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Montag, August 02, 2010

Was kommt aufs Postfuhramtgrundstück

Neulich fragte mich eine Freundin, warum nun auch das CO Berlin im alten Postfuhramt in der Oranienburger Straße in Mitte nächstes Jahr dicht machen soll. Da zuckte ich noch mit den Schultern. Jetzt bin ich klüger. Die Antwort: Die israelische Investorengruppe ElAd will an dieser Stelle ein 5-Sterne-Hotel mit 14 Stockwerken errichten. Mehr hier.

Foto: postfuhramt.de

Dienstag, Juli 20, 2010

Ausgetachelest

Anstehende Räumungstermine
Mittwoch 21.07. 8:00 Uhr, Café Zapata
Mittwoch 28.07. 7:00 Uhr, Tacheles e.V.

Nach dem Schulterschluss aller Künstler, Gruppen und Projekte im Tacheles bei der Megaspree-Demo ging es schon am Mittwoch, 14.07., in die nächste Runde: Erneut scheiterte der Räumungsversuch eines Teilgeländes des Tacheles durch die mit dem Security-Unternehmen Shelter angerückte Zwangsverwaltung, die weiterhin konsequent auf Eskalation setzt.

Die legendäre Metallwerkstatt ist vorläufig gerettet! Die Zermürbungs- und Spaltungsstrategie der Anti-Kultur-Anwälte der Hamburger Kanzlei Titz & Tötter, die hier die Interessen der Milliarden-Skandal-Bank HSH Nord und ihres umstrittenen Chefs Dirk Jens Nonnenmacher vertritt, geht offenbar nicht auf: Noch scheitert sie an fachlicher Inkompetenz der Anwälte, Unkenntnis der Lage vor Ort und dem Zusammenhalt im Tacheles.

Auf Gesprächsangebote seitens der Tacheles-Gruppen reagiert man hingegen bei der HSH Nordbank – trotz der Bekenntnisse der Berliner Politik, des Regierenden Bürgermeister und von über 80000 internationalen Supportern zum Tacheles – weiterhin mit kalter Schulter: Dabei sollte der bereits jetzt für Anwälte und Bank entstandene Imageschaden selbst die härtesten Hamburger Hardliner aufhorchen lassen. Doch nun sind Räumungen im Wochentakt geplant:

Am morgigen Mittwoch, 21.07., 8:00, ist das Café Zapata an der Reihe, in der darauf folgenden Woche soll der Tacheles e.V. das Feld räumen. Unterdes kündigt die Gruppe Tacheles bei fortgesetzer Eskalationsstrategie der Investoren die Besetzung weiterer HSH-Investitionsruinen in Berlin-Mitte an. “Es ist höchste Zeit, endlich mit uns zu verhandeln” betont Katrin Maßmann, die Sprecherin der Gruppe: “Wir sind bereit, als Mieter oder Käufer des Geländes unsere Verantwortung zu übernehmen”. Zum morgigen Räumungstermin am 21.07. ist für Frühstück gesorgt.

Grußbotschaften bitte direkt an:
dirk.jens.nonnenmacher@hsh-nordbank.com

Kanzlei Titz und Tötter
Büro Hamburg
Tel.: +49(0)40 30301-239
Fax: +49(0)40 30301-111

Büro Berlin
thorsten.appel@stt-hh.de
Tel.: +49(0)30 516510-60
Fax: +49(0)30 516510-626

Donnerstag, Juni 17, 2010

Nüscht hat sich jeändert

Zapfenstreich der Bundeswehr in Bellevue am 15. Juni 2010 und am 7. Oktober 1989 mit der NVA Unter den Linden. Ich hoffe, dass, wenn ich mal Kinder haben sollte, die ohne solchen Schepperschepperrollroll-Schnickschnack aufwachsen können.



Sonntag, August 03, 2008

Kontraste-Sendung aus der Wendezeit



Diese Sendung habe ich damals selbst gesehen.
In Anbetracht der heutigen Verhältnisse wirkt der Kontraste-Beitrag aus der Wendezeit schon etwas lächerlich.

Sonntag, Juli 06, 2008

Visuelle Zeitreise mit Magnet- und S-Bahn durch Berlin








Eine Fahrt mit der Berliner Magnetbahn im November 1989. Die Fahrt auf der Teststrecke zwischen Kemperplatz und Gleisdreieck war kostenlos.
In meiner jugendlichen Naivität hatte ich damals wirklich geglaubt, dieses Gefährt würde einmal ganz Berlin durchkreuzen.







Zu meinen youtube-Lieblingen zählt auch diese Fahrt mit der West-S-Bahn zwischen Friedrichstraße und Lerther Stadtbahnhof.

Freitag, Mai 30, 2008

Feuer auf Parkplatz in der Pappelallee

In Berlin sind in der Nacht zum Donnerstag erneut mehrere Autos in Flammen aufgegangen. Nach Polizeiangaben brannten nach Mitternacht vier Fahrzeuge in einer Autovermietung in Neukölln. Das Feuer in der Lahnstraße griff schließlich auf 13 weitere Pkw über, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Feuerwehr konnte die Brände löschen. Da eine politisch motivierte Straftat nicht ausgeschlossen werden könne, ermittle der Staatsschutz.

