Freitag, März 31, 2006

Mittwoch, März 29, 2006

Schwitzkasten Schwabenfilm?

Und wieder ein P-Berg Film. "Eine kleine Berliner Sauna steht als Mikrokosmos fürs ganze Land und seine Hartz-IV-Empfänger." Eoin Moore eine softe Sozialkomödie gedreht, natürlich in Berlin Prenzlauer Berg. Es gibt ja keine anderen Kulissen. Zumindest bekommt man mit nem Budget von 640.000 Euro nicht viel mehr hin. Ich hab den Film noch nicht gesehen. Vielleicht sehe ich ihn mir an. Bin auch irgendwie gespannt. Meine Park-Klinik-Kollegin Christiane Paul spielt auch mit. Mal kiekn, vielleicht is alles gar nicht so schlimm.


Foto: Filmdienst

Sonntag, März 26, 2006

Funkviertel-DJ V-Raeter sagt "Winter ade"



Mein lieber guter DJ und Produzent V-Raeter ausm Funkviertel hat zum Abschied von der kalten Jahreszeit noch seine kleine Wintercollexion auf Hip Bindestrich Hop Bindestrich Vinyl Punkt Deh Eh rausgebracht. Schönes, handgemaltes Cover, schöne Musike, wie immer. Kostet 7,95, jibtet hier.

Brückenschlag zwischen Antike und Anti-Terror-Krieg

JT-Premiere: Elektra - ein Dogma

Ob Irak-Krieg oder Babylonischer Krieg, der Stoff der griechischen Mythologie ist und bleibt brandaktuell. Klingt die Sprache des Königs Ägisth (Jan Reinartz) und seines Beraters (Dirk Böther) nicht wie die ausgefeilte Rhetorik der Staatsmänner unserer Zeit? Polarisierend, banalisierend und emotionalisierend.


Chrysothemis (Sonja Elena Schröder) und Elektra (Karin Hanczewski)
Foto: Clemens Eulig (JT)


Polarisiert ist schon das Publikum. Geteilt in zwei Hälften, starrt es auf einen Käfig aus Bauzäunen und auf die zwischen alten Autoreifen zusammengekauerte Elektra (Karin Hanczewski).
Auf der Empore, im Scheinwerferlicht steht König Ägisth vor dem Mikrofon und schwingt große Reden in einer Sprache, an die wir uns seit dem 11. September 2001 schon ganz gut gewöhnt haben.

Elektras Vater, König Agamemnon (Jan Reinartz), erscheint im Stück nur als Geist. König Ägisth ist Klytämnestras Liebhaber. Er hat Agamemnon auf dem Gewissen.
Mit diesem Schmerz will Elektra nicht leben.
Sie will sich am Vatermörder rächen.

Man muß kein Kenner der griechischen Geschichte sein, um einen Zugang zu diesem Stück zu bekommen. Die Problematik des Stückes ist auch in unserer Welt allgegenwärtig. Dass die choreografische, dramatische und musikalische Adaption der Tragödie des Österreichers Hugo Hofmannsthal durchaus gelungen ist, bewies der tobende Applaus des Publikums am Premierenabend.

Regie: Andreas Döring
Besetzung: Agnes Giese, Karin Hanczewski, Sonja Elena Schroeder, Dirk Böther, Jan Reinartz, Uwe Nolte, Thomas Malorny
Bühne und Kost6252me: Tina Carstens
Musik: Ulf Nolte
Requisite: Marike Moiteaux, Thomas Malorny, Julia Holewik,
Technik, Ton, Licht: Juliane Wüsthoff, Heiner Wortberg, Brigitta Hüttmann, Dieter Ebert, Uwe Oppermann, Jan Henning, Hansi Engel


Nächste Aufführungen: Dienstag, 28. und Donnerstag, 30. März im Jungen Theater, Hospitalstr., Göttingen

Samstag, März 25, 2006

Neuer alter Kram zum Download

Ich hatte letzte Woche sowas von gar keinen Bock hier irgendwas zu schreiben oder so. Deswegen jetzt als Entschaedigung 10 alte, neue und unreleaste tracks zum download vom alten disko in der U-bahn album und welche die es nich ruffjeschafft haben, weil zu schlecht oder zu ranzg odernicht mehr cool genug, also reine sammlerexemplare. allet im mp3 format und maximal 4 mb schwer.

