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Mittwoch, April 23, 2008

Umntzung: Ehemalige SED-Zentrale wird exklusiver Club

Berlin wird um ein Stück mondäner Clubkultur reicher. Das Soho House Berlin entsteht an der Torstraße 1 in Prenzlauer Berg, an einer der prominentesten und geschichtsträchtigsten Ecken der Stadt. Das Haus ist alt, doch das Konzept ist modern. Und die Arbeiten haben bereits begonnen.

Hinter der ehrwürdigen Fassade des einstigen Kreditwarenhauses Jonass werden Suiten, Apartements, Restaurants, eine Bibliothek, Geschäfte und eine Galerie eingerichtet. Vom Schwimmbecken auf der Dachterrasse genießt man in 30 Meter Höhe den Blick auf den Alexanderplatz. Im Keller findet der Gast Fitnessräume und ein Kino vor. Das Haus wird ein Treff für Menschen aus der Medien-, Kunst- und Filmbranche, steht aber zu großen Teil auch denen offen, die nicht Club-Mitglied sind.

Soho House Clubs gibt es in London, Somerset, Chiswick, New York, Los Angeles und Hong Kong. 1995 gründete Nick Jones den ersten der exklusiven Treffs für die Kreativen. Sie bieten Loungemusic, Previews der neuesten Filme in clubeigenen Kinos, moderne Räume für private und geschäftliche Veranstaltungen, Kinderbetreuung und die clubeigene Kosmetiksalonkette „Cowshed“. Soho House hat weltweit mehr als 14.000 Club-Mitglieder, deren Durchschnittsalter soll bei 33 Jahre liegen. „Die Clubs sind immer in Häusern eingerichtet, die unter Denkmalschutz stehen oder eine ganz besondere Geschichte haben“, sagt Architekt Gunter P. J. Bürk vom Büro J.S.K Siat International Architekten und Ingenieure, das mit der Planung beauftragt ist. Doch das Konzept sei modern.

Tatsächlich hat das imposante Gebäude an der Torstraße bewegte Zeiten erlebt. 1928/29 ließ der jüdische Kaufmann Hermann Gollhuber das Kreditwarenhaus Jonass erbauen. Bewohner des Scheunenviertels kauften ein und konnten in Raten bezahlen. 1937 wurde das Gebäude zum Bürohaus für die Reichsjugendführung der NSDAP umgebaut und 1942 an die NSDAP verkauft. 1946 zog der Parteivorstand der SED ein. Das Gebäude bekam den Namen „Haus der Einheit“ und war später Sitz des Zentralkomitees der SED. DDR-Präsident Wilhelm Pieck und DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl hatten ihre Diensträume im Gebäude. Von 1959 bis 1989 nutzte das Institut für Marxismus-Leninismus die Räume. 1992 waren das Archiv, die Bibliothek und die Werkstätten beim Parteivorstand der PDS im Haus untergebracht. Sie zogen ins Bundesarchiv in Lichterfelde. Seit 1995 steht das Haus leer. Nun erinnert eine gläserne Stele mit Texten und Fotos an die Geschichte des Hauses. Sie wurde vor einem Jahr enthüllt und ist Teil der Geschichtsmeile Berliner Mauer.

Seit 2007 ist das Haus im Besitz einer britischen Investorengruppe. Cresco Capital will Bürk zufolge etwa 40 Millionen Euro investieren. Die Baugenehmigung liegt vor. Die Arbeiten haben bereits begonnen, das Haus wird zurzeit entkernt. Für Herbst 2009 ist die Fertigstellung geplant. Die alte cremefarbene Fassade mit Risaliten wird wieder hergestellt, neue Holzfenster werden eingebaut. Von der alten Einrichtung sei nichts mehr geblieben, sagt Architekt Bürk. Lediglich die alten Notstromaggregate des Kaufhauses sollen im Gastronomiebereich wieder verwendet werden. Auch die ursprünglichen Aufzugskerne bleiben erhalten und werden mit neuen Lifts ausgestattet.

Etwa 16.000 Quadratmeter groß ist die gesamte Bruttogeschossfläche. Hauptmieter des Hauses wird Soho House. Im Erdgeschoss sind Restaurants, die Lobby und eine Galerie geplant, möglicherweise auch Geschäfte. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden Büros eingerichtet, dann folgen zwei Etagen mit den Apartments eines Boarding Houses und weitere zwei mit den Suiten des Soho House Clubs. Clubräume, Bibliothek, ein privates Esszimmer, ein Spielraum, Restaurant und Bar werden im siebten Obergeschoss eingerichtet, als vertraute Umgebung der Club-Mitglieder. „Weg von zu Hause, aber zu Hause“, so beschreibt Architekt Bürk das Motto. Auf dem Dach finden sich neben dem 14 mal fünf Meter großen Schwimmbecken eine Terrasse und ein Bistro. Im Hof wird eine Piazza angelegt. Gäste des Hauses können die Parkplätze der benachbarten Backfabrik nutzen. Eine eigene Tiefgarage wird Soho House Berlin nicht haben. U-Bahn, Bus und Straßenbahn sind in unmittelbarer Nähe erreichbar.

