringbahnparty statt. Etwa 70 Personen wollten in der S-Bahn feiernd die Stadt umrunden. Die Party endete jedoch in einer Farce, als etwa 50 der Partyteilnehmerinnen durch die Bundespolizei gekesselt wurden.
Gegen 18 Uhr waren auf dem Alexanderplatz etwa 70 Menschen in bester Partystimmung. Doch es sollte noch nicht losgehen, denn es fehlten die Getränke. Eine Stunde später ging es dann los. Der Mob setzte sich gemeinsam in Bewegung um vom Alexanderplatz zum Ostkreuz, also zur Ringbahn, zu fahren. Leider gab es dabei Koordinationsschwierigkeiten, sodass sich die TeilnehmerInnen später noch einmal am Ostkreuz zusammenfinden mussten.
Am Ostkreuz wurden nun die beiden Musikanlagen in Betrieb genommen. Die abgespielte Punkmusik wurde durch gemeinschaftliches Mitsingen beziehungsweise Gegröle übertönt. Schon gesellten sich zwei Security-Milizen der Deutschen Bahn zu den TeilnehmerInnen. Die Stimmung sank dadurch jedoch nicht. Gegen 19 Uhr 20 wurde die erste Ringbahn mit Fahrtrichtung entgegen den Uhrzeigersinn bestiegen und in dieser (un-)ordentlich gefeiert. Es wurde Musik gehört, geraucht, viel getrunken und gelacht. Als die DB-Milizen in der S-Bahn gegen das Rauchen und Trinken verbal einschritten und die ersten TeilnehmerInnen austreten wollten wurde eine Pause auf dem S-Bahnhof Prenzlauer Allee eingelegt. Dann ging es weiter.
Am S-Bahnhof Gesundbrunnen, aber auch schon vorher, konnten sich die TeilnehmerInnen nicht einigen ob ausgestiegen oder weitergefahren werden sollte. Dadurch wurde der S-Bahn-Verkehr ein bisschen aufgehalten. Die DB-Milizen nervten nun etwas mehr. Darum, und auch so, wurde nun mehrfach die Notbremse gezogen. Der Bahnhof wurde nebenbei zur öffentlichen Töilette umfunktioniert. Nun gab es für einige TeilnehmerInnen Bierduschen. Dabei flogen dann einige Flaschen. Es wurde gegen einen Fahrkartenautomat getreten. Den spionierenden DB-Milizen wurde zugleich deutlich gemacht, dass sie auf dem Bahnhof nicht mehr willkommen wären. Nachdem die Stimmung immer aggressiver wurde, enschieden sich die DB-Milizen zur schnellen Flucht. Da nun die Polizei erwartet wurde, verließen die Party-TeilnehmerInnen nun den Bahnhof, eventuell um woanders (U8?) weiter zu feiern. Dabei wurde versucht eine Überwachungskamera zu zerstören.
Gegen 20 Uhr trafen nun die ersten BundespolizistInnen ein. Erst zu viert und spärlich ausgerüstet kamen plötzlich etwa 40 martialisch gepanzerte und bewaffnete PolizistInnen und kesselten die verplanten Party-TerroristInnen ein.
Zwei PolizistInnen filmten von aussen einzelne und friedliche Party-TeilnehmerInnen ab. Auf Nachfrage weswegen diese Menschen festgehalten wurden und warum Sie illegalerweise abgefilmt wurden gab es keine oder nur unzureichende Antwort. Mehrere gekesselte PartygängerInnen wollten sich nicht Ihr Recht auf Ihr eigenes Bild und Ihre Bewegungsfreiheit nehmen lassen und taten das lautstark kund. Dabei gab es zwei brutale Festnahmen. Die Bundespolizei ging immer wieder in den Kessel um die Menschen drinnen einzuschüchtern oder herauszuziehen.