Freitag, März 17, 2006

GewerkschafterInnen blockierten Zufahrt für Sparkassen-Manager

Etwa 200 Mitglieder und SympathisantInnen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di blockierten heute morgen ab sieben Uhr die Zufahrt zur Tiefgarage der Sparkassenfiliale an der Johanniskirche in Göttingen. Darunter waren nicht nur Sparkassenmitarbeiter, sondern auch Unterstützer aus anderen Berufsgruppen wie der Autobahnmeisterei. Nach etwa 45 Minuten zogen zogen sie über die Groner Strasse in die Godehardstraße zum Finanzamt, zum Bahnhof und zum DGB-Gebäude in der Oberen Maschstraße. Vor zwei Tagen hatte der Beamtenbund nach einer Kompromisslösung der Tarifparteien in der Landeshauptstadt Hannover als beendet deklariert. Unabhängig davon legten am Donnerstag 750 Menschen im Süden von Niedersachsen ihre Arbeit nieder. Etwa 200 Beamte, die im Callcenter der Deutschen Telekom in Göttingen tätig sind, legten gestern um 11.55 Uhr eine geschlossene Mittagspause ein und demonstrierten auf dem Firmengelände im Industriegebiet in Weende.

Ganz P-Berg wird saniert

Mensch, wie hat sich der Bezirk verändert. Et is doch nich zu fassn. Det Einzje, wat sich die lessn Jahre nich vaändat hat, is die alte, reudig-schwarze Funkviertel-Seite. Dis wird jetze andas. Auch die kleene Website mit den grossen Daunlod-Zahln wird jetzte schick saniert. Aus Schwarz wird weiss. Aus angesagt wird hip und inn. Let You overrush.


Dit alte Lojo von Hustler Jöak Rider is bald Jeschichte

Montag, März 13, 2006

Wir sind Frau Holle

Etwa 1000 kampfwuetige Menschen versammelten sich neulich Woche auf dem Justin Herman Plaza in San Francisco. In Reisetaschen und Einkaufstueten trugen sie ihre Waffen: Kopfkissen und Federbetten. Gegen 18 Uhr strömten Menschen aus allen Richtungen auf den Platz und begannen sich Kissen und Bettdecken um die Ohren zu schlagen. Schnell verwandelte sich der Platz in eine Winterlandschaft aus weichen Daunen. Die Mobilisierung zu San Franciscos erster oeffentlichen Kissenschlacht erfolgte uebers Internet und über den »Buschfunk«. Vorläufer solcher »Flashmob«-Aktionen gab es bereits in London, Tel Aviv, Toronto, Budapest und Madrid. Die Regeln sind einfach. 1. allen Bekannten Bescheid sagen 2. Kissen und verstecken und zum verabredeten Ort kommen 3. zur vereinbarten Zeit Kissen vorholen und loskaempfen 4. keine Leute ohne Kissen schlagen. Die Schlacht verlief ohne Verletzungen, ohne Polizei und mit viel Spass für alle Beteiligten. Auf www.mobile-clubbing.com kann man sich auch ueber bevorstehende Kissenschlachten in der eigenen Stadt per eMail informieren lassen.

Zensiert

Deutschlands einziges Zensur-Blog

Der Göttinger Daniel Bettermann wagte erst 2005 den Schritt in die Blogosphäre, zu einer Zeit, in der die leicht bedienbaren, kommentierfähigen Online-Tagebücher längst Alltagskultur waren. Sein auf das Thema Zensur ausgerichtetes Weblog ist heute eines der meistgelesenen Weblogs in Deutschland.