Wenig später musste die Feuerwehr in Prenzlauer Berg ausrücken. Auf einem Parkplatz an der Pappelallee brannte laut Polizei ein Porsche. Das Feuer wurde gelöscht.

Vermutlich als Reaktion auf die Räumung eines besetzten Hauses in Kreuzberg waren bereits in der Nacht zu Mittwoch mehrere Brandanschläge verübt worden. In Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte und Prenzlauer Berg hatten acht Autos und drei Papiercontainer gebrannt.

Dienstag, Mai 20, 2008

Immobilien-Preise in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Mitte

Prenzlauer Berg bleibt mit Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain einer der Hauptlandeplätze für junge Neuberliner. Die Immobilienpreise empfinden die Zuzöglinge aber immer noch als gering. Zwischen 1.840 und 1.970 Euro kostet der Quadratmeter einer Wohnung hier.

Samstag, Mai 17, 2008

Die coolen Seiten im Netz sind ".org"-Seiten

Als "Weltweite Sprachrohre in Deutschland" wurden sechs herausragende Internetprojekte mit der Top Level Domain ".org" am Mittwochabend im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin geehrt. Die Public Interest Registry (PIR), die die ".org"-Domain seit 2003 vergibt, würdigte das Weblog netzpolitik.org, das emanzipatorische Nachrichtennetzwerk indymedia, die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und die Wikimedia-Stiftung. Geehrt wurden des Weiteren der nicht kommerzielle Behördenwegweiser bundesrepublik.org und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Mit der Aktion wollte die PIR gezielt in Deutschland auf die zivilgesellschaftliche Bedeutung dieser Top Level Domain hinweisen. ".org"-Adressen wurden ursprünglich nur an nicht kommerzielle Träger vergeben. Der Markt wurde jedoch in den letzten Jahren geöffnet. Etwa sechs Millionen ".org"-Adressen gibt es inzwischen. Während unabhängige Organisationen, Medien und Projekte, die öffentliche Interessen vertreten, den besonderen rechtlichen Status der internationalen ".org"-Domain schätzen, profitieren kommerzielle Anbieter von deren Ruf und Glaubwürdigkeit. Weltweit bekannte Inhaber von ".org"-Top Level Domains sind etwa die Umweltschutzorganisation Greenpeace, das Firefox-Projekt oder das National Public Radio (NPR) aus den USA.


Ein Erlebnisbericht von Jens Steiner

Manche Dinge ändern sich nie. Der preussisch-zackige Befehlston des Wachmanns im Haus der Deutschen Wirtschaft beeindruckt niemanden mehr, erst recht nicht die Gäste der Veranstaltung ".org World Voices in Germany". "Geradeaus, über den Lichthof, zu den Konferenzräumen, Ebene 2!" schnarrt es aus der Sprechanlage des Wächters. Hinter der getönten Scheibe erkennt man nur sein Hemd, nicht aber sein Gesicht. Zwei gläserne Flügelsperren am Haupteingang öffnen sich. Hier residieren die Wirtschaftslobbyisten.

Ungewöhnlicher Besuch im Haus der Deutschen Wirtschaft

Zwischen Berliner Rathaus und Auswärtigem Amt haben sich BDI, DIHK und die Arbeitgeberverbände vor neun Jahren einen Palast aus Sandstein, Stahl und Glas errichtet.
Hier gehen sonst die Strippenzieher der deutschen Wirtschaft ein und aus. Heute nicht. Heute Abend sind es die, die von ihnen sonst als "Gutmenschen" und "Weltverbesserer" abgestempelt werden. Geladen hat die Public Interest Registry (PIR). Die Organisation vergibt seit fünf Jahren die Top Level Domain ".org".

Hier sieht es aus wie überall

Beklemmend ist das Gefühl beim Laufen über den grauen Estrichboden, aus dem ein einsamer, in die Ecke gezwängter Bambusbusch ragt. Kameras an der gläsernen Fassade behalten die Ausflugsdampfer auf der Spree im Blick. Man weiß ja nie. Der Wintergarten vereint den funktionellen Charme eines Stadions mit dem ökonomischen Flair eines Bahnhofs. Man fühlt sich nicht anders als am Potsdamer Platz oder unter der Reichstagskuppel, ebenfalls Referenzobjekte des Hamburger Architektenbüros Schweger & Partner, Planer dieses Palastes.

Die Presse bleibt zu Hause

Es ist genau 18 Uhr. Auf Ebene 2 des Konferenzturms endlich echte Menschen. Hinter einem Tresen begrüßen zwei junge Frauen die Gäste. Sie freuen sich ehrlich über jeden Besucher, gleichen deren Namen auf einer Liste ab und überreichen ihnen Namensschilder in verschiedenen Farben. Die Farben sollen Organisatoren, Geschäftspartner, ".org"-Seitenbetreiber, Gäste und Presse unterscheiden helfen. Nach den Presseschildchen sucht man vergeblich. Die Mainstream-Medien bleiben der Veranstaltung fern. Wahrscheinlich hat sich die PIR für das Haus der Wirschaft als Austragungsort entschieden, weil sie sich dadurch mehr Aufmerksamkeit von Medien und Business erhofft hatte. Das hat so nicht funktioniert. Als Begrüßungsgeschenke gibt es ein dünnes Programmheft und bunte Kugelschreiber mit weicher Griffzone, transparentem Schaft, verchromter Spitze und viel Glitzer.