Architekt Gunter Bürk ist zuversichtlich, dass das Soho-House-Konzept in Berlin funktioniert. „Die Vielfalt der Nutzung in einem Haus ist einmalig.“

(lokale Kopie Sabine Flatau, Die Welt)

Prenzlauer Ecke Wilhelm-Pieck-/ Torstr. wird Edelbutze

Wenn das Marx und Engels wüssten! Aus der alten Kommunisten-Zentrale an der Ecke Torstraße/Prenzlauer Allee wird ein exklusives Club House. Aber nicht nur "For members only", jeder darf rein.

Torstraße 1, das war nach dem Krieg bis 1990 die erste Adresse für alle Marxisten: In dem früheren Kaufhaus (1928/29 gebaut) residierte erst das Zentralkomitee der Staatspartei SED, dann das Institut für Marxismus und Leninismus. Wo früher Marxisten ein und aus gingen, sollen ab Herbst 2009 Mitarbeiter aus der Medienbranche sich in exklusivem Ambiente wohlfühlen. Dafür lassen britische Investoren das Haus nach der Plänen des Büros JSK Architekten umkrempeln.

Im Erdgeschoss sind die Eingangshalle, Restaurants und eine Galerie geplant, vielleicht auch Geschäfte. In die beiden Etagen darüber sollen Büros einziehen. Im 3. Stock (hier hatte der erste DDR-Präsident Wilhelm Pieck sein Büro) und im vierten wird ein Boardinghaus einziehen. Auf den anderen Etagen wird es Clubräume, Bibliothek, Bar geben. Doch der Höhepunkt liegt auf dem Dach: Clou ist ein 70 Quadratmeter großer Pool samt Terrasse und Bistro mit weitem Blick über Berlin.

Soho Clubs (der erste wurde 1995 gegründet) gibt es bisher beispielsweise in London, New York und Hongkong. Hier können sich die Mitglieder zu Geschäftsgesprächen treffen, aber auch einfach nur entspannen.

(lokale Kopie, Susanne Kröck, Berliner Kurier, 23.04.2008)

Dienstag, September 19, 2006

Die Berliner staenkern wieder







Jetzt kommen die Berliner Jungs zu Euch und stopfen das Sommerloch. Den Auftakt zur neuen Spielzeit machen Jenz Steiner und Ossi Osker von Pilskills am Freitag, 22. September im Klubhaus ?Antje Öklesund? im Chefhain. Die Funkviertel-fast-Allsstars, Damion Davis und Mister Mick kommen am Samstag, 23. September zu einem Open Air nach Wilhelm-Pieck-Stadt Guben an die deutsch-polnische Grenze.

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Der Sommer ist vorbei. Die Pappeln in der Prenzlauer Allee verlieren die ersten Blätter. Die lichtscheuen Ratten kommen aus ihren Löchern gekrochen und die Funkviertel-fast-Allstars feiern schon an diesem Wochenende den Beginn der neuen Spielzeit. ?Jetzt wird wieder rangeklotzt?, sagt DJ V-Raeter. Den Auftakt macht Bühnenwunder Jenz Steiner am Freitag, 22. September, im Klubhaus ?Antje Öklesund? in der Rigaer Straße 71 in Berlin Friedrichshain. Unterstützt wird Steiner von Hans dem Kleingärtner und den DJ's Ossi Osker von Pilskills, Alice D., Newk_Ill und Flowmotion. Anlass ist die Jeburtstachssause der Herzblut-Berlin-Brandenburger Shorty und Tillevision.

Zurück an die Ostfront

Die Berliner Jungs Marcello, V-Mann, V-Raeter, Serch und Steiner reisen einen Tag später, am Samstag, 23. September in den Spree-Neiße-Kreis. Gemeinsam mit dem Leipziger MC Morlokk Dilemma, den Flexibles, DJ Mesia und der Leberschaden Crew rocken die Funkviertel-fast-Allstars am Nachmittag die 21.000 Einwohner der Wilhelm-Pieck-Stadt Guben an der polnischen Grenze. Ein besonderer Höhepunkt sind die Auftritte von Mister Mick und Damion Davis vom neuen Label Spoken View. Die erste Show startet bereits 13.00 Uhr. Bei gutem Wetter wird unter freiem Himmel gefeiert.

Gegen 20.00 Uhr geben die Hip Hopper die Bühne frei für die Berliner und Brandenburger Ska-, Punk- und Metal Bands Damned Devison, Scram, Schleiße Stanked Gluid, Todschick Gekleidet, Schinposa und Substanz.
Die Veranstalter haben sich eine ganze Reihe kleiner Gimmicks einfallen lassen, um diese musikalische Mischung erträglich zu machen. Mit Hardcore-Face-Painting, Hüpfburg-Hiphopping und Bungee-Running soll das kritische Gubener Publikum bei Laune gehalten werden.


22.09.2006
Jenz Steiner und Ossi Osker
bei Shorty und Tillevision Jeburtstachssause
Rigaer Straße 71
Straßenbahn M10 (Ex 20, Ex-Ex 4, 21) bis Rigaer
http://www.myspace.com/tillevision
Eintritt: frei

23.09.2006
Funkviertel-fast-Allstars, Spoken View, Morlokk Dilemma,
DJ Mesia, Leberschaden Crew und Flexibles
"Just no.4" am Comet.
Kaltenborner Straße 143
03172 Guben (bei der B97 und B112)
Anfahrt mit der Eisenbahn
RE 38073 nach Cottbus
Abfahrt Berlin Ostbahnhof, 10.28 Uhr
mit Wochenend-Ticket
http://www.cafe-nobuget.de
Eintrit: frei