Schnell wurde sein Blog eines der 30 meistgelesenen Weblogs Deutschlands. Es wurde für den „Best of Blog Award 2005“ und den Grimme-Preis 2006 vorgeschlagen. Bettermann betreibt Deutschlands einziges Blog zum Thema Zensur. Vielerorts findet man im Internet Zitate und Links zu seiner Seite www.zensurblog.de.

Anfangs wollte er Themen aufgreifen, die interessant, unterhaltsam und gleichzeitig brisant genug sind, ein breites Publikum über einen langen Zeitraum zu fesseln. Das kostete Zeit. "Die Tatsache, dass wir in Deutschland immer noch mit zensorischen Eingriffen, übereifrigen Behörden und juristischen Fragwürdigkeiten zu kämpfen haben, wenn es um die allgemeine oder die persönliche Meinungsfreiheit geht“ weckte in ihm das Bedürfnis, darüber zu berichten. Seriös und unterhaltsam, informativ und frei von Parteiergreifung. „Ich möchte eine unabhängige Plattform schaffen, auf der man undemokratische Vorgänge in einer Demokratie dokumentieren und kommentieren kann."

Weblogs als journalistische Subkultur

Weblogs nahm Daniel Bettermann erstmals vor fünf Jahren als eine Art journalistische Subkultur war. „Das erste Blog, den ich besuchte war dotcomtod.com, das 2001 eine zentrale Rolle bei der Abwicklung der New Economy spielte. Dort berichten Mitarbeiter unterschiedlicher Internetfirmen über den bevorstehenden Bankrott ihrer Unternehmen. Mir selbst fehlte damals eine zündende Idee, in der Welt der Blogger mit einem eigenen Angebot eine Rolle zu spielen. Mitte letzten
Jahres hatte ich dann den entscheidenden Einfall: durch meine Initiative, ein Museum zur Kulturgeschichte der Zensur in Deutschland zu etablieren, erkannte ich den großen Bedarf, eine informative Nachrichtenquelle ins Netz zustellen, die sich mit "Zensur in Deutschland" beschäftigte.“

Demokratischer Netzwerkgedanke der Weblogs

Der demokratische Netzwerkgedanke faszinierte Bettermann. „Jeder kann über alles berichten und lesen, was ihm wichtig erscheint. Er kann über den Tagesablauf einer Hausfrau genauso viel erfahren, wie über die Probleme beim Bund der skeptischen Parapsychologen“, meint Bettermann. Der laienhafte Schreibstil mache nichts und sei Nährboden für neue Denkansätze. „Der etablierte Journalist mit seinem elitären Meinungsbildneranspruch bekommt Konkurrenz durch den gemeinen Bürger. Irgendwann schreibt sich das Volk seine eigene Zeitung.“ Blogs sind für ihn eine Art Vorläufer. „Ich muss nicht mehr in einer Redaktion sitzen, um mit meiner Meinung Dinge zu bewegen. Firmen mussten ihre Strategien ändern, Politiker ihre Äußerungen zurückziehen nur weil irgendein Blogger ihnen mal genauer auf die Finger geschaut und darüber berichtet hat. Der Einzelne hat an Bedeutung gewonnen“, meint Daniel Bettermann. Täglich spürt er neue Blogs zu immer neuen Themen auf. Die Vielfalt ist grenzenlos. Bevorzugt liest er connectedmarketing.de, ein Blog zum Thema Mundpropaganda, spreeblick.de, medienrauschen.de und den Star am Blogger-Himmel: bildblog.de. „Es ist der meistgelesene Blog in Deutschland. Die Bild-Zeitung zieht selbst in der Bloggersphäre Leser magisch an. Nur das diese sich dann kritisch über die Fehlgriffe des Blattes auslassen", sagt Bettermann.