Networking beim Willkommens-Cocktail

Ein Barbereich ist aufgebaut. An den fünf silbernen Stehtischen mit weißen Tischtüchern wird Englisch gesprochen. Die Veranstalter pendeln von Tisch zu Tisch und halten ihre Gäste mit Smalltalk bei Laune. Ein kaputter Kaffeeautomat versetzt die etwas steifen, aber zweisprachigen Mitarbeiter eines Catering-Services in Unruhe. Den Gästen ist das egal. Sie sind nicht wegen des kostenlosen Automatenkaffees gekommen. Ein graziöser Kellner geht durch die Reihen und reicht Wilkommens-Cocktails und kleine Häppchen.

Perfektes Konferenzequipment

Alles verläuft nach Plan. Genau 18.30 Uhr öffnen sich die Türen zum Hanns-Martin-Schleyer-Saal. Ein Videobeamer, eine Leinwand, ein Diskussionspodium, ein Rednerpult und sechs Tischreihen füllen den Raum. Konferenzmikrofone stehen auf jedem Tisch. Schwarze A5-Heftchen, die als als Schreibmaterialien auf allen Plätzen liegen, wirken wie kleine Kondolenzbücher.

Der Auftakt

Jetzt geht es los. Souverän und ausgeglichen tritt die PIR-Vorstandsvorsitzende Alexa Raad hinters Rednerpult, begrüßt die Gäste in Deutsch und Englisch, erläutert das Programm und strahlt aus, dass sie eine erfolgreiche und weltoffene Geschäftsfrau ist. Den Blick geradeaus, den Kopf oben. Seit einem Jahr hat die Amerikanerin ihren jetzigen Posten inne. Ihre Wurzeln lägen im Mobilfunk-Marketing-Bereich, fügt sie an und leitet über zu den Präsentationen der geehrten ".org"-Projekte. Kurzer Applaus.

Routinierter Vortrag

Human Rights Watch Deutschland-Chefin Marianne Heuwagen tritt vor und macht ihren Job. Routiniert und synchron zur Videobeamer-Präsentation spult sie in glockenklarem Englisch den Selbstdarstellungstext der Menschenrechtsorganisation ab. Man erfährt nichts, was man nicht auch auf deren Website hätte erfahren können. Dafür wirkt alles sehr professionell.

Bürgerrechtler 2.0

Nächster Kandidat ist Netzpolitik.org-Blogger Markus Beckedahl. Er freut sich, seinen Vortrag in Deutsch halten zu können. Irgendwie kann man ihm besser zuhören als der HRW.org-Chefin. Der Creative Commons-Verfechter Beckedahl hat viel erreicht. Netzpolitik.org, ein Nachrichtenblog zu internetpolitischen Themen, ist nur ein kleiner Ausschnitt seines Schaffens. Was die eingeschlafene Bürgerrechtsbewegung der Achtziger mit selbstgemalten Transparenten auf der Straße bewegt hat, bewegt Beckedahl heute im Netz. Als Re:Publica-Organisator hat er die Blog-Kultur in Deutschland salonfähig gemacht. Mit seiner Firma newthinking betreibt er Lobbyarbeit für Open-Source-Projekte.

Media ist nicht gleich Pedia

Bühne frei für Wikimedia-Vertreter Patrick Danowski. Das Lampenfieber quält ihn. Aus aktuellem Anlass geht Danowski auf den Unterschied zwischen der Online-Enzyklopädie Wikipedia und der Wikimedia Foundation ein. Er fragt daraufhin in die Runde nach regelmäßigen Nutzern von Wikipedia. Alle 28 Menschen im Saal strecken die Arme in die Luft. Auch von ihm erfährt man kaum Neues. Schade!

Eine Lücke gefüllt

Bundesrepublik.org-Initiator Alexander Rodert scheint wenig geübt in Sachen Selbstdarstellung, aber umso engagierter beim Durchforsten und Katalogisieren des Netzes. Seine uneigennützige Art macht ihn sympathisch. Was ihn antreibt, könne er nicht erklären. Dabei könnte er mit seiner ".org"-Seite wirklich Geld verdienen. Rodert hat den ersten Behördenwegweiser aufgebaut. Auf staatlichen Internetseiten wie bund.de findet man nichts Vergleichbares. Bereits in der Startphase hätten ihn verschiedene Behörden kontaktiert und gefragt, ob sie sein Verzeichnis auch intern nutzen dürften, berichtet Rodert. Sein Bürgerportal mit inzwischen 238.805 Einträgen zeigt, dass es im Internet auch nicht kommerzielle Dienstleistungen von Bürgern für Bürger gibt. Auch das ist Netzaktivismus.

Die mit der PISA-Studie

Für die letzte Präsentation muss sich OECD-Sprecher Matthias Rumpf ranhalten. Ihm gelingt es nicht recht, das Interesse des Publikums zu halten. Sein: "Wir sind die mit der PISA-Studie", lässt ein seichtes "Aah" durch den Raum gehen. Rumpfs Powerpoint-Folien folgen eher ihrem eigenen Willen. Dagegen können seine Schüsse auf die Leinwand mit der Beamer-Fernbedienung kaum etwas ausrichten. Sein Vortrag ist fade und blass und geht ein wenig unter. Dabei ist die OECD-Seite ein effizientes Recherche-Werkzeug für alle, die sich mit internationaler Entwicklungshilfe, Gleichberechtigung, Bildung oder Konfliktforschung befassen. Interessant klingt das OECD-Projekt Wiki Gender.