Der Grund der Maßnahme wurde den Party-Teilnehmerinnen immernoch nicht genannt. Allerdings wurde nun angekündigt, dass alle gekesselten Menschen erkennungsdienstlich behandelt werden. Und so geschah es dann auch. Vorher wurde jedoch ein mal mit Pfefferspray in den Kessel gesprüht, als ein Mensch wohl zu nah an einem Polizeiauto stand. Dadurch mussten ziemlich viele husten. Gegen 23 Uhr wurde erneut durch die Polizei in den Kessel gestürmt und ein Punker festgenommen. Dabei wurde er geschlagen und beim Abtransport Mund und Nase zugehalten.
Die ED-Behandlung stellte sich dann als eine Ausweiskontrolle mit anschliessender Fotosession heraus. Die meisten TeilnehmerInnen, da recht unerfahren, halfen beim Fotografieren mit. Es gab eine Fragestunde bei der einige TeilnehmerInnen wohl zuviel redeten. Danach wurde ein Platzverweis gegen die ED-bahandelten Menschen ausgesprochen. Speicherkarten von Digitalkameras wurden beschlagnahmt.
Auf Nachfrage wurde mir nun der Grund der Maßnahme genannt - Verstoss gegen das Versammlungsgesetz. Dazu muss unbedingt angemerkt werden, dass alle nur S-Bahn gefahren sind! Andere bekamen zuerst als Grund Sachbeschädigung zu hören. (Einige hatten dann wohl mit der Polizei über die Ringbahnparty geredet und so wure dann ein anderer Grund genannt.) Zudem wurde als Grund für die Verweisung § 38 BPolG genannt. Gegen 0 Uhr 30 waren alle Partey-Teilnehmerinnen, außer die 3 Festgenommenen, wieder frei.
Hintergrund
Was ist die Ringbahnparty? Die Ringbahnparty ist eine Variante der S-Bahnparty bei der eine S-Bahn durch eine grosse Anzahl von feierwütigen Menschen gekapert wird. Dann wird in der S-Bahn mit Musik, Getränken und allem anderen drum und dran gefeiert. Die Besonderheit in Berlin ist, dass es dort einen S-Bahn-Ring gibt. Das heisst, die PartyteilnehmerInnen können in eine Bahn steigen und Berlin feiernd komplett umrunden.
Was sind die Ziele der Ringbahn-Party? Das erste Ziel ist es viel Spaß zu haben und das zweite Ziel ist es Berlin komplett zu umrunden. Und das ist schwieriger als wie es klingt.
Gibt es eine politische Aussage? Ja, die TeilnehmerInnen bringen ganz klar eine politische Haltung zum Ausdruck. Die Vertreibungspolitik am Berliner Alexanderplatz und anderswo lässt Jugendliche keinen Raum zum selbstgestalteten Feiern. Durch Polizei und kapitalistische Milizen sollen geldarme und alternative Menschen von den Konsumtempeln und Luxusvillen ferngehalten werden. Die Störung des Berufsverkehrs und der gemeinen Ordnung des Bürgertums durch die TeilnehmerInnen soll aufzeigen, dass es noch andere Lebensweisen gibt und diese sich nicht unterdrücken lassen. Das Zerstören von Fahrkartenautomaten soll verdeutlichen, dass die TeilnehmerInnen für Bahnfahrten nicht bezahlen wollen. Geldarme Menschen können sich die teuren Bahnpreise schon lange nicht mehr leisten. Das Bekleben oder Zerstören von Überwachungskameras soll eine direkte Aktion gegen den Überwachungswahn darstellen. Zudem gibt es kaum noch kostenlose Toilletten im öffentlichen Raum. Darum wird bei jeder Ringbahnpartey konsequent die S-Bahn oder der Bahnhof zur Toilette umfunktioniert.
Aktionsgruppe Alexanderplatz
http://rts.squat.net/
http://de.indymedia.org/2004/09/94753.shtml
http://de.indymedia.org/2005/05/114134.shtml
http://de.indymedia.org/2006/02/139346.shtml
http://de.indymedia.org/2006/10/159121.shtml
Vorgestern, am 6. Oktober 2007, fand in Berlin die traditionelle Ringbahnparty statt. Etwa 70 Personen wollten in der S-Bahn feiernd die Stadt umrunden. Die Party endete jedoch in einer Farce, als etwa 50 der Partyteilnehmerinnen durch die Bundespolizei gekesselt wurden.
