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Dienstag, April 22, 2008

Kettensägenmassaker im Kiez

Um Punkt 8.37 Uhr begann gestern im Gleimviertel das „Kettensägenmassaker im Kiez“. Derart drastisch beschrieb jedenfalls ein um den Stamm einer Traubenkirsche gewickeltes Transparent die Fällaktion des Bezirks Pankow. An der Korsörer Straße sägten Mitarbeiter des Umweltamtes sechs von Wurzelfäule befallene Bäume um: unter wütenden Pfiffen und Protestrufen von etwa 40 Anwohnern und Umweltschützern und abgeschirmt von einem Dutzend Polizisten. Insgesamt lässt der Bezirk in Prenzlauer Berg derzeit 60 kranke und in einem Gutachten als Sicherheitsrisiko eingestufte Traubenkirschen entfernen. Die als Stadtbaum schlecht geeignete, weil empfindliche Sorte war in den 1980er Jahren neben dem Gleimviertel unter anderem auch im Helmholtzkiez gepflanzt worden. Auch dort wird derzeit gefällt.

Anders als vergangenen Herbst, als der Bürgerverein Gleimviertel und Umweltschutzverbände 55 Bäume vorerst retteten, blieb der gestrige Widerstand erfolglos. Dass laut Polizei in der Vornacht die temporären Halteverbotsschilder entfernt und die Bäume deshalb zugeparkt worden waren, bremste das Bezirksamt nicht. Eine Mitarbeiterin kündigte an, im Weg stehende Autos abschleppen zu lassen. Das erwies sich jedoch als weitgehend unnötig, denn bald entstanden auch so zum Fällen ausreichende Parklücken.

Trotz des Rückschlags kämpfen die Aktivisten weiter für die Erhaltung der ihrer Ansicht ungefährlichen Bäume. „In den kommenden Tagen geht es an der Buchholzer Straße und an der Ystader Straße weiter“, so Jacqueline Röber vom Bürgerverein. Immerhin einen Teilerfolg können Baumfreunde feiern: Bisher lehnte der klamme Bezirk Nachpflanzungen ab. Mittlerweile stellte das Land laut Umweltamtsleiter Andreas Schütze 150 000 Euro zweckgebunden bereit, um Prenzlauer Berg wieder zu begrünen.wek

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.04.2008)

Dienstag, April 15, 2008

Aus Grün wird Grau: P-Bergs Bäume werden weniger

Vorsicht, tieffliegende Bäume! Im Bezirk Prenzlauer Berg droht der Kahlschlag! 686 Bäume der Sorte „Traubenkirsche“ stehen auf der roten Liste des Bezirksamtes für Umwelt und Natur.
In den letzten Jahren wurden schon knapp 200 Bäume entfernt – doch jetzt droht das große Fällen.
Am 17. April sollen wegen akuter Bruchgefahr 60 weitere Traubenkirschen folgen.

Die Bäume wurden von 1985 bis 1988 im Bezirk gepflanzt – mittlerweile haben Gutachter festgestellt, dass diese Baumart eigentlich nicht für die „Straßenbepflanzung“ geeignet ist. So droht den Traubenkirschen im Alter von gerade mal 20 Jahren ein junger Baumtod. „Durch den Fäulnisbefall besteht eine große Gefahr für Bürger und Verkehr. Viele Traubenkirschen sind nicht mehr zu retten“, so Roland Dengler, Sachverständiger des Gutachtens.

Dieses Horrorszenario wollen die Anwohner des Bezirkes nicht teilen. „In den letzten Jahren wurden mindestens 100 Bäume umsonst gefällt“, kritisiert Heiner Funken, Vorstand des Bürgervereins Gleimviertel. Erst jetzt hat ein Umdenken des Bezirksamtes stattgefunden – wurde früher oftmals nach Augenmaß für eine Fällung entschieden, so wird heute jeder Baum geprüft. Trotzdem lösen auch diese Fäll-Methoden Kritik aus. „Mit Halteverbotsschildern wird Platz geschaffen, Anwohner erst gar nicht informiert“, so Funken weiter. Und so kann es schnell passieren, dass ein grüner Bezirk langsam grau wird.

Daniel Riedel

Samstag, Oktober 27, 2007

Der Landwehrkanal kommt nach Prenzlauer Berg

Ähnlich wie am Landwehrkanal in Kreuzberg, sollen jetzt 75 Bäume in der Gleimstraße gefällt werden. 25 wurden bereits Opfer der Kettensäge. Das Grünflächenamt diagnostizierte Wurzelfäule. Doch ein Gutachten des Bürgervereins Gleimviertel und des BUND bescheinigte die Symptome der fortschreiteten Fäule nur für zehn Prozent der Bäume.