Wer nicht kommt zur rechten Zeit...

Die Präsentation von Indymedia fällt flach. Zu spät kam der Kontakt zu den Medienaktivisten in Deutschland zustande. Dafür hagelt es für das unabhängige Medienzentrum den ganzen Abend über Lob und Ehre von allen Seiten. Einige US-Amerikaner zeigen sich verwundert darüber, dass im Rahmen von de.indymedia.org kaum professionelle Journalisten tätig sind.

ABC/CNN-flüchtige ((i))ndy-Autoren

Zeit für dankende Worte. Der investigative US-Journalist, Filmemacher und Blogger Danny Schechter tritt ans Rednerpult. Gemeinsam mit seinem Globalvision-Kollegen Rory O'Connor und dem PIR-Team hat er den Abend initiiert. Sofort ist der Raum von einer positiven Stimmung erfüllt. Schechter belebt die Veranstaltung mit einer persönlichen Note. Er stellt das gesamte Organisationsteam vor, lässt alle einzeln aufstehen und fordet von den Gästen Applaus für sie ein. Schechter und O'Connor engagieren sich nicht nur für die ".org"-Domains. Beide sind alte Hasen im Mediengeschäft. Sie bezeichnen sich selbst als Nachrichtensezierer, Unruhestifter und ABC-CNN-Flüchtlinge. Schechter war über ein Jahrzehnt als Radiomoderator tätig und verfasste Beiträge für Indymedia NYC. Frei nach dem Motto Watching the Watchdogs nehmen sie mit ihren Artikeln, Blogs und Filmen nehmen sie die Massenmedien kritisch unter die Lupe.

Deutsche Journalisten kennen kein Internet

Die Plätze für die Medienvertreter aus Deutschland bleiben leer. Dabei war es Ziel des Abends, die Rolle von ".org" als Top Level Domain in Deutschland zu stärken. ".org" sei schließlich der coolste Teil des Netzes, meint O'Connor. Mit einem zynischen Erklärungsversuch trifft Schechter den Nagel auf den Kopf: Die Journalisten vor Ort hätten wahrscheinlich noch nie etwas von ".org" gehört. "Entweder kennen sie das Internet nicht, oder sie kennen nur die Website ihres eigenen Mediums", ist der Medienkritiker überzeugt.

PR-Sprechblasen

Auf dem Podium sitzen im Anschluss Vertreter der deutschen Internet-Registrare 1&1, InternetX, Key-Systems und Strato. Eine langweilige Runde, die außer PR-Verlautbarungen nicht viel zu melden hat. Der Ausspruch des 1&1 Vertreters Andreas Maurer: "Alle nutzen Wikipedia, aber niemand denkt an die Idee, die dahinter steckt", wirkt fast schon revolutionär im Vergleich zu den leeren Worthüllen der InternetX Vertreterin Jasmine Begg.

Firmen sind als ".org"-Trittbrettfahrer erwünscht

Die Quintessenz des Gesprächs lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Deutschlands ".org" Community sei noch nicht sehr stark. Soziale Netzwerke wären hier im Allgemeinen schwächer als etwa in den USA. Die Registrare müssten mehr Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Gerade für kommerzielle Anbieter, die im sozialen Bereich aktiv sind, sei ".org" die richtige TLD. Rory O'Connor nannte ein treffendes Beispiel. Die Nachrichtenagentur Reuters betreibe mit alertnet.org eine gemeinnützige Nachrichtenseite zu humanitären Krisenherden. Die richte sich vor allem an Hilfsorganisationen und Entscheider in der Politik. Gerade Domainnamen, die eine Geschichte erzählen können, wie etwa das Internationale Rote Kreuz, wären beliebt und erfolgreich, so O'Connor. Die Fragerunde im Anschluss fällt kurz aus. Schnell verlagert sich das Geschehen zurück in den Vorraum des Saals.
Beim Cocktail-Empfang kommen die interessanten, die persönlichen Geschichten zu Tage. Der Catering Service zieht die Folien von silbernen Tabletts.

Gossip und Cocktails

Danny Schechter steht mit seiner noch recht jungen Berliner Cousine und deren Freundin an einem der silbernen Stehtische. Sie wechseln ein paar Worte in Russisch und Deutsch. Eher aus Spaß. Dann wird weiter Englisch gesprochen. Er hat sie als Ehrengast eingeladen. Begeistert berichtet er von der Arbeit an seinem Film Weapons of Mass Deception und dem Buch, das in Kürze dazu erscheinen wird. Kellner servieren inzwischen grapefruitfarbene Cocktails und Weißwein.