Gegen 18 Uhr waren auf dem Alexanderplatz etwa 70 Menschen in bester Partystimmung. Doch es sollte noch nicht losgehen, denn es fehlten die Getränke. Eine Stunde später ging es dann los. Der Mob setzte sich gemeinsam in Bewegung um vom Alexanderplatz zum Ostkreuz, also zur Ringbahn, zu fahren. Leider gab es dabei Koordinationsschwierigkeiten, sodass sich die TeilnehmerInnen später noch einmal am Ostkreuz zusammenfinden mussten.
Am Ostkreuz wurden nun die beiden Musikanlagen in Betrieb genommen. Die abgespielte Punkmusik wurde durch gemeinschaftliches Mitsingen beziehungsweise Gegröle übertönt. Schon gesellten sich zwei Security-Milizen der Deutschen Bahn zu den TeilnehmerInnen. Die Stimmung sank dadurch jedoch nicht. Gegen 19 Uhr 20 wurde die erste Ringbahn mit Fahrtrichtung entgegen den Uhrzeigersinn bestiegen und in dieser (un-)ordentlich gefeiert. Es wurde Musik gehört, geraucht, viel getrunken und gelacht. Als die DB-Milizen in der S-Bahn gegen das Rauchen und Trinken verbal einschritten und die ersten TeilnehmerInnen austreten wollten wurde eine Pause auf dem S-Bahnhof Prenzlauer Allee eingelegt. Dann ging es weiter.
Am S-Bahnhof Gesundbrunnen, aber auch schon vorher, konnten sich die TeilnehmerInnen nicht einigen ob ausgestiegen oder weitergefahren werden sollte. Dadurch wurde der S-Bahn-Verkehr ein bisschen aufgehalten. Die DB-Milizen nervten nun etwas mehr. Darum, und auch so, wurde nun mehrfach die Notbremse gezogen. Der Bahnhof wurde nebenbei zur öffentlichen Töilette umfunktioniert. Nun gab es für einige TeilnehmerInnen Bierduschen. Dabei flogen dann einige Flaschen. Es wurde gegen einen Fahrkartenautomat getreten. Den spionierenden DB-Milizen wurde zugleich deutlich gemacht, dass sie auf dem Bahnhof nicht mehr willkommen wären. Nachdem die Stimmung immer aggressiver wurde, enschieden sich die DB-Milizen zur schnellen Flucht. Da nun die Polizei erwartet wurde, verließen die Party-TeilnehmerInnen nun den Bahnhof, eventuell um woanders (U8?) weiter zu feiern. Dabei wurde versucht eine Überwachungskamera zu zerstören.
Gegen 20 Uhr trafen nun die ersten BundespolizistInnen ein. Erst zu viert und spärlich ausgerüstet kamen plötzlich etwa 40 martialisch gepanzerte und bewaffnete PolizistInnen und kesselten die verplanten Party-TerroristInnen ein.
Zwei PolizistInnen filmten von aussen einzelne und friedliche Party-TeilnehmerInnen ab. Auf Nachfrage weswegen diese Menschen festgehalten wurden und warum Sie illegalerweise abgefilmt wurden gab es keine oder nur unzureichende Antwort. Mehrere gekesselte PartygängerInnen wollten sich nicht Ihr Recht auf Ihr eigenes Bild und Ihre Bewegungsfreiheit nehmen lassen und taten das lautstark kund. Dabei gab es zwei brutale Festnahmen. Die Bundespolizei ging immer wieder in den Kessel um die Menschen drinnen einzuschüchtern oder herauszuziehen.