Medienrevolution

Eine Medienrevolution sieht Daniel Bettermann im Bloggen nicht. „Der herkömmliche Medienjournalismus wird sich weiter halten. Was bisher erreicht wurde, ist eine neue Spielart, mit Wissen und Informationen umzugehen. Eine Demokratisierung hat sicher stattgefunden, denn jeder da draußen hat durch Blogs die Möglichkeit, sich auf einfache Art weltweit mitzuteilen. Firmen mussten ihre Strategien ändern, Politiker ihre Äußerungen zurückziehen nur weil irgendein Blogger ihnen mal genauer auf die Finger geschaut hat und darüber berichtet hat. Der Einzelne hat an Bedeutung gewonnen. Sicher nicht jeder aber es werden täglich mehr", fügt Bettermann hinzu.

Samstag, März 11, 2006

Mehr Klarheit ums Gänseliesl




Die Cam auf Karstadt sieht noch was, aber nich Fülle!

Götingen im Schnee



Wie Sie sehen, sehen sie nichts. Momentaner Blick einer Webcam auf die Weender Strasse in Göttingen.

Hallo Mutti




Ich war für Mutti demonstrieren.

Zustände wie vorn paar Monaten in Frankreich

Unsere Jungs aus der Oderberger haben es nicht leicht.
Die Schnurrbart-Boys in Blau hatten am 26. alle Schlaeuche voll zu tun.
Bei einem Treppenhausbrand an der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg sind früh zwei Menschen durch Rauchgas verletzt worden. Kurz vor sechs Uhr hatte irgend so ein Idiot Möbel und einen Kinderwagen unter einer hölzernen Treppe angezündet. Das Feuer breitete sich bis ins zweite Obergeschoß aus. Ein Mieter (45) alarmierte die Feruerlöschteufel. Drei Kinder und vier Erwachsene wurden mit Fluchthäubchen in Sicherheit gebracht, drei weitere Menschen über die Drehleiter gerettet. Gegen 6.30 Uhr war der Brand gelöscht.
In der Nähe waren zuvor auch noch drei weitere Feuer gelegt worden. Müllcontainer brannten an der Jablonskistraße in der Winsstraße. Drei Häuser weiter war um drei Uhr ein Kinderwagen in Flammen aufgegangen.

Mittwoch, März 08, 2006

Intervü mit Pü













Foto: Der Dengler




Pyranja ist 27 und Deutschlands bekannteste und erfolgreichste Rapperin. Seit zehn Jahren ist sie in der Hip Hop Szene aktiv. Mit Jens Steiner sprach sie über Rollenverteilung und Sexismus im Alltag.
In den vergangenen zehn Jahren hat Pyranja die deutsche Musiklandschaft und Hip Hop-Szene von allen Seiten kennengelernt und auch ein bisschen zu ihrer Veränderung beigetragen. Das war nicht immer leicht und angenehm. Ursprünglich kommt Pyranja aus Rostock. Seit sieben Jahren lebt sie in Berlin.Sie wirkte im Kinofilm »Status Yo« mit. Ihre Songs und Videoclips laufen bei den großen deutschen Musiksendern auf Rotation. In ihrer neuen Wahlheimat Berlin hat sie im vergangenen Jahr eine eigene Plattenfirma gegründet. Jetzt ist sie Platten-Boss von Pyranja Records. Sämtliche Göttinger Musikgeschäfte sind mit ihrer neuen Platte »Laut und Leise« bestückt. Vor wenigen Tagen stieg die Single in die Top 100 der deutschen Charts ein und liegt zur Zeit auf Platz 88. Beim Bundesvision Sound Contest vertrat sie ihr Heimatland Mecklenburg-Vorpommern. Im Rahmen ihrer am Freitag beginnenden Europa-Tournee kommt Pyranja auch nach Niedersachsen. Am 7. April spielt sie im Musikzentrum in Hannover.

Seit 85 Jahren feiern Frauen in aller Welt den 8. März als Internationalen Frauentag. Wie hast Du diesen Tag zu DDR-Zeiten im Bezirk Rostock wahrgenommen?