Leckereien-fuer-alle.org

Das Buffet wird gestürmt, aber so, dass es nicht auffällt. Mit Blauschimmel gefüllte Backpflaumen im hauchdünnen Schinkenspeckmantel sind der Renner. Kanapées, belegt mit Edamer und Ungarischer Salami, mit Putenbrust und Prager Schinken, füllen kleine Teller und hungrige Mägen. Das Pumpernickel mit geräuchertem Lachs und Meerrettich ist schnell verschwunden. Die Platten mit Laugengebäck mit Tomate und Mozzarella sind bald nur noch zur Hälfte gefüllt. Absolutes Highlights ist die Französische Käseplatte mit sieben verschiedenen Käsesorten, dekoriert mit frischer Ananas und rotem Wein.
Frisch auf chromsilberne Plastiksäbel gespießte Kirschen, Trauben, Ananas, Birnen- und Apfelstückchen sind von feinen Fäden einer Bitterschokoladenglasur überzogen. Die Vorräte sind üppig. Insofern hat es doch etwas Gutes, dass die Vertreter der Mainstream-Medien heute zu Hause geblieben sind.

Das wahre Gesicht von BDI, BDA und DIHK

Wo gegessen wird, braucht's auch Toiletten. Die Aborte im Erdgeschoss des DIHK-Gebäudes sind eine Zumutung. Wo sich tagsüber Deutschlands Spitzenmanager die Ehre erweisen, herrschen anscheinend immer derartig katastrophale Zustände. Hochgeklappte und bepisste, Klobrillen, umgekippte Klobürsten, braune Spuren in den Kloschüsseln ,eingetrocknete Pinkelspuren und zerknülltes Klopappier auf dem Granitboden. Nur nach Klosprüchen sucht man vergebens. Alles in Allem kein schöner Anblick und doch ein bleibender Eindruck von einem einmaligen Besuch im Haus der Deutschen Wirtschaft.

Samstag, April 26, 2008

Berlin Crime

Nachdem wir hier bereits eine Liste mit No-Go-Areas hatten, gibt es seit März einen von der Polizei erstellten Bericht zur Kriminalitätsbelastung in öffentlichen Räumen (PDF).

Erstaunliches Ergebnis: Verteilt auf die Bezirke gibt es – bezogen auf die Anzahl der Straftaten – die höchste Kriminalitätsrate im Bezirk Mitte, gefolgt von Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf.

Wohlgemerkt, es handelt sich um gemeldete Straftaten und um Straftaten im öffentlichen Raum. Warum man man wohl die Straftaten in geschlossenen Räumen unerwähnt lässt?

Mittwoch, April 02, 2008

Ein Hauch von NYC soll durchs Tacheles wehen

Die warme Frühlingssonne, die das berühmte Künstlerhaus Tacheles in der Oranienburger Straße in ein goldenes Licht tauchte, mutete wie ein Hoffnungsschimmer an. Martin Reiter, der Chef und Sprecher des Hauses, sitzt in seinem Büro im ersten Stock auf einer zerschlissenen Couch und redet sich mit einer Gruppe von Künstlern den Kopf heiß. Für den gebürtigen Wiener Apparate-Künstler und seine Mitstreiter geht es im Moment um alles: Es muss ein Weg gefunden werden, damit das Tacheles in der Hand der derzeitigen Künstlergruppe bleibt.

Die Chancen stehen 50:50, denn ab Januar 2009 wird hier, an der Oranienburger Straße, ein anderer Wind wehen. Im Klartext bedeutet das, dass der Investor, die Kölner Fundus-Gruppe, mit einem neuen Konzept das gesamt Areal in der Spandauer Vorstadt total umfunktionieren will. In Zukunft soll mehr Luxus das Bild der Stadt in diesen historischen Bereich prägen. Und dieses Vorhaben ist nicht unbedingt die Richtung, die von der Tacheles-Künstlergruppe favorisiert wird. Im Gegenteil. „Mit dieser Lage müssen wir nun zurecht kommen“, stöhnen die Künstler. Überraschend kommt die neue Situation für den 45-jährigen Martin Reiter und seine Mitstreiter nicht. Hat er doch schon im vergangenen Dezember zusammen mit seinen Künstler-Freunden die Kündigung für das Atelier-Haus in Empfang nehmen müssen. „Wir rechneten damit, dass nach zehn Jahren der Investor unseren Nutzungsvertrag nicht verlängert“, sagt der langhaarige Künstler, der seit 1993 in Berlin wohnt.
Der Vertrag läuft aus.

Tatsächlich war seit Langem klar, dass der Vertrag ausläuft, der 1998 mit Fundus geschlossen wurde. Für damals eine Mark – heute 50 Cent – pro Monat durften die Künstler das ehemalige Kaufhaus für ihre Ateliers nutzen. „Seitdem war hier immer etwas los“, freut sich Martin Reiter, „jährlich haben wir mehr als 300.000 Besucher.“ Touristen, und die vor allem, konnten und können hier an der „Oranienburger“ ein Stück Berlin schnuppern. Hier, wo sich bei eintretender Dunkelheit die Damen vom Straßenstrich tummeln, hier, wo man draußen vor den Lokalen sein Bier trinken kann, ist ein Stück gefühltes Berlin gegenwärtig. Alles ein wenig verrucht, ein wenig Kunst, alles ein wenig schmuddelig – aber schön. „Ja, und dazwischen ist unser Tacheles“, meint Martin Reiter, „und dafür kämpfen wir weiter".