Der Grund der Maßnahme wurde den Party-Teilnehmerinnen immernoch nicht genannt. Allerdings wurde nun angekündigt, dass alle gekesselten Menschen erkennungsdienstlich behandelt werden. Und so geschah es dann auch. Vorher wurde jedoch ein mal mit Pfefferspray in den Kessel gesprüht, als ein Mensch wohl zu nah an einem Polizeiauto stand. Dadurch mussten ziemlich viele husten. Gegen 23 Uhr wurde erneut durch die Polizei in den Kessel gestürmt und ein Punker festgenommen. Dabei wurde er geschlagen und beim Abtransport Mund und Nase zugehalten.
Die ED-Behandlung stellte sich dann als eine Ausweiskontrolle mit anschliessender Fotosession heraus. Die meisten TeilnehmerInnen, da recht unerfahren, halfen beim Fotografieren mit. Es gab eine Fragestunde bei der einige TeilnehmerInnen wohl zuviel redeten. Danach wurde ein Platzverweis gegen die ED-bahandelten Menschen ausgesprochen. Speicherkarten von Digitalkameras wurden beschlagnahmt.
Auf Nachfrage wurde mir nun der Grund der Maßnahme genannt - Verstoss gegen das Versammlungsgesetz. Dazu muss unbedingt angemerkt werden, dass alle nur S-Bahn gefahren sind! Andere bekamen zuerst als Grund Sachbeschädigung zu hören. (Einige hatten dann wohl mit der Polizei über die Ringbahnparty geredet und so wure dann ein anderer Grund genannt.) Zudem wurde als Grund für die Verweisung § 38 BPolG genannt. Gegen 0 Uhr 30 waren alle Partey-Teilnehmerinnen, außer die 3 Festgenommenen, wieder frei.
Hintergrund
Was ist die Ringbahnparty? Die Ringbahnparty ist eine Variante der S-Bahnparty bei der eine S-Bahn durch eine grosse Anzahl von feierwütigen Menschen gekapert wird. Dann wird in der S-Bahn mit Musik, Getränken und allem anderen drum und dran gefeiert. Die Besonderheit in Berlin ist, dass es dort einen S-Bahn-Ring gibt. Das heisst, die PartyteilnehmerInnen können in eine Bahn steigen und Berlin feiernd komplett umrunden.
Was sind die Ziele der Ringbahn-Party? Das erste Ziel ist es viel Spaß zu haben und das zweite Ziel ist es Berlin komplett zu umrunden. Und das ist schwieriger als wie es klingt.
Gibt es eine politische Aussage? Ja, die TeilnehmerInnen bringen ganz klar eine politische Haltung zum Ausdruck. Die Vertreibungspolitik am Berliner Alexanderplatz und anderswo lässt Jugendliche keinen Raum zum selbstgestalteten Feiern. Durch Polizei und kapitalistische Milizen sollen geldarme und alternative Menschen von den Konsumtempeln und Luxusvillen ferngehalten werden. Die Störung des Berufsverkehrs und der gemeinen Ordnung des Bürgertums durch die TeilnehmerInnen soll aufzeigen, dass es noch andere Lebensweisen gibt und diese sich nicht unterdrücken lassen. Das Zerstören von Fahrkartenautomaten soll verdeutlichen, dass die TeilnehmerInnen für Bahnfahrten nicht bezahlen wollen. Geldarme Menschen können sich die teuren Bahnpreise schon lange nicht mehr leisten. Das Bekleben oder Zerstören von Überwachungskameras soll eine direkte Aktion gegen den Überwachungswahn darstellen. Zudem gibt es kaum noch kostenlose Toilletten im öffentlichen Raum. Darum wird bei jeder Ringbahnpartey konsequent die S-Bahn oder der Bahnhof zur Toilette umfunktioniert.
Aktionsgruppe Alexanderplatz
http://rts.squat.net/
http://de.indymedia.org/2004/09/94753.shtml
http://de.indymedia.org/2005/05/114134.shtml
http://de.indymedia.org/2006/02/139346.shtml
http://de.indymedia.org/2006/10/159121.shtml
Labels:
Alexanderplatz,
Deutsche Bahn,
Kontrolle,
Ostkreuz,
Punk,
Ringbahn,
S-Bahn,
Überwachung
Abonnieren
Posts (Atom)