Das war super. Mutti hatte immer frei, dann gab es Nelken zum an die Jacke stecken und einen Eisbecher. Demonstrieren mussten wir manchmal, glaub ich, auch irgendwo. Aber es war immer super, weil wir an dem Tag immer was zusammen unternommen haben. Im Hort durften wir auch immer wunderschöne Postkarten und Bildchen malen - für die starke werktätige Frau im Sozialismus, yeah!

Bekommt Deine Mutti eher zum Frauentag oder eher zum Muttertag was geschenkt?


Ich male ihr was zum Frauentag und Blumen kriegt sie dann am Muttertag.

Wie hat sich die Rolle von Frauen durch die Wende aus Deiner Sicht gewandelt?

Leider ist viel von der Selbstverständlichkeit verloren gegangen, mit der Frauen früher ganz normal werktätig waren und gleichberechtigt zum Familienunterhalt beigetragen haben. Heute darf man sich dafür ja fast schon wieder einen Orden abholen. Klar kommen immer mehr Frauen in Jobs, Aufgabenbereiche und Führungspositionen, trotzdem ist die Emanzipation der Frau ein Stück flöten gegangen, weil man sich heute ja schon beinahe dafür entschuldigen muss, wenn man Karriere und Familie miteinander verbinden möchte.

Heute legt man viel Wert darauf, dass bei der Anrede oder bei Berufsbezeichnungen Frauen immer mitgenannt werden. Im Alltag sieht es aber doch noch sehr patriarchaisch aus. Das »Kinder, Küche, Kirche-Klichee« ist in vielen deutschen Haushalten gelebte Realität. In der DDR hat man sich um solche Floskeln nie Gedanken gemacht. Im Arbeitsleben und bei der Berufswahl, in Sachen körperliche Selbstbestimmung und Schwangerschaftsabbruch herrschten aber schon etwas liberalere Verhältnisse als heute, oder?


Am schlimmsten finde ich die Berufsbezeichnungen Anwaltsfrau oder Zahnarztfrau. Was soll das denn sein? Bekommt man etwa eine Ausbildung/ Studiumsabschluss wenn man sich einen intelligenten Typen angelt oder wie? Dieser "Innen-Fanatismus" ist super übertrieben und vor allem oberflächlich. Im Prinzip kann man den Begriff "female-mc" (* weibliche Rapperin, Anmerkung der Redaktion) in die gleiche Ecke stellen, die Tür für immer abschließen und den Schlüssel ganz weit wegwerfen.

Mittlerweile gibt es in Firmen und Institutionen Gleichstellungsbeauftragte. Wie gleich sind Frauen und Männer Deiner Meinung nach in Deutschland wirklich?


Ziemlich ungleich. Warum verdienen Frauen im Schnitt eigentlich immer noch weniger als Männer, die genau die gleiche Arbeit machen, Frau Kanzlerin? Und warum verdienen Frauen im Osten noch immer weniger als Frauen im Westen? Mehr als 15 Jahre nach der Vereinigung? Darauf hätte ich mal gerne eine wirkliche Antwort. Die Leier mit den unterschiedlichen Preisniveaus in Ost und West zieht nämlich schön längst nicht mehr.

Es gibt immer mal wieder Leute, die meinen, die Gesellschaft wird immer verklemmter und konservativer und genauso viele, die sagen, hier ginge es viel zu liberal zu und alle alten Werte würden verfallen. Siehst Du irgendwelche Tendenzen oder Entwicklungen?


Ist doch klar: Durch das zunehmende Chaos in der Welt, zieht man sich gerne in die altbekannten Muster und Wertvorstellungen zurück, um überhaupt noch einen Fixpunkt im Leben zu haben. Wenn alles sich immer schneller verändert und nichts mehr so ist wie es einmal war, sucht man sich seine Rückenlehne in dem, was immer verlässlich dafür da war und kann sich schön konservativ über die ganze böse Welt aufregen. Das Problem unserer Generation sind nicht die Möglichkeiten, sondern die Entscheidungen. Je mehr Möglichkeiten man hat, desto schwieriger fallen einem die Entscheidungen, die man treffen muss.