Das wird auch nötig sein, denn Fundus plant an dieser Stelle der Stadt ein anderes Quartier. Der Investor will genau das Gegenteil des Bestehenden, nämlich hier soll ein Stück New York entstehen mit einem Hauch von Luxus. Für das Tacheles soll und muss natürlich Platz sein, denn es steht schließlich unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden. „Das wollen wir auch nicht“, meint Fundus-Sprecher Johannes Beermann. Doch das Künstlerhaus soll doch ein wenig anders werden – nicht mehr ganz so alternativ, einfach ein wenig schicker – so ist zu hören.
Martin Reiter, der Künstler Henry Aguirre aus Kolumbien oder der englische Kollagentechniker Tony Sykes werden es schwer haben, ihr eigenes Nutzungskonzept dem Investor schmackhaft zu haben. „Im Prinzip wird es nicht anders sein, als unser bisheriges Schaffen“, meinen sie, „doch Miete werden wir auch zahlen. Daran soll es nicht scheitern.“ So wollen die Tacheles-Künstler entweder eine GmbH oder Stiftung gründen, damit die Zukunft gesichert ist.

Ob das ausreicht? Fundus hat andere Pläne – und die sind konkret. Auf dem Gesamtgelände wird ein Hotel gebaut sowie ein neues Quartier nach New Yorker Vorbild entstehen. Zwar wird das unter Denkmalschutz stehende Tacheles-Gebäude in den Gesamtkomplex integriert, doch der marode, brüchige Charme des Hauses wird verschwinden. „Das Tacheles bleibt auf jeden Fall ein Haus für Künstler, doch es werden wohl andere sein, als bisher“, signalisiert Fundus-Sprecher Johannes Beermann. Genauer wollte er sich nicht äußern, bemängelte aber, dass die Künstler des Hauses bisher noch nichts an Vorschlägen vorgelegt hätten.
Die Pläne des Investors für das Gesamtareal an der Oranienburger Straße sind indes beeindruckend.

Und: Sie verändern das Bild der Oranienburger Straße: Statt wie bisher ein wenig (gewolltes) Schmuddel-Flair mit täglichen Wagenladungen von Bus-Touristen, die „ein Stück altes Berlin“ erleben wollen, wird in Zukunft Luxus das Bild prägen. Schon seit einiger Zeit versucht beispielsweise die Edel-Gastronomie "Lutter & Wegner" ihr Glück in unmittelbarer Nähe des Tacheles – in der Oranienburger Straße 52. Sie wird sich freuen, wenn bald ein „Hauch von New York“ in die Spandauer Vorstadt einkehrt.

„Leben bis vier Uhr morgens, direkt vor der Haustür“, lautet nämlich die Vision der Fundus-Gruppe. Eine Luxus-Wohnanlage mit Service-Leistungen eines benachbarten Hotels (dort, wo im Moment die Freifläche in Richtung Tucholskystraße ist), ausreichend Stellplätze für Autos und ein Wochenmarkt in unmittelbarer Nähe plus eine Portion Kunst sind geplant.
Investor plant "Hauch von New York"

Den Masterplan für das Areal hat das Architektenbüro DPZ (Duany Plater-Zyberk) aus Miami entwickelt. In einer Bauzeit von drei Jahren sollen für rund 500 Millionen Euro insgesamt 24.500 Quadratmeter Wohnfläche, 34.500 Quadratmeter Büro- und 17.000 Einzelhandel-, Gastronomie- sowie Hotelfläche (5-Sterne-Business-Hotel) entstehen. Ein wenig wolle man die Hackeschen Höfe zum Vorbild nehmen.

Mit zwei aufeinander folgenden Höfen soll an der Friedrichstraße nach dem Masterplan der Bau der „Tacheles-Höfe“ beginnen. Ein zehnstöckiger Wohnturm soll hier „wie ein Ausrufezeichen“ den Mittelpunkt bilden. In den Obergeschossen liegen Büros, ganz oben über der Berliner Traufhöhe von 22 Metern sind zurückgesetzte Wohnungen vorgesehen. Die heutige Freifläche hinter dem Tacheles wird in Zukunft weitgehend überbaut sein.
Schlagworte

Tacheles Künstlerhaus Oranienburger Straße Fundus-Gruppe Luxus
Allerdings werden zwei kleinere Freiflächen die Rückfront des Kunsthauses bilden. Johannes Beermann: „Hier könnten im Sommer Konzerte, Straßentheater-Aufführungen oder ähnliches stattfinden. Natürlich in Zusammenarbeit mit den Künstlern des Tacheles.“ Schließlich sei das Haus zu einer internationalen Marke geworden. „Von den jährlich rund 300.000 Besuchern kann das neue Quartier profitieren“, schwärmt der Sprecher. Als „Herz“ des Masterplans haben die US-Architekten den trapezförmigen Augustplatz auserkoren, der schräg von der Oranienburger Straße in Richtung Süden abgeht. Rund 160 luxuriöse Eigentumswohnungen mit 80 bis 300 Quadratmetern entstehen, 5-Sterne-plus-Hotel.

Für Martin Reiter und seine Künstler ist die Planung kein Grund zur Aufgabe. „Die Menschen, die täglich kommen, wollen Künstler zum Anfassen. Bei uns geht es ungezwungen zu. Das ist unsere Stärke“, sagt er. Galerien und Ateliers der gehobenen Art hätten auch ihren Platz, meint er, doch nicht unbedingt an dieser Stelle der Stadt, „nur einen Steinwurf vom legendären Scheunenviertel entfernt“. Die Künstlergruppe des Tacheles will nicht aufstecken. Die Frühlingssonne nahmen sie als „leuchtende Fackel der Hoffnung“. Warten wir ab – ob Fundus mitspielt.

Mittwoch, Februar 27, 2008

P-Berger Faullenzer chillt in Charite für Marsmission

Thomas Bad ist für "Die Welt" ein "Oberfaulenzer". Der 35-jährige Fliesenleger aus Prenzlauer Berg arbeitet auf Baustellen, joggt und läuft auch schon mal einen Marathon. Sport gehört zu seinem Leben. Auch jetzt im Klinikbett trägt er Sportshirt und Sporthose. In der Charite nimmt er an einem Muskeltrainingstest für Mars-Astronauten teil.

Samstag, Oktober 27, 2007

Die tapfere Schneiderin

Susanne Schuster ist 26 und Schneiderin. Vor einem Jahr kam sie aus Freiburg nach Berlin. Seit sie ein Dutzend Läden in Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain abgeklappert hat, braucht sie sich um Aufträge keine Gedanken mehr machen. Die erste Adresse, die sie anlief, beauftragte sie, 50 Pullover zu nähen. Im Gegensatzu zu vielen der 800 Designern und den unzähligen Absolventen der acht Modeschulen in Berlin, hat sie den Sprung geschafft. Ihre Geschichte kann man heute in der taz lesen.

Freitag, Oktober 05, 2007

Jetzt gegen die Mieten hoch

Aus einem Artikel in der aktuellen Ausgabe des Property Magazins:

Der Berliner Wohnimmobilienmarkt befindet sich vor einem Aufwärtstrend. In sechs der zwölf Berliner Bezirke erwarten die GSW Immobilien GmbH und Jones Lang Lasalle (JLL) in den nächsten 18 Monaten eine steigende Mietpreisentwicklung für Neuvermietungen und in fünf Bezirken ein konstantes Mietniveau.

Pankow ist der Bezirk mit dem stärksten Einwohnerzuwachs und integriert das aufstrebenden Szeneviertel am Prenzlauer Berg sowie attraktiven grünen Lagen in Alt-Pankow und Weißensee. Das historische Zentrum in Mitte ist stark begehrt bei einkommensstarken Nachfragern mit hohem Anspruch an ein urbanes Umfeld. Dies gilt allerdings weit weniger für die nördlichen und westlichen Bezirksteile Wedding und Moabit mit ihrem hohen Anteil einfacher Altbauten.

Samstag, September 22, 2007

Wie hipp ist mein Bezirk?

Prenzlauer Berg und Mitte gelten als extreme Szenebezirke mit coolen Bars, Clubs und Klamottenläden. Der Anteil an jungen Einwohnern ist hoch, auch Stars und Sternchen geben sich die Klinke in die Hand. Aber ist wirklich alles so hipp, bunt und glitzernd? Nervt der allabendliche Krach auf den Feiermeilen nicht manchmal? Und was hat man eigentlich davon, im gleichen Kiez zu wohnen wie Brangelina, Ben Becker und Uma Thurmann? Nichts als hohe Mieten?

meinberlin.de befragt jetzt seine User: Was ist besonders gut oder schlecht am Leben in Mitte und Prenzlauer Berg? Wer ist der prominente Nachbar, denn Ihr gerne grüßt oder beschimpft?

Mittwoch, September 12, 2007

Mediamarkt statt Weihnachtsmarkt: Konsumenten en rage


Eine putzige Meldung in der Welt von heute:
Bei der Neueröffnung einer Filiale einer Elektromarkt-Kette sind am frühen Mittwochmorgen in Berlin-Mitte mehrere Personen leicht verletzt worden. Nach Polizeiangaben hatten rund 100 Beamte eingreifen müssen, als das Geschäft kurz nach Eröffnung um Mitternacht wegen zu hohen Besucherandrangs wieder geschlossen werden musste. Allein vor dem Gebäude hatten sich rund 5000 Menschen versammelt. In dem Markt ging eine Glastür zu Bruch, wobei sich einige Personen leicht verletzten. Daraufhin wurde das Geschäft für zunächst wieder geschlossen.


Anbei ein Bericht auf indy.de

Der Elektronikmarkt hatte seine Pforten schon vor der offiziellen Eröffnung des riesigen und hässlichen Shoppingcenters "Alexa" am 11. September um 24 Uhr geöffnet. Dies war in großflächigen Werbeanzeigen als die "größte Öffnung seit dem Mauerfall" angekündigt worden. Etwa 2000 Kaufwillige wollten sich die angeblichen Schnäppchenpreise dieses Pseudoevents nicht entgehen lassen. Als dann der tanzende Mob auftauchte und zum Teil auch in den Mediamarkt hineingelangte, wurde das Einkaufcenter geschlossen.