Was nervt Dich in Deinem Alltagsleben am meisten an anderen Frauen? Und was an Männern?

Überaufgetakelte Famebitches (Szene-Begriff für Frauen, die sich zur Selbstaufwertung bei bekannten Persönlichkeiten einkratzen, Anm. d. Red.), die von sich selbst eingenommen sind, diskutierende »Emanzen«, die trotzdem nichts bewegen und karrieregeile Praktikantengirls. An Männern: Gönnerhaftigkeit, Dummheit, Arroganz und wenn sie sich dann mit Mitte 40 eine 18 jährige Midlifecrisis-Überwindung zulegen.

Ob Du es Dir nun eingestehst oder nicht, ein bisschen Vorbildrolle haste ja nun doch inne. Was willst Du den Leuten, die Deine Musik hören, mit auf den Weg geben?


Nüscht. Hört meine Musik, da is alles gesagt.

Hast Du mehr Jungs oder mehr Mädels als Freunde?

Definitiv mehr Jungs.
Fühlst Du Dich als Frau in der Gesellschaft diskrimisiert?
Kommt ganz drauf an. Es gab schon Situationen in denen ich mich so gefühlt habe.

Wo begegnet Dir persönlich "Sexismus im Alltag"?


Im Prinzip überall. Machmal MTV an. Oder geh mal in eine Autowerkstatt oder auf eine Baustelle, oder in einen Hafen oder ins Musikstudio. Das Schlimme ist ja dieser akzeptierte Seximus, der gar nicht mehr auffällt, weil sich schon niemand mehr darüber aufregt, da er so alltäglich geworden ist.

Mehr Informationen im Internet unter Pyranja.net und www.myspace.com/pyranja

Daumenkinograph im Künschtlaviertel

Der Berliner Daumenkinograph Volker Gerling sitzt in einem Café in Berlin Prenzlauer Berg. Wie gut es sich da sitzt und warum grad er da sitzt erfuhr man grad im Deutschlandradio. Ein Manuskript der Sendung findet man hier.

Dienstag, März 07, 2006

Das Herz Berlins

soll das Göhrener Ei sein. Steht heute im Tagesspiegel. Ick lass dit einfach mal so im Raum stehen. Es gibt ja auch genug Leute, die sagen, Berlin sei der Mittelpunkt der Welt und Leute die sagen, Berliner seien grosskotzig.
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wieder irgendwo dazwischen, Humanplatz oder so.

Mittwoch, März 01, 2006

Heute ist Tag der NVA


Na, wer kennt noch diese Grafik? Welches Lehrbuch? Welche Klassenstufe?


Ich kann mich noch recht gut an den 1. Maerz 1989 erinnern. Wandertag stand auf der Tagesordnung. Nicht in die schoene Natur sondern nach Berlin Mitte, zum Wachregiment Felix Dzierzynski. Ich dachte echt, wir waeren bei der NVA. Erst nach der Wende habe ich gepeilt, dass die Wachregimenter kasernierte und uniformierte Einheiten des MfS waren. So konnte man sich taeuschen. Auf jeden Fall hat mich der Besuch darin bestaerkt, dass ich auf keinen Fall zur Fahne will. Da konnten auch die Robotron-Computerspiele, die einige der uniformierten Tschekisten auf ihren Stuben vorstellten nichts aendern. Die Ordnung in den Spinten, die blauweisskarrierten Bettbezuege, genau zwei Kaestchen hoch gelegt, das war doch die Hoelle. Die Erbsensuppe , das Brot aus der Dose und die ewig haltbaren Komprimatekekse warenschon toll. Aber zur Fahne oder zu den Tschekisten konnte mich das nicht locken. Nachmittags war ich dann noch zum Kindergeburtstag eingeladen. Baden im SEZ. Das war toll und ist jetzt Geschichte.