Dabei sorgten die gerufenen Parolen wie "Wir wollen alles - kaputtkaufen!", "1,2,3 - lasst die iPods frei!", "Wir wollen nur - friedlich investieren" oder auch "Leute lasst das kaufen sein, wir laden euch zum Plündern ein!" und die laute Technomusik aus zwei Soundsystemen für eine solche Unruhe, dass der geregelte Ablauf des Shopping-Events nicht mehr gewährleistet werden konnte. Auf den Kassen postierten sich Polizisten, die Rolläden des Marktes wurden heruntergelassen, die Eingangstüren des gesamten Centers verschlossen. Schließlich sagte die Polizei dann durch: "Wir fordern alle vor dem Einkaufscenter befindlichen Personen auf nach Hause zu gehen. Der Mediamarkt macht bis morgen früh nicht mehr auf." Die Soundsysteme und alle beteiligten Personen des Happenings konnten ohne Festnahmen und Personenfeststellungen abziehen und zerstreuten sich.

Karen Eliot vom Zentralkommitee umherschweifender Hedonistinnen sagte zur Aktion: "Mir ging es hier nicht um Konsumkritik, sondern darum der schön glitzernd-kapitalistischen Warenwelt mit ein bisschen Chaos und Freude den Profit zu vermiesen. Gleic
hzeitig war das ein wunderbar spontaner Protest gegen das Mediaspree-Mammutprojekt, das die Subkultur in Berlin verdrängen will."

Bring back the Weihnachtsmarkt!

Foto: de.indymedia.org

Donnerstag, August 09, 2007

Mehr Kinder - Kindermeer, 6479 Neugeborene im ersten Quartal

Der Baby-Boom geht weiter. In Berlin wurden im ersten Quartal 2007 knapp fünf Prozent mehr Kinder geboren als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Bundesweit stieg die Geburtenzahl nur um 0,4 Prozent.

Bald gibt es mehr Neugeborene als Eingeborene. Im ersten Quartal 2007 kamen in der Stadt 6479 Kinder zur Welt, 310 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies berichtet die Berliner Morgenpost von heute. Anfang des Jahrtausends hatten demnach noch rund zehn Prozent weniger Kinder in Berlin das Licht der Welt erblickt. Fast jedes zweite der Neugeborenen hat heute Eltern ohne Trauschein.

In den Innenstadtbezirken werden die meisten Kinderwägen geschoben. In Mitte, Prenzlauer Berg (Pankow) und Friedrichshain(-Kreuzberg) liegt der Anteil der Neugeborenen je 1000 Einwohner deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Allein Friedrichshain-Kreuzberg verzeichnet im ersten Quartal 2007 einhundert Geburten mehr als im Vorjahreszeitraum, Pankow 79. Mehr als die Hälfte des Zuwachses kommt aus diesen beiden Bezirken.

Interessant wird diese Entwicklung in fünfzehn Jahren. Werden die jetzigen Neugeborenen aus Protesthaltung gegenüber ihren Eltern neue Subkulturen beleben? Werden vagabundierende Jugendgangs mit Hightechspielzeugwaffen die Berliner Innenstadt unsicher machen und die alten miefigen Bio-Supermärkte in Brand stecken?

Dienstag, Januar 23, 2007

ORWO-Haus im Zapata

Foto:Joachim Wanitschek
Das ORWO-Haus an der Landsberger Allee war vor zwei Jahren in aller Munde. Damals wollte die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft das überdimensionale Bandprobenhaus zwischen Lichtenberg und Marzahn plattmachen. Die korrekte Adresse des Hauses lautet Straße 13. Eine Umbennenung in Frank-Zappa-Straße soll dieses Jahr im Juli erfolgen.

In der OKB-Sendung Szenesounds wurde kürzlich eine Benefizparty für das Orwohaus aus dem Cafe Zapata übertragen. Der Erik hat gefilmt. Die Sendung kann man hier ansehen.

Samstag, September 16, 2006

Zur Diskussion

Verranzt, Kult, anders - alles Attribute für den nördlichen Stadtteil in Berlins Mitte. Vor allem ist Wedding so, wie Berliner den Prenzlauer Berg kurz nach der Wende beschreiben. Heruntergekommen, billig, mit kreativem Potential en masse.

Das hab ich gerade in einem Artikel auf meinberlin.de zum Umsonstladen gelesen. Wer teilt diese Auffassuing?
Ich habe da gerade noch einige Probleme mich zu positionieren.

Montag, September 04, 2006

Neue Zeitung zur Berliner Stadtgeschichte



Erinnert sich noch jemand an das MfS-Wachregiment? Jeden Mittwoch kam es zu Verzoegerungen beim 57er Bus (heute 100/200), weil die vor der Neuen Wache immer Riesen-Action gemacht haben. Aber das hatte 1989 zum Glueck ein Ende.


Bis jetzt gab es nicht so viele Zeitungen, die sich in irgendeiner Form mit Berliner Stadtgeschichte befasst haben. Das soll sich nun aendern. Zumindest haben sich das die Herausgeber des Berliner Lindenblattes vorgenommen. Auf 16 Seiten wollen Wieland Giebel und Gerhild H.M. Komander in Zukunft regelmaessig die 770jaehrige Berliner Geschichte durchkauen. Die Zeitung soll einmal im Monat zum Preis von 1,50 Euro erscheinen.
Am 9. September geht die Website online.